Sanierung von Hallenbad und Realschul-Turnhalle: „Wir heben alles auf ein neues Level“

Von Oliver Hausladen · 23. April 2024 um 15:04

Fast acht Millionen kosten die Generalsanierung des Hallenbads und der darüber liegenden Sporthalle der Staatlichen Realschule Roding, 2,7 Millionen Euro davon muss der Landkreis Cham aus eigener Tasche zahlen.

Bei einer Besichtigung am Dienstag zeigten sich Landrat Franz Löffler und die Mitglieder des Kreis-Bauausschusses erfreut, dass es auf der Großbaustelle bisher wie geplant vorangeht. Im Juni/Juli kommenden Jahres ist die Wiedereröffnung geplant.

„Wir heben alles auf ein neues Level“, sagte Christoph Serwuschok, Leiter der Abteilung Hochbau und Gebäudemanagement am Landratsamt. Aktuell gebe es keine Verzögerungen, der Rückbau sei mittlerweile abgeschlossen, Schadstoffe und Altlasten weg. Auch der Putz ist raus. Abgeschlossen sind unter anderem die Mauererarbeiten für die Umstrukturierung der Räume im Sporthallen-Bereich.

Alle Aufträge vergeben

Nun könne der Ausbau der Gewerke starten, informierte Serwuschok, die ersten Leitungen etwa liegen schon bereit. Im Sommer folgen dann unter anderem Fassade, Fenster und Dach. „Es sind alle Aufträge vergeben, so dass wir zuversichtlich sind, dass es zügig weitergehen kann“, sagte er. Beim Hallenbad bleibt das Edelstahlbecken erhalten, derzeit ist es mit einer Konstruktion geschützt – auch, damit weitergearbeitet werden kann.

Der Komplett-Umbau gliedert sich grob in drei Bereiche. Durch rollstuhlgeeignete Parkplätze nahe am Haupteingang, einen Aufzug und barrierefreie Umkleiden sowie einem mobilen Beckenlift werden das Bad und die Sporthalle künftig barrierefrei nutzbar sein. Auch wird das Gebäude auf einen zeitgemäßen energetischen Standard gebracht. Mit dem Einsatz einer Photovoltaik-Anlage in Kombination mit Flächenheizungen, Lüftungsanlagen, einer Wärmepumpe und Gebäudeautomation werde das Gebäude auch hinsichtlich der Haustechnik auf einen zukunftsfähigen Stand gebracht.

Energetisch wird das Gebäude durch die Dämmung der Außenfassade, den Tausch von Fenstern und Türen sowie weiteren Maßnahmen modernisiert. Statt dem üblichen Wärmedämm-Verbundsystemen kommt eine hinterlüftete und gedämmte Holzfassade zum Einsatz, die den ökologischen Charakter auch nach außen zeigen soll.

„Wichtige Investition in Infrastruktur“

Für den funktionalen Betrieb werden je Geschoss getrennte Umkleiden für den Schul- und den öffentlichen Betrieb geschaffen – dies war bisher nicht der Fall. Es wird zudem ein modernes Kassensystem mit Drehkreuz eingerichtet, über welches der Zugang zum Schwimmbad während der Öffnungszeiten erfolgen wird. Außerdem entstehen ein Konditionsraum sowie ein Ersatzneubau in Holzbauweise für den veralteten Außengeräteraum. Im Juli sind die Arbeiten gestartet, abgeschlossen werden sollen sie wie geplant etwa zwei Jahre später. Bisher sähe es auch gut aus, erläuterte Serwuschok.

Landrat Löffler sprach von einer „sehr wichtigen Investition in die Infrastruktur.“ Das Hallenbad sei für die Bevölkerung sehr wichtig, auch unter dem Aspekt, dass immer weniger Kinder schwimmen lernen würden. Dem gelte es entgegenzutreten, unter anderem durch Schwimmunterricht. Die Halle sei extrem wichtig für die Realschule mit ihren derzeit 656 Schülern, aber auch für die Vereine vor Ort, so der Landrat weiter.

Freude beim Schulleiter

In Roding gäbe es für den Schulsport eine tolle Infrastruktur mit Dreifachsporthalle, Realschul-Turnhalle, Hallenbad und Kreissportfeld in unmittelbarer Nähe, meinte Löffler. Dies sei auch gut, da Sport ein wichtiger Teil der Erziehung sei.

Alexander Peintinger, Rektor der Rodinger Realschule, stimmte dem zu. Er sehe den Baufortschritt täglich aus den Fenstern in seinem Büro, erzählte er, „da tut sich schon einiges.“ Er und die Schulfamilie freuen sich sehr, dass es bald eine nagelneue Turnhalle geben würde und auch das Hallenbad auf dem neuesten Stand sein werde, „das ist eine tolle Sache.“ In der Zwischenzeit weichen die Schüler für den Sportunterricht, sofern er nicht draußen stattfinden kann, in die Dreifachturnhalle oder in die Sporthalle der Bundeswehr aus - eine Rodinger Besonderheit.

Freude bei Bürgermeisterin

Auch Rodings Bürgermeisterin Alexandra Riedl freut sich über den guten Fortschritt auf der Großbaustelle. 2025 werden die Rodinger dann auch wieder zwei Bäder nutzen können, merkte sie an, denn auch die Generalsanierung des Freibads werde dann abgeschlossen sein.

„Die Sanierung von Hallenbad und Realschul-Turnhalle ist eine ganz wichtige Maßnahme“, betonte die Rathaus-Chefin. Dank von Seiten der Stadt gehe deshalb an den Landkreis. Sie freue sich auch, dass in Roding sehr gut zusammengeholfen werde und die Realschüler Ausweichmöglichkeiten für den Sportunterricht während der Bauphase gefunden haben.

Kreisspielfeld bleibt zugänglich

Während der gesamten Maßnahme zugänglich: Das Kreisspielfeld neben Hallenbad und Realschul-Turnhalle bleibe während der gesamten Generalsanierung zugänglich, antwortete Realschul-Direktor Alexander Peintinger auf eine Frage der Rodinger Kreisrätin Renate Hecht.

Tor wird nicht verschlossen: Das Tor werde nicht verschlossen, so dass das Kreisspielfeld weiter von der Öffentlichkeit genutzt werden könne.

Zwei Umkleidekabinen: Unter anderem für den Schulsport wurden auch zwei Umkleidekabinen aufgestellt.

Die Mitglieder des Kreis-Bauausschusses machten sich vor Ort ein Bild vom Fortschritt auf der Großbaustelle.