Offensive für die Kinder: Stadt Cham nimmt Millionen für Betreuungsplätze in die Hand

Die Stadt ist ein Magnet – auch auf dem Land. Das gilt auch für Cham: Gut 17.000 Einwohner – Tendenz steigend – und ebenso viele Arbeitsplätze in den Unternehmen in der Stadt sprechen für sich. Um den Aufschwung zu sichern, soll die Stadt familienfreundlicher werden. Dafür nimmt die Stadt Millionen in die Hände und investiert massiv in die Kinderbetreuung.
Wird das alles verwirklicht, was die Stadt an Plänen und Ideen in diesem Jahr anschiebt und schon angepackt hat, etwa in Katzbach-Loibling, reichen zwei Hände nicht, um die Millionen zu zählen, die dafür benötigt werden. „Wir haben viel auf den Weg gebracht“, so Bürgermeister Martin Stoiber beim Blick auf solche Projekte für Familien im Stadtrat. Allein was zuletzt vom Gremium verabschiedet worden sei, ergäben 48 neue Kindergartenplätze und 36 neue Krippenplätze.
Projekt an Projekt
Dafür allein nehme die Stadt sechs Millionen Euro in die Hand. Rechne man die Einrichtung einer Kinderkrippe mit zwölf Plätzen im Kulturhaus Cha13 an der Ludwigstraße und das Zukunftsprojekt des Sportkinderhauses im Stadion seien Plätze im Entstehen — „das zeigt auch die Familienfreundlichkeit der Stadt“, betonte Stoiber.
Die jüngsten Projekte neben der Stadionidee mit dem Sportkinderhaus wurden jetzt im Stadtrat vorgestellt. Im Ortsteil Haderstadl soll dem Kindergarten Bergzwergerl eine Naturgruppe angeschlossen werden. Dafür wird jetzt das ehemalige Lehrerwohnhaus, das in unmittelbarer Nähe des Kindergartens steht, für etwa 500.000 Euro kindertauglich umgebaut. So wird hier das Raumkonzept eines Freilandkindergartens umgesetzt.
Architekt Werner Bauer stellte die Pläne vor. Dafür wird der Innenraum saniert, die Garage abgebrochen, die Zuwege neu gestaltet und vor allem die Terrasse am Haus ausgebaut und teilüberdacht. Hier werden zusätzliche 20 Plätze für Kinder von drei bis sechs Jahren geschaffen.
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Zwar sieht das Amt für Jugend und Familie am Landratsamt im Kindergartenbereich die Lage eher entspannt, was die Förderfähigkeit infrage stellt, die Stadt hingegen sieht durchaus Bedarf – vor allem an Vormittagsplätzen. Zudem gebe es in Hof, Hilm, Untertraubenbach, Laichstätt, Windischbergerdorf, Tasching oder auch Kammerdorf neue Wohnbaugebiete oder seien in Planung. Da sei der Bedarf absehbar, befanden Stadtverwaltung und Stadtrat.
Gleichzeitig überlegt die Stadt, nachdem die Naturgruppe angelaufen ist, im Kindergarten Haderstadl selbst eine Krippe für Kinder von einem bis drei Jahre einzurichten. Hier ist der Bedarf unbestritten, zumal der seit 2013 bestehende gesetzliche Anspruch auf Betreuung ab einem Jahr wie auch die steigende Nachfrage Druck bringen. Dem will die Stadt auch in Vilzing mit einem großen Anbau begegnen, den Architekt und Stadtrat Georg Kerschberger vorstellte.
Der Kindergarten wird dazu aus bisher kirchlichem Besitz in Erbpacht an die Stadt gegeben. Für 1,6 Millionen Euro soll hier eine Erweiterung umgesetzt werden, die zwölf Krippenplätze für Kinder zwischen einem und drei Jahren erbringt. Dazu käme ein noch zu ermittelnder Betrag für die Sanierung des Altbaus, wie Georg Kerschberger betonte. Mit der Erweiterung sei am Ort alles ausgereizt, da nicht mehr Grund vorhanden sei.
Erweiterung durch Kirche
Und mit dem städtischen Engagement in Vilzing, wo die Gebäude von der Stadt in Erbpacht übernommen werden, sollen andere Türen aufgehen, um weitere Betreuungsmöglichkeiten zu schaffen. Denn durch die Übernahme der finanziellen Absicherung der Immobilien in Vilzing kann im kirchlichen Kindergarten in Altenmarkt neues angepackt werden.
So jedenfalls sei es mit der Pfarrei St. Jakob als Träger und dem Bistum abgesprochen, betonte Bürgermeister Martin Stoiber zuletzt.

