Regierungspräsident Walter Jonas übernimmt die Schirmherrschaft für den „Hussenkrieg“

Walter Jonas, Regierungspräsident der Oberpfalz, ist offizieller Schirmherr für das Festspiel „vom Hussenkrieg“. Lange musste die Abordnung des Ensembles im Spiegelsaal des Regierungsgebäudes am St.-Emmeram-Platz nicht bitten, bis er dem Antrag stattgab.
Bürgermeister Martin Birner betonte, Walter Jonas reihe sich damit in die Reihe seiner Amtsvorgänger sowie Unternehmern und Managern ein, welche das Amt ebenfalls gern übernommen hatten.
Mit dem Bus ging es für das Ensemble am Mittwoch nach Regensburg. Auf dem Fußweg zum Regierungsgebäude erregten die 15 Mitglieder wegen ihrer Kostüme natürlich Aufsehen. Das wurde gleich zu Werbezwecken genutzt, indem die neuen Flyer verteilt wurden. Am Ziel wartete neben dem Regierungspräsidenten auch Birner auf „seine Neunburger“. Der Vorsitzende des Festpielvereins, Manuel Winkler, hielt sich auch nicht lange mit der Vorrede auf, sondern äußerte gleich die in schriftlicher Form ausformulierte Bitte.
Hilfe in „dunkler Stunde“
Darin hieß es: „Als Erben des edlen Pfalzgrafen Johann, bitten wir Euch um Unterstützung in dieser schweren Zeit der unvorhersehbaren Wetterkapriolen. Im Angesicht der drohenden Gefahr wenden wir, die Bewohner von Neunburg vorm Wald, uns in dieser dunklen Stunde an Eure erhabene Herrschaft. Die Schatten der Wolken hängen Jahr für Jahr bedrohlich über unseren friedlichen Ländereien und verbreiten Angst und Schrecken während der Festspielzeit.“
Im Weiteren hieß es unter anderem, sein Name sei bekannt als Symbol der Tapferkeit und des Mutes und seine Treue zur Oberen Pfalz sei unübertroffen. In diesen Sinne ging die Bitte, bis zur finalen Frage, nach der Übernahme weiter.
Festspiele als Kulturgut der Oberpfalz
„Das ist ja feierlich wie bei einer Hochzeit. Muss ich jetzt vortreten und sagen: Ja ich will“, sagte Jonas am Ende und fügte letzteres gleich mit an. Sein Grußwort verband er mit einem Lob an die Oberpfälzer Festspieltradition, die zu den Stärken der Region gehörte. „Es ist mir eine große Ehre die Schirmherrschaft für die Neunburger Burgfestspiele „vom Hussenkrieg“ im Festspielsommer 2024 übernehmen zu dürfen“, sagte er deutlich. Die Oberpfalz sei reich an lebendigen kulturellen Traditionen und bekannt für die Vielzahl an Festspielen. Neunburg spiele hierbei in der Champions League.
Den Schauspielern dankte er für den Einsatz und das Mitwirken. „Festspiele leben von den Menschen, die ihre Freizeit opfern, um auf der Bühne zu stehen. Persönliches Engagement und Zusammenhalt sind für ein funktionierendes Miteinander unverzichtbar,“ fügte er an. Zu seiner besonderen Verbindung zum Neunburger Festspiel, dessen Neuinszenierung er bereits 2023 besucht hatte, erklärte er, dass er seinerzeit als Sachgebietsleiter bei der Regierung, den Förderbescheid für das neue Zeltdach im Burghof unterzeichnet hatte.
Das Tanzbein zu mittelalterlicher Musik geschwungen
Nachdem Jonas mit seinen neuen Amtsinsignien, dem Umhang und dem hussitischen Streitkolben, ausgestattet war, reihte er sich zusammen mit Birner und Geschäftsleiter Georg Keil in die Reihe der Darsteller zum mittelalterlichen Tanz ein. Er versprach, alle Beschäftigten der Regierung und die eigene Familie dazu zu „verurteilen“, sich das Stück anzusehen und natürlich seinen eigenen Pflichten, nicht nur zur Premiere am 6. Juli, nachzukommen.
Gestärkt, nach einen kleinen Imbiss, bei dem sich auch die Gelegenheit zu einem persönlichen Gespräch mit Jonas bot, ging es für das Ensemble wieder zurück. Der Regierungspräsident hatte bereits einen Anschlusstermin, die Auftaktveranstaltung zur 850-Jahrfeier in Stulln.
