Opposition wirft Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller eine „Amigo-Fahrt“ vor

Von Jan Lange · 27. April 2024 um 05:00

Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) ist sichtlich verärgert. Ihm wird vorgeworfen, dass der Besuch in der italienischen Stadt Gualdo Tadino eine „Amigo-Fahrt“ gewesen sein soll. Diese Bemerkung wurde kürzlich von SPD-Fraktionschef Franz Schindler im Hauptausschuss in den Raum gestellt.

Feller war im März mit seiner Frau Susanne, Pressesprecherin Maria Schuierer, Sabine Brunner, der Beauftragten für die Partnerstädte, der ehemaligen Kulturamtsleiterin Irene Duscher und dem Krimiautor Fabian Borkner in die italienische Kleinstadt gefahren, um dort die Städtefreundschaft mit Schwandorf zu besiegeln.

Wie denn die Zusammensetzung der Reisegruppe zustande gekommen sei, wurde der OB im Ausschuss nun kritisch gefragt. Seine Frau sei von den Italienern mit eingeladen gewesen, verteidigte der Rathauschef die Mitnahme seiner Ehegattin. Das sei auch üblich, wunderte er sich über entsprechende Nachfragen.

Der italienischen Sprache mächtig

Die frühere Leiterin des Schwandorfer Tourismusbüros sei mitgefahren, weil sie der italienischen Sprache mächtig ist und übersetzen konnte, begründete Feller die Teilnahme von Irene Duscher.

Dass auch CSU-Parteifreund Fabian Borkner mit in Gualdo Tadino war, dafür präsentierte Feller ebenfalls einen wichtigen Grund. Borkner habe angeboten, ein Video für die Stadt Schwandorf zu machen. Nur weil Borkner Mitglied in der gleichen Partei ist, sei es noch lange keine „Amigo-Fahrt“, fand das Stadtoberhaupt.

Auch die Frage, ob der Stadt Schwandorf dafür Kosten entstanden seien, trat Feller entschieden entgegen. Die Unterbringung im Hotel wurde, so der OB, von der Partnerstadt bezahlt. Nach Gualdo Tadino war die Sechsergruppe mit Fellers privatem Mercedes-Bus gefahren. Er habe selbst am Steuer gesessen und damit nicht seinen Dienstwagen-Fahrer beansprucht.

980 Kilometer liegen zwischen Schwandorf und Gualdo Tadino

Lediglich eine Reisekostenerstattung von 40 Cent pro Kilometer habe er erhalten, machte der OB deutlich. Gualdo Tadino ist etwa 980 Kilometer entfernt – was bei einer Hin- und Rückfahrt einen Erstattungsbetrag von knapp 800Euro bedeutet.

Mit dem Mercedes-Bus sei man aus pragmatischen Gründen gefahren, verteidigte Feller auch im Nachgang der Sitzung die Nutzung des Privatfahrzeuges. Einen Wagen zu mieten, hätte für die vier Tage insgesamt 2500 Euro gekostet, rechnete der OB vor. Auch ein Flug wäre nicht kostengünstiger gewesen, so Feller weiter. Die nächstgelegenen Flughäfen wären Florenz oder Perugia gewesen. Von dort hätte die Gruppe ebenfalls ein Auto mieten müssen, um nach Gualdo Tadino zu kommen.

Dass die Fraktionen im Stadtrat nicht wegen einer Teilnahme angefragt wurden, erklärte Feller mit der beschränkten Personenzahl. Die Reisegruppe sei von den italienischen Partnern auf sechs Teilnehmer begrenzt worden. „Wir können dort nicht gleich am Anfang mit einem ganzen Bus einfallen“, fand der OB. Auch die Italiener seien bei dem Termin nur mit dem Bürgermeister und wenigen Mitarbeitern vertreten gewesen, so Feller.