Noch bis Sonntag wird auf dem Armeestützpunkt das deutsch-amerikanische Volksfest gefeiert

Am 1.Mai startete auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels ein besonderes Jubiläum: Das 50. deutsch-amerikanische Volksfest. Es ist wohl das einzige Fest der Region, bei dem die Gäste erst mal eine Art Grenzkontrolle passieren müssen.
Wer als Gast dabei sein will, muss zuerst einmal am Tor der Militärbasis halten und dort seinen Ausweis zeigen – ohne geht gar nichts. Nach dem Parken folgt noch eine Kontrolle der Taschen.
Denn immerhin findet das Fest nur wenige Meter entfernt vom Flugplatz und dem Trainingsgelände der US Army statt. Den Rest des Jahres üben hier Militärs der Nato-Staaten für den Einsatz in Kriegs- und Krisengebieten.
„Natürlich sind wir seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine vorsichtiger geworden“, erzählt Christina Wilson von der Öffentlichkeitsarbeit der Armee. „Aber wir versuchen weiterhin, es allen so sicher und angenehm wie möglich zu machen.“
„Sehr deutsch, die Amis!“
Hat man die Kontrollen dann erst mal hinter sich, empfängt einen jedoch ein Fest, dass sich gar nicht so sehr von einem Volksfest in einer der umliegenden Gemeinden unterscheidet. Autoscooter, Festzelt, Langos- und Käsestand wirken nicht sonderlich amerikanisch. Kein Wunder: Die meisten Schausteller kommen aus Süddeutschland, nur ein Stand des amerikanischen Rundfunksenders AFN und die Anzahl der Uniformierten fallen auf. „Sehr deutsch, die Amis“, kommentiert ein Besucher.
Tatsächlich sei die Anmutung des Festes ursprünglich wesentlich amerikanischer gewesen, erzählt Wilson. „Aber unsere Leute kommen ja auch raus und sehen sich die deutschen Feste an.“ Und ließen sich dabei zu Trachtenjanker und Lederhose inspirieren. Und natürlich zum Brauchtum des „Ozapfns.“
„Ozapfn“ als Belohnung für langjährigen Dienst
Diese Ehre sollte zum Jubiläum eigentlich Colonel Justin Reese, dem Leiter des Multinationalen Trainingszentrums JMRC zukommen – aber der gibt die Ehre weiter: „Wie jeder kluge Führungsoffizier bringe ich einen fähigen Mitarbeiter zwischen mich und einen Hammer!“ So ist es Command Sergeant Major Alexander Yazzie, der sich unter den Augen zahlreicher Fotografen grinsend an dem Fass zu schaffen macht – als Dank für seine über dreißig Jahre Dienst in der US-Armee.
Fest als Zeichen der Freundschaft
Der Hohenfelser Bürgermeister Christian Graf hilft schließlich beim Verteilen der ersten Charge der Jubiläumskrüge: „Die Gemeinde und der Stützpunkt haben schon lange ein sehr gutes Verhältnis“, sagt Graf. „Und gerade in solch unruhigen Zeiten ist solch ein Fest sehr wichtig, als ein Zeichen der Freundschaft.“ Das merke man auch daran, dass an der Feier neben den amerikanischen Gastgebern auch zahlreiche Deutsche vertreten seien: Vom Roten Kreuz und der Feuerwehr, über die Jugendblaskapelle Hohenfels bis hin zur Bundeswehr.
Tour übers Gelände
Die macht am Samstag und Sonntag ab elf Uhr gemeinsam mit der US-Army eine Schau mit Waffen, Fahrzeugen und Geräten und Geräten. Wer noch tiefer in die militärische Seite eintauchen will, kann am Sonntag Busfahrten über das Gelände buchen. Die etwa einstündige Rundfahrt kostet zehn Euro und gibt einen Einblick über die Einrichtungen des Truppenübungsplatzes.
Friedlicher geht es am Freitag zu. Da findet von 16 bis 24 Uhr der Familientag statt. Bei diesem kosten alle Fahrten in den Fahrgeschäften nur einen Euro. Kinder bekommen zudem ein Getränk und Pommes für 1,50Euro.
Musik-Programm beim Volksfest Hohenfels
Ein musikalisches Programm gibt es auch: Am Freitag um 19Uhr spielen die Trachtenrocker aus Bayreuth im Festzelt. Am Samstag ist es die Partyband Members, die ebenfalls aus Oberfranken stammt, die um 19 Uhr die Bühne betritt. Zum Abschluss am Sonntag lädt um 16.30 Uhr die Country-Band Skyline Riders zum Square Dance ein.







