Was die Hauswirtschaftsschule in Cham zu bieten hat: Gut für den Alltag und für mehr

An dieser Arbeit kommt keiner vorbei. „Putzen, Waschen, Bügeln – das müssen alle machen!“, sagt Maria Schmitz, Bildungsberaterin am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Wie‘s professionell geht, können Interessierte an der Chamer Hauswirtschaftsschule lernen. Und nicht nur das – die umfassende Ausbildung kann bis in die Selbstständigkeit führen – so wie jetzt bei Claudia Brückl.
Die Waldmünchnerin hat sich gerade auf die eigenen beruflichen Beine gestellt. Gestartet hat sie nach einer Lehre als Einzelhandelskauffrau und der Erziehung ihrer drei Kinder 2015 mit der Ausbildung an der Teilzeitschule Hauswirtschaft in Cham, die sie bis 2017 besuchte. Davon berichtet sie am Montag beispielgebend, um zu zeigen, wie sich solch eine Ausbildung weiterentwicklen kann.
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Denn sie hat jetzt „elma – Familienunterstützung“ gegründet und bietet kompetente, soziale und hauswirtschaftliche Betreuung für Familien und Senioren an. Mit ihrem Angebot kommt sie auch dem Ziel der Seniorenpolitik in Bayern entgegen, die einen möglichst langen Verbleib von betagten Menschen im eigenen Haushalt fördern will.
Dabei betont Claudia Brückl, dass sie kein Pflegedienst sei. So habe sie auch einen Namen für ihr Dienstleistungsunternehmen gewählt, der nicht auf das Thema Pflege hinweise. Vielmehr hat sie sich der eigenen guten Geister ihrer Familie erinnert – und aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen der Großmütter – Elisabeth und Maria – den Firmennamen elma zusammengesetzt.
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Alltagsbegleitung wie sie sie anbiete, sei eine eigene Schiene außerhalb der Pflege: „Pflegedienste bieten Sachleistungen, die detailliert abgerechnet werden.“ Sie biete Zeit, in der sie soziale Diensten nachgeht. Es gehe um alltägliche Dinge, die sie Familien anbietet – etwa gemeinsame Arztbesuche, zusammen zu kochen, einzukaufen oder zu spielen. „Es ist eine Rundumhilfe“, erläutert Claudia Brückl. In diesem Monat habe sie die Zulassung von der Pflegekasse bekommen, mit der sie die meisten ihrer Leistungen abrechnen werde.
Es gehe auch darum, Angehörigen die Sicherheit zu geben, dass die Senioren gut versorgt seien. Dazu brauche es Vertrauen, dass sich entwickeln müsse. Ihre Tätigkeit in den Familien sei daher auch längerfristig gedacht. Der Bedarf sei sicher da, sagt sie. Das bestätigt auch Maria Schmitz – es gebe oft Anrufe bei ihr, wo solche Dienstleistungen nachgefragt würden.
Sie habe das Rüstzeug für die Selbstständigkeit auch der Schule für Hauswirtschaft zu verdanken, so Claudia Brückl: „Das ist eine Schule fürs Leben!“ Nachdem sie die Einrichtung als Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung abgeschlossen hatte, machte sie mit zwei Mitschülerinnen, Susanne Stuber und Martina Seidl, weiter.
Die Drei absolvierten die Abschlussprüfung in der Hauswirtschaft, dürfen heute als Beruf Hauswirtschafterin angeben. Schließlich setzten sie noch eins drauf und meldeten sich 2023 fürs zehntägige Seminar für Unternehmensentwicklung für hauswirtschaftliche Dienstleistungen an, wo zielorientierte Informationen rund um Unternehmensgründungen vermittelt wurden. Ihre Zertifikate dazu erhielten sie jetzt von der Regierung überreicht.
„Die Schule ist toll“, sagt Claudia Brückl. Neben dem Unterricht seien es spannende Kontakte, die man hier knüpfe. Die Altersbandbreite der Studierenden geht von 18 bis ins Seniorenalter, ebenso vielfältig ist die Berufsausbildung. Aktuell seien 22 Frauen dabei, sagt Maria Schmitz und betont, dass die Schule auch Männern offen stehe. Sie weist auch darauf hin, dass sich der Lehrplan vor zwei Jahren geändert hat. Neben dem Allgemeinunterricht gehe es auch um eine Spezialisierung mit dem Blick auf einen möglichen künftigen Beruf. Je nach Berufsziel gebe es dann stundenweise Schwerpunktunterricht für die gewählte Richtung.
Die Teilzeitschule für Hauswirtschaft
Start: Der einsemestrige, kostenfreie Studiengang Hauswirtschaft an der Landwirtschaftsschule in Cham startet im Herbst 2025 wieder. Der Unterricht findet zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Haushalt und Berufstätigkeit in Teilzeitform statt. Er dauert etwa eineinhalb Jahre, umfasst gut 630 Unterrichtsstunden.
Inhalte: Der Studiengang bereitet darauf vor, einen Haushalt zu führen oder haushaltsnahe Unternehmungen zu gründen. Im Mittelpunkt stehen praktische Fertigkeiten und Fachwissen in der Hauswirtschaft, im Familien- und im Haushaltsmanagement.
Abschluss: Mit bestandenem Schulbesuch erwerben Teilnehmer den Abschluss als Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung. Je nach Wahlpflichtmodul sind damit weitere Qualifikationen verbunden, zudem kann die Abschlussprüfung als Hauswirtschafterin abgelegt werden.
Infos: Wer Interesse an solch einer Ausbildung hat, kann sich an Maria Schmitz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wenden, Telefon (09971) 485 1207, E-Mail: maria.schmitz@aelf-ch.bayern.de
