Luxus-Mode im Visier: Einbrecher vom Regensburger Bella Donna greifen bundesweit zu

Bisherige Ermittlungen zeigen: Die Täter schlagen wohl bundesweit zu. Überall haben sie es auf Luxus-Mode abgesehen. Um den Einbruch bei Bella Donna in Regensburg aufzuklären, arbeitet die Kripo Regensburg eng mit der Kripo Bamberg zusammen.
In der Boutique Bella Donna läuft das Geschäft längst wieder, als ob es nie einen Einbruch gegeben hätte. Die Kundinnen probieren Sneaker, können sich nur schwer zwischen Handtaschen entscheiden und drehen sich in hellen Sommerblusen vor dem Spiegel. Die Kleiderständer und Regale sind gut gefüllt.
Dabei haben Unbekannte in der Nacht zum 12. März die gesamte Sommer-Kollektion der Luxus-Boutique mitgehen lassen. Nur die Kleidung der Schaufensterpuppen und günstige Schuhe sind im Laden geblieben.
Großer Schock am Morgen
Als eine Verkäuferin am Morgen aufsperrte, war der Schock groß. Den Wert der gestohlenen Designer-Kleidung hat die Polizei mit einem mittleren sechsstelligen Betrag angegeben. „Aktuelle Schätzungen belaufen sich auf um die 500.000 Euro“, heißt es am Dienstag aus dem Präsidium.
Bei den Ermittlungen haben sich Anhaltspunkte ergeben, dass der Einbruch bei Bella Donna Teil einer bundesweiten Serie ist. Die Täter brechen in Modegeschäfte mit teurer Ware von bekannten Marken ein.
Die Kriminalpolizei-Dienststellen mehrerer Städte halten engen Kontakt und stimmen laufend einen möglichen Zusammenhang der Fälle ab. In der Nacht zum 20. März, eine Woche nachdem Kriminelle den Laden in der Regensburger Residenzstraße ausgeräumt hatten, plünderten Unbekannte eine Boutique in der Bamberger Altstadt. Gezielt hätten die Täter in dem Geschäft am Obstmarkt die teure Damenoberbekleidung eingepackt. Der Wert des Bamberger Diebesguts lag nach Polizeischätzungen bei rund 300000 Euro. „Vermutlich besteht ein Zusammenhang zwischen den Fällen“, sagt Anna Beyer von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Regensburg. Darum gehe es bei den weiteren Ermittlungen.
Einbrüche häufen sich
Ulrike Koller, die Inhaberin von Bella Donna, sagt, der Bamberger Laden biete andere Marken als sie selbst. „Allerdings hat mich eine Kollegin aus Heidelberg angerufen mit ähnlichem Markenumfeld wie wir. Auch da ermittelt die Polizei wegen eines möglichen Zusammenhangs.“ In das Geschäft der Heidelberger Einzelhändlerin wurde im November eingebrochen.
„Sie hat im April wiedereröffnet und zwei Wochen später wurde sie wieder ausgeraubt“, sagt Ulrike Koller. „Sie hat mich davor gewarnt, dass die Einbrecher wiederkommen können.“ Koller versucht, sich so gut wie möglich abzusichern. Sie ließ eine Einbruchmeldeanlage installieren. „Aber es besteht für nichts eine Garantie. Nach unserem Einbruch bin ich oft nachts ein- bis zweimal ins Geschäft gefahren,um nachzuschauen.“ Anfangs sei das alles eine riesige Belastung gewesen.
Die Geschäftsfrau sperrte schon nach knapp zwei Wochen wieder auf. Sie hatte das Glück, dass drei Lieferanten Ware nachgeliefert haben, die für März bestellt war. Ulrike Koller und eine Mitarbeiterin nahmen Kontakt mit allen Lieferanten auf, schilderten die Situation und baten um Hilfe. „Die haben wir auch bekommen“, sagt sie.
Die Einzelhändlerin und ihr Team reisen jedes Jahr in die Modemetropolen Paris, Mailand und Kopenhagen, um die neuesten Trends von Toteme, Acne Studios oder Isabel Marant aufzuspüren. Schließlich heißt ihr Werbeslogan „High Fashion im Weltkulturerbe“.
Polizeioberkommissarin Anna Beyer sagt zwar, Einbrüche mit einem so hohen Schaden seien eher Einzelfälle. Dennoch rät sie Geschäftsleuten, Alarmanlagen und Videoüberwachung zu installieren sowie Fenster und Türen mechanisch zu sichern.