Imker sind besorgt: Durch Amerikanische Faulbrut droht Verlust ganzer Bienenvölker

Die Bienen haben es derzeit nicht leicht. Neben Wespen, Hornissen und den Folgen des Klimawandels werden die Schwandorfer Bestände jetzt zusätzlich noch von der Amerikanischen Faulbrut bedroht. Diese wurde an zwei Standorten im Landkreis nachgewiesen. Drei Imker ordnen die Lage ein.
Die Faulbrut, auch Bienenpest genannt, tauchte an zwei Standorten im Landkreis Schwandorf auf. Nach einem Ausbruch in Naabeck wurden am 19. April vom Veterinäramt zwei Sperrgebiete im Umkreis von zwei Kilometern um den Bestand in Naabeck und einem früheren Aufenthaltsort in Nittenau eingerichtet. Innerhalb dieser Bereiche dürfen weder Bienen noch Waben, Wachs oder Honig aus den Ständen entfernt werden.
Probe zum Nachweis von Sporen
Das betrifft nicht nur den jeweiligen Stand, sondern die aller Imker, die im Bereich tätig sind. Sie werden verpflichtet, ihre Völker dem Veterinäramt mitzuteilen und ihm eine sogenannte Futterkranzprobe zuzusenden, wie Josef Hösl berichtet. Er ist ehrenamtlicher Hornissenberater im Landkreis Schwandorf und kümmert sich um sieben Bienenvölker. Bei der Probe wird eine bestimmte Menge von eingelagertem Futter aus dem Stand geschabt und untersucht.
Verbreitung durch offene Honiggläser
Hösl zufolge ist kontaminierter Honig eine Möglichkeit, wie sich die Bakterien unter den Bienen verbreiten können. Wenn sich beispielsweise Rückstände in offenen Gläsern in einem Altglascontainer befinden, könnten Bienen diese dort aufspüren und dann im gesamten Stock verteilen.
Für Menschen und ältere Bienen seien die Bakterien ungefährlich. Auch der Verzehr von kontaminiertem Honig stelle laut Hösl keine Gefahr dar. Jedoch würden junge Larven nach dem Kontakt getötet und zu einer dickflüssigen Masse zersetzt, die weiterhin infektiös wirke. Eine erste Kontrolle sei mit der sogenannten Streichholzprobe möglich, mit der die betroffenen Zellen untersucht werden können.
Region bereits früher betroffen
Die Faulbraut bricht immer wieder aus – auch im Landkreis und der näheren Umgebung, wie Konrad Grauvogl schildert. Er ist Vorsitzender des Schwandorfer Imkervereins. In den vergangenen Jahren habe es beispielsweise auch Fälle im Vilstal oder in Pfreimd gegeben. Dennoch sei die Situation für die Imker ein Ärgernis.
Je nachdem, wie stark die Völker von der Krankheit befallen sind, reichen die Aktionen von Sanierungsmaßnahmen bis hin zum Abschwefeln aller Völker auf dem Stand. Die Krankheit trete lokal auf und sei mit den Maßnahmen im Regelfall gut in den Griff zu bekommen. Grundvoraussetzung dafür ist, dass auch der Ausbreitungsherd entfernt werde.
Die Bakterien sind dabei sehr widerstandsfähig und können in ihrer Sporenform auch 40 Jahre später noch infektiös bleiben, wie Michael Schöberl sagt, der den Imkerverein in Burglengenfeld leitet. Für Imker, die von der Seuche betroffen sind, sei es ein Albtraum, „weil im schlimmsten Fall der Verlust aller Völker auf einen Schlag droht.“
Veterinäramt entscheidet über Sperrgebiet
Wie lang das Sperrgebiet bestehen bleibt, entscheidet das Veterinäramt. Normalerweise liege laut Grauvogl der Zeitraum bei ein bis zwei Jahren. Auch Mitglieder seines Vereins seien von den jüngsten Entwicklungen betroffen, da sich ihre Stände innerhalb des Sperrradius befinden, so der Imker. Wanderungen mit ihren Völkern sind für sie in diesem Zeitraum jetzt nicht mehr möglich. Da die meisten jedoch sowieso fest an einem Ort aktiv sind, treffen sie die Regularien nicht zu stark.
Der Landkreis Schwandorf ist mit seinen beiden Sperrgebieten nicht allein: Erst in der vergangenen Woche hatte das Veterinäramt München nach einem Ausbruch einen Bereich im Stadtteil Schwanthalerhöhe eingerichtet.