Camping-Car-Park will 20 Wohnmobilstellplätze für Furth im Wald betreiben

Von Alexander Frimberger · 24. April 2024 um 05:00

Unterwegs sein mit dem Wohnmobil wird nicht erst seit Corona immer beliebter. Die Reisenden sind mobil, wollen nicht lange an einem Ort verweilen. Diesem Verlangen will die Stadt Furth im Wald im Landkreis Cham Rechnung tragen und hat einen Partner gefunden, der 20 Wohnmobilstellplätze betreiben will.

„Wir beschäftigen uns schon längere Zeit mit dem Gedanken, Wohnmobilplätze zu schaffen“, erklärt Bürgermeister Sandro Bauer im Rahmen eines Pressetermins am Dienstag. Das habe nichts mit einem herkömmlichen Campingplatz zu tun. „Den haben wir in Furth und der bleibt natürlich auch weiterhin bestehen.“

Es fehlt ein gutes Angebot

Was demnach fehlt, ist ein ansprechendes Angebot für Menschen, die im Wohnmobil unterwegs sind und ihren Urlaub nicht nur an einem Ort verbringen wollen. Laut Bauer gibt es zwar die Möglichkeit, seinen Zweitwohnsitz auf vier Rädern auf der Festwiese oder im Bereich des Friedhofs abzustellen und dort zu übernachten, „das ist aber einem Tourismusort, wie wir ihn verstehen, nicht würdig.“

Deshalb hat man sich auf die Suche nach einem Partner gemacht und ist überzeugt, mit dem Anbieter Camping-Car-Park den richtigen gefunden zu haben. „Es hat bereits mehrere Gespräche und Treffen gegeben, so ist ein Angebot entstanden, das uns überzeugt.“ Alexander Voss, Gebietsleiter Bayern bei Camping-Car-Park, erklärt das Konzept des französischen Unternehmens, das sich vor zwölf Jahren gegründet hat. Demnach haben ein Mann und eine Frau, beide Campingplatzbesitzer, ihre Anlagen verkauft und beschlossen, ein Jahr durch Frankreich zu reisen. Aus der Erkenntnis, dass die Situation für Wohnmobile in Frankreich sehr schlecht war, erwuchs die Idee des Unternehmens. Es wurde ein App entwickelt, mittels der jeder sehen kann, welcher Partnerplatz noch Kapazitäten hat. „Wir arbeiten immer mit Kommunen zusammen“, erläutert Voss. Das bedeutet im konkreten Fall, die Stadt Furth im Wald übernimmt die Kosten für den Bau der Stellplätze und der Technik wie Stromsäulen, Entsorgungseinrichtungen und Wasserzapfsäulen.

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Die Gesamtkosten schätzt der Further Rathauschef auf rund 140.000 Euro. Er sieht den klaren Vorteil, dass damit der Part der Stadt weitgehend abgegolten ist. Lediglich Müllentsorgung oder das Rasenmähen müsste noch der Bauhof übernehmen. Einen Platz zu betreiben, da fehle schlicht die Manpower und die Kompetenz. Den Betrieb übernimmt komplett Camping-Car-Park. „Egal ob Beschwerden, technische Ausfälle oder andere Probleme, wir sind immer der Ansprechpartner für die Urlaubsgäste.“ Der Betrieb ist automatisiert. An der Schranke steht eine Säule. Einmalig muss man eine Checkkarte für fünf Euro erwerben, über die werden alle weiteren Vorgänge abgewickelt. „Die App und unser Netzwerk sind das Wichtigste“, so Voss.

Geplant sind die 20 Stellplätze im Bereich neben der Mittelschule, neben dem kleinen Park und der Pump-Track-Anlage. Laut Voss ein idealer Platz, weil er zentrumsnah liegt.

Urlauber, die mit dem Wohnmobil unterwegs sind, wollen demnach die Stadt und Sehenswürdigkeiten erkunden, geben im Schnitt rund 40 Euro pro Tag und Fahrzeug aus. „Die Verweildauer beträgt im Schnitt zwei Tage“, sagt Voss und ergänzt: „In Furth könnten es mehr sein, weil es der erste Camping-Car-Park Bayerns ist und es hier viele Freizeitmöglichkeiten gibt.“ Zum Zeitrahmen sagt Bauer, wenn alle Baugenehmigungen vorliegen, ist geplant, vor oder kurz nach dem Drachenstich mit dem Bau zu beginnen.

Heuer könnte es losgehen

„Vielleicht können wir heuer noch in Betrieb gehen, sicher aber dann im kommenden Frühjahr.“ Also rechtzeitig zum Start der Landesgartenschau. Auch das Thema Hochwasser, das in diesem Bereich eintreten kann, wurde bedacht. Die technischen Anlagen liegen erhöht, die Stromanschlüsse können im Notfall einfach abgesteckt und die Urlaubsgäste kurzfristig informiert werden, abzureisen, beziehungsweise den Platz nicht mehr anzufahren.

Camping-Car-Park

Das System funktioniert auf Basis einer App, die sich jeder herunterladen kann. Das Kundencenter hat 42 Mitarbeiter am Telefon, deutschsprachige Kunden bekommen auch immer einen entsprechenden Mitarbeiter an den Apparat. Die App zeigt an, ob ein Platz belegt ist oder noch angefahren werden kann. Die Einnahmen gehen zu zwei Dritteln an die Stadt, der Rest geht an das Unternehmen.

Auf der Wiese im Bereich der Jettingerstraße soll der Wohnmobilstellplatz kommen. Foto: Frimberger