Nach dem Aus für Windpark nahe Ihrlerstein sucht Kreisstadt Kelheim nach neuem Standort

Von Beate Weigert · 6. Mai 2024 um 19:00

Die Kelheimer Pläne im Stadtforst bei Ihrlerstein haben sich definitiv erledigt. Abgehakt ist die Windkraft damit aber nicht, sagt der Bürgermeister.

Erstmals hörten Kelheims Stadträte kürzlich offiziell, dass es mit dem angedachten Windpark im Kelheimer Stadtforst nahe Ihrlerstein nichts wird. Die Hubschrauber-Tiefflugzonen seien nicht nur ein Hemmnis, die Umsetzung dort sei unmöglich, sagte Bürgermeister Christian Schweiger.

Der engagierte Projektierer – Bögl aus Sengenthal – sei aber weiterhin für die Kreisstadt aktiv. Laut Bürgermeister würden nun „Alternativflächen“ im Stadtgebiet gesucht. Auf Nachfrage schätzte Kelheims Stadtoberhaupt, dass es bis Sommer dauern werde, bis alle relevanten Infos und Daten beisammen seien, dann könne man öffentlich darüber sprechen. Wo aktuell genau gesucht würde, wollte Schweiger noch nicht sagen.

Christian Schweiger: „Alternative wird sich finden“

Neue unbekannte militärische Sperrkorridore würden sich aber nicht auftun, betont Schweiger im Gespräch mit unserer Zeitung. Es gebe weitere Tiefflugzonen der Bundeswehr, aber die seien nun aus den Gesprächen mit der Bundeswehr bekannt.

„Ich denke es wird sich auf jeden Fall etwas finden“, ob es dann gewollt sei, müsse sich zeigen, sagt Schweiger.

Grünen-Antrag für Windkümmerer

Die Stadtratsfraktion der Grünen hatte zuletzt beantragt, einen „Windkümmerer“ der Energieagentur Regensburg mit einzubinden. Dieser könnte bei der neuen Suche nach geeigneten Standorten helfen, hieß es.

Die Idee hatte man bereits vor zwei Jahren, sagte Fraktionssprecherin Christiane Lettow-Berger. Allein auf den Vorschlag sei „immer sehr negativ reagiert“ worden. Womöglich habe es auch daran gelegen, dass man nie einen konkreten Antrag gestellt hatte, merkte sie selbstkritisch an. Dies habe man nun geändert.

Bürgermeister Schweiger entgegnete, er wollte keine „Doppelstrukturen“ aufbauen. Dass man mit Windkümmerer an der Seite inzwischen schon viel weiter wäre, sah er nicht. Generell sei nichts gegen einen Windkümmerer einzuwenden. Bei den Grünen (Franz Aunkofer) sah man im Windkümmerer mehr eine „sinnvolle Ergänzung“.

Nachdem auf Nachfrage der SPD bestätigt war, dass das Angebot der Energieagentur, auch „nichts kostet“, stimmte der Stadtrat mehrheitlich (11:7) für das Engagement eines Windkümmerers. Ein solcher könne künftig auch als Mediator wirken, sagte Schweiger. Das Stadtbauamt regte noch an, einen Vertreter des Regionalen Planungsverbands (13) mit ins Boot zu holen. Aktuell spielen mögliche Standorte für Windräder auch beim Energienutzungsplan der Stadt eine Rolle.