Mann (33) flüchtet in Regensburg vor Polizei – dabei fliegen auch Drogen aus dem Fenster

Von André Baumgarten · 3. Mai 2024 um 11:59

Ein 33-Jähriger aus Berlin rast am Donnerstagabend vor der Polizei davon. In Irl endet die halsbrecherische Fahrt des Mannes – der keinen Führerschein hat, wohl unter Drogeneinfluss stand und den Mercedes vom Bruder „geliehen“ hatte.

Eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei hat sich am Donnerstagabend ein 33-Jähriger quer durch den Regensburger Stadtosten geliefert. Der Grund für seine abrupte Flucht bei der Verkehrskontrolle: Er hat keinen Führerschein und stand wohl unter Drogeneinfluss. Dass der Berliner unterwegs einen Beutel Marihuana aus dem Fenster des Mercedes mit Münchener Kennzeichen warf, interessiert die Polizei nicht. Es war eine Menge, die seit 1. April erlaubt ist. Doch es werden Zeugen gesucht.

Kurz vor 21 Uhr sollte der Fahrer des Wagens in der Herbert-Quandt-Allee kontrolliert werden. Zunächst hielt er auch am Straßenrand an. Als sich die Streifenbeamten der grauen Mercedes-Limousine näherten, gab er allerdings Vollgas. Entlang des dortigen BMW-Werks raste der 33-Jährige mit teils halsbrecherischen Geschwindigkeiten in Richtung Harting davon. In der Max-Plank-Allee bog das Fahrzeug auf Höhe des Rastparks schließlich in die Leibnitzstraße, zog auf dem Parkplatz eines Möbelhauses eine Schleife und raste weiter in Richtung Irl. Im Bachackerweg ließ der Mann das Auto stehen. Das bestätigte ein Polizeisprecher der MZ.

Verdächtiger versucht, Polizei auszubremsen

Auf seiner Flucht soll der Verdächtige auch versucht haben, die ihm folgenden Streifenwagen auszubremsen, hieß es. „Nur glücklichen Umständen ist es zu verdanken, dass kein Personenschaden zu beklagen ist“, so die Polizei. In Irl versuchte der Mann schließlich zu Fuß zu flüchten, konnte aber von Polizisten verhaftet werden. Um der wilden Verfolgungsjagd ein Ende zu setzen, hatte die Polizei mehrere Streifen aus Stadt und Landkreis zusammengezogen. Nach zehn Minuten war der Spuk vorbei und der 33-Jährige mit Wohnsitz in der Berlin in Handschellen am Boden. Während der Fahrt durch den Osten der Stadt flog auch ein Beutel aus dem Fluchtwagen – darin wurden Drogen gefunden, die aber im Bereich der erlaubten Menge lagen.

„Dafür hätte er nicht flüchten müssen“, so ein Polizeisprecher. Eher noch, weil der Mann am Steuer gart keinen Führerschein besaß. Zudem hätte er das Auto wohl gar nicht benutzen dürfen: Es wurde laut Polizei unerlaubt aus den Geschäftsräumen seines Bruders entwendet. Gegen ihn wird daher wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und unter Drogeneinfluss ermittelt. Daher wurde zudem eine Blutentnahme angeordnet. Aufgrund seiner halsbrecherischen Fahrt dürfte außerdem ein Verfahren wegen eines verbotenes Kraftfahrzeugrennen infrage kommen. Darauf stehen bei einer Verurteilung bis zu zwei Jahre Gefängnis.

Polizei sucht nach Zeugen und Geschädigten

Zur möglichen Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer bittet die Polizeiinspektion Neutraubling um Hinweise. In mindestens einem Fall konnte ein Autofahrer wohl nur in letzter Sekunde ausweichen. Weitere Geschädigte und Zeugen sollen sich deshalb unter Telefon 09401/93020 melden. Der graue Mercedes E 200 älteren Baujahrs, den der Mann in Irl stehen ließ, wurde von der Polizei beschlagnahmt. Augenzeugen sahen, wie sein Auto noch vor Ort erst mit einem Drogenhund durchsucht und auf Spuren im Inneren des Fahrzeuges untersucht wurde. Der 33-Jährige kam später wieder auf freien Fuß.