Mit christlicher Kunst zum Glauben inspirieren: Pfarrei St. Jakob in Schwandorf geht neue Wege

Von Hubert Heinzl · 10. Mai 2024 um 19:00

Die Pfarrei St. Jakob in Schwandorf sucht nach neuen Möglichkeiten, den Menschen einen Zugang zu zentralen Glaubens- und Lebensfragen zu vermitteln. Dabei spielt die Kunst als Vermittlerin eine zentrale Rolle.

Der Gedanke ist nicht neu. Im Jahr 2011 wurde von der Diözese Regensburg die Initiative „Da-Sein in Kunst und Kirche“ ins Leben gerufen. Beim Wettbewerb werden seither regelmäßig Werke von Gegenwartskünstlern prämiert, die sich in besonderem Maße mit Kernthemen des Daseins befassen. Heuer setzte sich das liturgische Kunstprojekt mit dem Thema „Hoffen wider alle Hoffnung“ auseinander.

Kunst und Glaube – das passt gut zusammen

Auch Christian Kalis, Stadtpfarrer in St, Jakob, hat das Kirchenjahr 2023/24 unter ein besonderes Motto gestellt – den christlichen Glauben. „Beides passt gut zusammen“, sagt der Pfarrer. Und so hat er gemeinsam mit Kunst- und Kulturbeauftragter Irene Duscher vom Pfarrgemeinderat Kontakt zur Kunstsammlung der Diözese aufgenommen und Anfang des Jahres den Online-Katalog mit den aktuellen Preisträgern gesichtet.

Schnell fiel die Wahl auf eine Fotografie des Schweizers Ernst Thomann, auf der lediglich zwei Streichhölzer zu sehen sind – das eine steht kurz vor dem Erlöschen, doch das andere nimmt das Feuer auf. „Der letzte Funke wird zur aufflammenden Hoffnung“ ist das Kunstwerk überschrieben. Seit Mittwochnachmittag hängt es auf einer 70 Zentimeter mal 2,40Meter großen Plane in der Pfarrkirche St. Jakob in luftiger Höhe im Altarraum.

Das passt zur christlichen Symbolik des Pfingstfests mit der Aussendung des Heiligen Geistes an die Jünger in Form von Feuerzungen. „Das Bild zeigt den Funken, der überspringt“, formuliert Pfarrer Kalis den Gedanken. Bis zur Firmung Anfang Juli soll das Kunstwerk in der Pfarrkirche zu sehen sein. Dann geht es gleich im Anschluss weiter nach Barbing, wo es ebenfalls angefordert worden war.

Vortrags- und Predigtreihe startet am Samstag, 11. Mai

Doch die Kunst im Gotteshaus ist noch nicht alles. Begleitet wird die kleine Ausstellung von einer Vortrags- und Predigtreihe über die Sakramente, die bereits bei der Vorabendmesse am Samstag, 11. Mai, um 18 Uhr beginnt. Franz Pfeffer, Pfarrer aus Kelheim, spricht über die Sakramente Taufe, Eucharistie und Firmung.

Weitere Predigten sind am 15.und 29. Juni vorgesehen (jeweils am Samstag um 18 Uhr). Den Abschluss bildet ein Künstlergespräch mit Hans Thomass am Freitag, 5.Juli, um 19 Uhr. Im Anschluss besteht jeweils Gelegenheit zu Begegnung und Gespräch.

Vielleicht eröffnen sich ja dabei neue Perspektiven in einer „Welt totaler Machbarkeit“, wie Pfarrer Kalis es auf dem begleitenden Flyer formuliert. Zu einer „Sensibilität für das Geheimnis des Lebens, für die tiefste Lebenssehnsucht und die Sprache der Symbole“.