Eine große PV-Anlage bei Sengenthal soll Max Bögl-Werk klimaneutral machen

Von Peter Romir · 8. Mai 2024 um 15:03

Eine 36 000Quadratmeter große Solaranlage nahm die Firma Max Bögl am Dienstag in Betrieb. Die Kraft der Sonne soll dazu beitragen, das nahe Betonwerk der Firma in Sengenthal klimaneutral zu machen. Doch die feierliche Eröffnung fiel fast ins Wasser.

„Wir hätten wohl besser ein Wasserwerk eröffnen sollen“, witzelte ein Bögl-Mitarbeiter angesichts des Dauerregens, der über Anlage bei Winnberg niederging. Dicht zusammengedrängt standen die Besucher unter großen Schirmen am Eingang. Dass die geplante Wanderung entlang der 14000Solarmodule aufgrund des matschigen Bodens ausfallen musste, tat der guten Stimmung vor Ort aber keinen Abbruch.

„Wir haben hier alles selbst im Team entwickelt, geplant und gebaut“, verkündet Projektleiter Christoph Walter von der Max Bögl Wind AG. Denn immerhin sei die Energiewende eine Aufgabe, die sich das Unternehmen besonders auf die Fahnen geschrieben habe: „Da geht es uns nicht nur ums Geschäft“, sagte Gesellschafter Johann Bögl. „Sondern darum, dass wir uns selbst beweisen, dass die Kombination erneuerbarer Energien auch in unserer Region funktioniert.“

Bewährter Standort bei Sengenthal

Um das zu testen, wählte man bei Max Bögl einen bewährten Standort: Bereits 2011 hatte die Firma hier ihr erstes Windrad errichtet, das über ein fünf Kilometer langes Kabel mit dem Stammwerk bei Sengenthal verbunden ist. Das gleiche Kabel könne nun genutzt werden, um auch den Solarstrom zu transportieren: „So ersparen wir uns Kosten und den Anliegern weitere Baustellen“, freute sich Projektleiter Walter.

Energiewende mit Wind und Sonne

Die Kombination von Wind- und Sonnenenergie habe zudem den Vorteil, dass auch an windstillen oder schattigen Tagen noch Strom gewonnen werden kann. Einen Nachteil habe die Verbindung aber auch: Zu einem gewissen Zeitpunkt fällt der Schatten des Windrades auf die Solarmodule und beeinträchtigt dadurch die Leistung. Um dem entgegenzuwirken, baute das Team über 7000sogenannte Leistungsoptimierer ein, die dafür sorgen, dass die einzelnen Module am jeweils möglichen Maximum arbeiten.

Erneuerbare Energie als Einnahmequelle für die Gemeinde

„Als wir diese Reise begannen, wussten wir noch nicht wirklich, wo sie hingehen würde“, sagte Johann Bögl. „Aber wir haben uns vieles getraut und erzeugen jetzt schon mehr Strom als wir benötigen.“

Das kommt der Gemeinde Sengenthal zu Gute: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz belohnt die beteiligten Kommunen mit 0,2Cent pro auf ihrem Gebiet erzeugter Kilowattstunde. Ein entsprechender Vertrag wurde von Michael Bögl und Bürgermeister Werner Brandenburger vor Ort unterzeichnet.

Max Bögl hat noch weitere Zukunftspläne

„Unsere Gemeinde ist stolz, Teil eines solchen Teams zu sein, das an einem kleinen Ort solch große Ideen verwirklicht“, sagte Brandenburger. Er freue sich schon immer auf die Momente „wenn das Telefon klingelt und Johann Bögl mir sagt, er habe wieder eine Idee.“

Denn der Windpark wird nicht das letzte Projekt in dieser Richtung sein: Johann Bögl kündigte bei den schwimmenden Photovoltaik-Anlagen auf dem Baggersee Erweiterungen in der nahen Zukunft an.

Fünf Fußballfelder groß: Die Anlage von oben. Foto: Reinhard Mederer
14.000 Solarpanele warten auf die Sonne. Foto: Romir
Gesellschafter Johann Bögl begrüßt die Gäste bei der Eröffnung. Foto: Romir