In Falkenstein rückt auch der Pfarrer aus: Adolf Schöls ist aktives Feuerwehrmitglied

Von Oliver Hausladen · 7. Mai 2024 um 19:00

Wenn in Falkenstein die Feuerwehrsirene ertönt, kann es gut sein, dass auch der Pfarrer mit ausrückt: Adolf Schöls ist aktives Mitglied und dabei, wenn es seine Zeit zulässt. „Ich erreiche so Menschen, die ich sonst nicht treffen würde und kann auf eine andere Art helfen als in der Seelsorge“, erläutert der Geistliche, warum er sich schon seit langer Zeit bei den Floriansjüngern engagiert.

Vier bis fünf Mal war er in diesem Jahr mit auf den Einsätzen, erzählt der 58-Jährige, dem auch das Gemeinschaftsgefühl bei der Feuerwehr sehr zusagt. In seiner letzten Wirkungsstätte in Nittenau war er zehn bis elf Mal im Jahr ausgerückt, außerdem hat er auch einige Ausbildungen erfolgreich absolviert. In Falkenstein hat er sich so schon in diesem Bereich nützlich gemacht, der Geistliche hat unter anderem beim Einwintern der Fahrzeuge geholfen.

Unter den Falkensteiner Floriansjüngern fühlt er sich sehr gut aufgehoben, „ich denke, auch Kommandant und Kameraden finden es gut, dass sich der Pfarrer einbringt“, sagt der Geistliche.

Lieber einfache Tätigkeiten

Da er nicht oft an den Übungen teilnehmen kann, „und ich auch nicht mehr der Jüngste bin“, wie er sagt, sind ihm die einfachen Aufgaben bei den Feuerwehr-Einsätzen die liebsten. „Zusammenkehren oder den Verkehr leiten etwa“, erzählt Schöls, der aus Hexenagger bei Riedenburg stammt, mit einem Lächeln.

In der Theorie habe er unter anderem gelernt, etwa ein Fenster öffnen, um jemanden aus einem Auto zu befreien, „aber wenn es irgendwie geht, überlasse ich so was Kameraden mit mehr Erfahrung.“ Aber: „Auch die einfachen Aufgaben müssen erledigt werden“, sagt der Geistliche mit einem Schmunzeln.

Allerdings hatte Schöls, der schon lange ehrenamtlich für Feuerwehren tätig ist, schon sehr schwierige Einsätze. So war er in seiner Zeit in Schwandorf unter anderem bei einem Suizid dabei, als ein Autofahrer absichtlich gegen einen Baum gefahren war. „Das geht einem schon nahe“, sagt der 58-Jährige. Für die Kameraden, die dabei waren, sei es dagegen vielleicht eine gewisse Erleichterung gewesen, dass ein Geistlicher mit vor Ort war: „Wir haben danach gemeinsam kurz gebetet, das hat gut getan.“ Auch, dass er bei einer Vermisstensuche bei der Familie war und ihnen beistand, sei eine schwierige Aufgabe gewesen.

Er kann allerdings nicht so oft ausrücken wie einige seiner Kameraden, erklärt Scholz, „manchmal kann ich wegen meiner Aufgaben als Pfarrer einfach nicht weg.“ Wenn es gehe, unter anderem in der jüngsten Silvester-Nacht, sei er aber mit dabei, „ich habe einen Feuerwehr-Piepser im Pfarrheim.“

Interesse wurde schon als Kaplan geweckt

Das gilt ebenso für den geselligen Teil, der im Feuerwehr-Leben ebenfalls eine Rolle spielt. „Falls keine beruflichen Verpflichtungen sind, gehe ich auch auf Feuerwehr-Feste“, berichtet der 58-Jährige, beim Volksfest-Einzug in Falkenstein war er mit den Floriansjüngern dabei.

Das Interesse, bei der Feuerwehr dabei zu sein, hat ihn schon während seiner ersten Kaplanstelle in Eschenbach gepackt. „Mich hat das fasziniert, da wollte ich mitmachen“, blickt er zurück. Und die Faszination zog sich durch seine weiteren beruflichen Stationen. „Ich war eigentlich immer bei den Feuerwehren aktiv engagiert, ob in Niederviehbach, Eschenbach, Schwandorf oder zuletzt in Nittenau und jetzt in Falkenstein“, sagt Schöls. Eine Ausnahme habe es aber gegeben: In Brennberg, wo die Übungen regelmäßig am Sonntag um 9 Uhr, parallel zum Gottesdienst, abgehalten wurden.

Schon gut eingelebt

Seit September 2023 ist Schöls Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Falkenstein-Rettenbach-Arrach und hat sich gut eingelebt, wie er berichtet.

Er sei sehr gut aufgenommen worden, es gebe viele engagierte Leute, die sehr selbstständig arbeiten. Auch die Kürzungen oder Verlegungen, die stattfinden müssen, weil immer mehr Aufgaben von einem Geistlichen übernommen werden müssen, hätten nicht zu Klagen geführt. Positiv sei auch, dass die Kirchensanierung in Falkenstein im Juni abgeschlossen sein wird.

Zur Person

Wurzeln: Adolf Schöls wurde am 3. August 1965 geboren. Er wuchs in Hexenagger bei Riedenburg auf.

Priesterweihe: Im Jahr 1991 wurde Adolf Schöls in Regensburg zum Priester geweiht.

Kirche: Als Kaplan wirkte er unter anderem in Eschenbach, als Pfarrer in Niederviehbach bei Dingolfing, in Schwandorf und in Brennberg. Seit 2011 war er der Stadtpfarrer von Nittenau.

Seit September 2023 an neuer Wirkungsstätte: Seit September 2023 ist Adolf Schöls Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Falkenstein-Rettenbach-Arrach.

Nicht nur in der Seelsorge, sondern auch bei Unfällen oder Bränden als Hilfeleister im Einsatz: Adolf Schöls, Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Falkenstein-Rettenbach-Arrach, ist aktives Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Falkenstein und rückt auch mit aus, wenn es sein Beruf zulässt. Foto: Oliver Hausladen