Christian Schindler wurde als Kreisvorsitzender der Freien Wähler wiedergewählt

Wer glaubte, dass bei der Jahresversammlung der Freien Wähler (FW)im Kreisverband Cham die Auseinandersetzung des letzten Jahres fortgeführt werden würde, musste sich am Montagabend im Hotel Am Regenbogen in Cham eines Besseren belehren lassen. Christian Schindler freute sich bei der Begrüßung über den guten Besuch und hieß viele Ehrengäste willkommen.
„Welche Partei möchten wir sein? Welche Gruppierung möchten wir sein? Das ist die Frage, die mich die letzten Tage und Monate stark beschäftigt hat. Wir sind alle engagierte Bürgerinnen und Bürger, denen ideologische Debatten und das klassische Schubladendenken zuwider sind. Wir sind ein liberal konservatives Lager, in dem ein jeder frei sagen darf, was er für richtig hält und was einem auf der Seele brennt. Wir sind sehr emotional“, so der Kreisvorsitzende.
Gemeinsames Ziel verbindet
„Alle Meinungen unter einen Hut zu bringen, ist sehr anspruchsvoll“, stellte er weiter fest und versicherte, dass die vergangenen zwei Jahre nicht leicht gewesen seien. „Es war für die Kreisvorstandschaft und für mich eine fordernde Zeit. Aber wir haben auch gute Ergebnisse erzielt. Wir sind an Mitgliedern gewachsen. Dieser Umstand weckt natürlich auch Begehrlichkeiten“, führte Schindler aus.
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Und weiter: „Dieses Amt ist nicht immer einfach. Schlussendlich verbindet uns unser gemeinsames Ziel. Ich bin und bleibe in der felsenfesten Überzeugung, dass ich in der richtigen Partei bin und meine und unsere Ziele als Kreisvorsitzender zu vertreten und deshalb stelle ich mich in diesen stürmischen Zeiten weiterhin dieser Verantwortung und bin auch gewillt, dieses Amt als Kreisvorsitzender der zweitstärksten Partei im Landkreis für weitere zwei Jahre zu übernehmen, wenn Sie das auch wollen. Aus diesem Grund möchte ich, dass unser Landtagsabgeordneter gemeinsam mit mir und unserem Team diesen Weg mitgestaltet und begleitet.“
Schindler schlug vor, MdL Julian Preidl als einen der vier gleichberechtigten Stellvertreter in die Vorstandschaft zu wählen: „Unser Ziel muss es sein, unseren Einfluss in den Rathäusern vor Ort weiter auszubauen und bei den Kommunalwahlen 2026 einen gemeinsamen Landratskandidaten zu stellen und den Bürgern eine politische Alternative für unseren Landkreis zu präsentieren.“
Abschließend bedankte sich Schindler bei allen, die sich für die Angelegenheiten der Freien Wähler eingebracht hatten. Sein besonderer Dank galt dem langjährigen Vorsitzenden Hans Kraus, dessen Zeit in der Vorstandschaft mit dem heutigen Tag ende und der als Dankeschön ein Präsent erhielt. Emotional wurde es für Kraus, als alle im Saal lange stehend applaudierten. „Es tut gut, wenn man lobende Wort hört“, kommentierte er. Er sah die gute Besucherzahl als Zeichen guter Arbeit an und wünschte Schindler viel Erfolg bei seiner Arbeit.
Schatzmeister Josef Kiesl zeigte Prozentzahlen der Mitglieder im Kreisverband und präsentierte solide Finanzen. Die Richtigkeit bescheinigten die beiden Kassenprüfer Volker Hecht und Hubert Pohmann.
Eine Menge interessanter Zahlen aus dem Kreistag präsentierte Karin Bucher, die stellvertretende Vorsitzende der Kreistagsfraktionsgemeinschaft. Das ging über Steuerkraft, Kreisumlage, Personalkosten, ÖPNV, Eigenbetrieb digitale Infrastruktur, Photovoltaik, Regionalwerk, Jugendhilfe, bis hin zur Krankenhausprivatisierung, wobei sie Letztere als richtig bezeichnete.
Bucher verwies mit dem Robert-Schuman-GymnasiumCham, der Turnhalle der Realschule Roding und der Generalsanierung des Landratsamtes auch auf die drei Großbaustellen des Landkreises. Bei Letzterem starte jetzt die Altbausanierung.
Mit der Neuwahl der Kreisvorstandschaft und der Delegierten für den Kreisverband und die Kreisvereinigung ging es weiter. Als Wahlleiter wurde Hans Kraus gewählt, ihm zur Seite standen Emmi Kollross und Manfred Daiminger. 128 Mitglieder waren anwesend, davon waren für den Kreisverband 55 wahlberechtigt.
Bei den Vorschlägen für den Vorsitzenden warf auch Jürgen Rappert seinen Hut in den Ring und erhielt drei Minuten für eine Vorstellung. Es ist Vorsitzender der Freien Wähler Waffenbrunn und Kandidat für das EU-Parlament bei den Wahlen im Juni. Rappert führte aus, dass er bei seiner Wahltour immer wieder darauf angesprochen werde, was im Kreisverband Cham vor sich gehe. Er bezeichnete die Situation als „negativen Touch“.
„Mein Ziel ist es“, fuhr er fort, „die beiden Leistungsträger MdL Preidl und Christian Schindler wieder zusammenzubringen, zu vereinen und beide auf die gleiche Stufe zu stellen, sozusagen gleichberechtigt.“
Die Abstimmung für den Vorsitzenden ergab 38 Stimmen für Schindler, 16 für Rappert und eine Enthaltung (weitere Ergbnisse im Infoteil).
Die Wahl der 13 möglichen Delegierten dauerte etwas länger, und man einigte sich im Vorfeld, die nächsten drei als Ersatzdelegierte zu übernehmen.
Die Wahl der Kreisvereinigung wies die gleichen Protagonisten wie beim Kreisverband aus. Geschäftsführer wurde Dominik Heigl. Bei den Beisitzern einigte man sich auf Christian Greil, Karl Kerscher, Christian Lommer, Alois Platzer sowie Klaus Schedlbauer und nahm noch Bürgermeisterin Monika Bergmann mit ins Boot.
MdL Preidl nannte den Vorstandsbeschluss „ein gutes Signal für die Zukunft der FW im Landkreis“. Die FW hätten auch im Landtag hart gearbeitet, so der Abgeordnete und berichtete auszugsweise von seiner Arbeit in diesem Gremium. „Wir interessieren uns für die Themen der Bürger vor Ort“, stellte er fest.
„Abgeordneter für alle“
„Unter dem Motto „Landtagsabgeordneter für alle“ habe er im März sein Bürgerbüro in Cham eröffnet. Dieser Vorsatz gelte auch bei seiner Arbeit in München, schreibt er auf seiner Homepage und lädt zu Besucherfahrten ein. Diese finden am 5. Juni, 17. Juli und 13. November statt und dauern den gesamten Tag. Insgesamt können 100 Personen teilnehmen. Interessierte meldensich bei ihrem Ortsverband.
Jürgen Rappert, Vorsitzender der Freien Wähler in Waffenbrunn und Landesdelegierter sowie im Bundesfachausschuss Äußere & Innere Sicherheit und Kandidat für das EU-Parlament, erklärte, dass die innere Sicherheit sein Steckenpferd sei und er sich für Regionalität einsetzen werde.
Er bedauerte auch, dass wir Deutschen alles totregulieren würden. „Wir haben uns unser ganzes Leben hochgearbeitet und wollen keine ausufernde Bürokratie“, führte er aus. Es gelte, Vereinfachungen zu schaffen und den Mittelstand als Motor der Wirtschaft zu unterstützen. Abschließend forderte er alle auf, zur Wahl zu gehen, die Jugend zu animieren und den 16-jährigen Erstwählern Hilfestellung und Infos zu geben.
