Agrarenergie Roding will weiter wachsen – auch Freibad soll Fernwärme erhalten

Von vielen unbemerkt versorgt die Agrarenergie Roding eG zuverlässig schon seit mehr als 20 Jahren unter anderem das Gebäude des ehemaligen Krankenhaus Roding, das Caritas-Seniorenheim, das KfH-Nierenzentrum, den Kreisbauhof und etwa 60 Wohneinheiten mit Fernwärme.
Nun soll das Versorgungsnetz ausgeweitet werden, wie die Vorstände der Genossenschaft berichten. Künftig wird unter anderem das Rodinger Freibad nach dem Umbau beliefert.
„Gab nie Probleme“
Die Agrarenergie Roding eG freut sich sehr, dass die Stadt auf uns als verlässlichen Versorger setzt. In all den Jahren der Fernwärmeversorgung hat es auch noch nie Probleme gegeben.“ betont Vorstand Stefan Preis.
Vier Mitarbeiter sorgen auf dem Betriebsgelände dafür, dass alles reibungslos läuft. Ein 24 Stunden erreichbarer Bereitschaftsdienst steht jeden Tag zur Verfügung. Weitere Anlieger der Trasse könnten angeschlossen werden. Zusätzliche Erweiterungen des Fernwärmenetzes sollen folgen. „Wir hätten schon die Kapazität, auch noch mehr Gebäude zu versorgen“, erläutert Preis.
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Mögliche Interessenten könnten sich jederzeit melden, auch Führungen seien möglich, um die regional erzeugte, klimafreundliche Wärme näherbringen zu können.
Am Standort der heutigen Agrarenergie Roding wurde seit 1969 eine Kartoffelschnapsbrennerei im Rahmen einer Agrargenossenschaft mit 13 Mitgliedern betrieben. Um die anfallende Schlempe der Brennerei sinnvoll zu verwerten, wurden Ende der 90er Jahre Planungen zur Errichtung einer Biogasanlage durchgeführt. Mit einer elektrischen Leistung von zwei Mal 120 kW startete die Stromerzeugung des Abfallprodukts der Brennereigenossenschaft.
In Biogasanlagen entsteht bei der Stromproduktion immer auch Wärme, dadurch startete im Jahr 2000 die Wärmeversorgung des Rodinger Krankenhauses, Dialysezentrums, Caritas-Seniorenheims, Kreisbauhofs und des Seniorenheims des Landkreises.
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Um den Wärmebedarf jederzeit abdecken zu können, wurde zusätzlich ein Biomasse-Hackschnitzelkessel errichtet. Da die Brennrechte bundesweit reduziert wurden, sah man sich 2005 gezwungen, den Brennereibetrieb einzustellen und mit elf Mitgliedern der ehemaligen Brennereigenossenschaft, die Strom- und Wärmeversorgung als reine Energiegenossenschaft weiterzuführen.
Die Biogasanlage wurde auf andere Substrate umgestellt, welche nachwachsende Rohstoffe (NawaRo) und Rindergülle beinhalten und von den umliegenden Mitgliedsbetrieben geliefert werden.
Aufgrund verschiedener neuer EU-Auflagen erschien es wirtschaftlicher, mit den notwendigen Umrüstungen der BHKW, auch zu erweitern. Seit 2010 werden durch eine Wärmenetzerweiterung weitere Wohnblöcke klimafreundlich, mit vor Ort und regional produzierter Biogaswärme versorgt, welche die bisher genutzten Heizungen mit fossilen Brennstoffen ersetzt.
Die Biogasanlage der Agrarenergie Roding eG wird ständig auf den neuesten Stand der Technik gehalten, wie durch den letzten Umbau zur Flexibilisierung im Jahr 2019 bestätigt wird, erläutert der Vorstand. Zur Verdeutlichung: Aus den Anfangsjahren mit 240 kW elektrischer Leistung ist mittlerweile durch mehrmaliges Ersetzen der Blockheizkraftwerke eine elektrische Leistung von 1 950 kW entstanden.
100 Prozent Wärmenutzung
Grundziel ist es, die gesamte Anlage wärmegeführt zu fahren, das heißt, die Motoren der Blockheizkraftwerke laufen nur, wenn auch Wärmebedarf vorhanden ist. Dies bedingt eine größtmögliche ökologische Effizienz, weil die anfallende Wärme zu 100 Prozent genutzt wird.