400 Schabmüller-Beschäftigte machen weiter Lärm: Das ist der Stand im Tarifstreit

Der Erzwingungsstreik bei der Firma Schabmüller im Berchinger Ortsteil Sollngriesbach startet in die zweite Woche. Bei einer Kundgebung mit rund 400 Teilnehmern am Dienstag informierte die IG Metall die Beschäftigten über ein Verhandlungsangebot des Arbeitgebers.
Das teilt Rico Irmischer, erster Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg, mit. „Aber dieses Angebot lockt uns nicht aus dem Streik heraus“, sagt Irmischer. Entscheidende Forderungen der Beschäftigten fehlen nach Angebot der IG Metall in dem Angebot des Arbeitgebers. „Die Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden ist für die Mitarbeiter wesentlich“, erklärt Irmischer. Im Angebot, das der IG Metall vergangenen Freitag vorgelegt worden sei, seien aber 40 Stunden vorgesehen.
„So können wir den Streik nicht beenden“, sagt Irmischer. Seinen Angaben zufolge hatte die Gewerkschaft dem Arbeitgeber in dieser Woche zwei Verhandlungstermine vorgeschlagen: 30. April und 2.Mai.
Schabmüller: Mitarbeiter sind im Erzwingungsstreik
„Bislang haben wir dafür aber keine Zusage für ein Gespräch erhalten“, sagt Irmischer am Dienstag. Stattdessen habe der Arbeitgeber zwei Verhandlungstermine am 7. und 8.Mai bestätigt. „Da diese aber erst nächste Woche sind, streiken wir noch weiter“, sagt Irmischer, der erzählt, dass der Geschäftsführer von Schabmüller gefordert hätte, dass die Mitarbeiter bis zu diesem Termin nicht mehr streiken, sondern arbeiten sollen.
Firma Schabmüller in Berching: Tarif-Maibaum wird aufgestellt
Das kommt aber für den Großteil der Beschäftigten weiterhin nicht infrage, sagt Irmischer. Auch am Feiertag (1. Mai) werde gestreikt. Um 8.30 Uhr sei ein Autokorso von Sollngriesbach nach Neumarkt geplant. Dort wolle man der Maikundgebung in der Innenstadt lauschen.
Nach der Rückfahrt (ab circa 12.30 Uhr) soll vor den Schabmüller-Toren ein Tarif-Maibaum mit Forderungen der Beschäftigten aufgestellt werden, sagt Irmischer. Es spielen zwei Bands (aus Mitarbeitern), später ist eine Feuershow geplant. Alle Bürger seien dazu eingeladen, sagt Irmischer.
Tarifverhandlungen bei der Firma Schabmüller
Hintergrund: Schabmüller ist vor circa 20 Jahren aus dem Arbeitgeberverband und damit aus dem Flächentarifvertrag ausgetreten. Seitdem erhalten die Beschäftigten laut IG Metall im Vergleich weniger Entgelt und müssen länger arbeiten. Der Entgeltabstand zum Flächentarifvertrag betrage bis zu 20 Prozent.
Warnstreiks: Die IG Metall fordert für die Gewerkschafts-Mitglieder bei der Firma Schabmüller einen Tarifvertrag analog des Flächentarifvertrags der bayerischen Metall- und Elektroindustrie. Weil die Verhandlungen stocken, streikte ein Großteil des Betriebs – zunächst auf drei bzw. 24 Stunden begrenzt, jetzt auf unbestimmte Zeit.