Zwei Jahre Generalsanierung: Kreishallenbad in Roding bekommt komplett neues Gesicht

Von Oliver Hausladen · 4. Juli 2023 um 05:00

Nicht nur das „Platschare“ wird in Roding derzeit generalsaniert, auch das Kreishallenbad bei der Realschule soll auf Vordermann gebracht werden. Zwei Jahre wird die Maßnahme, bei der auch die Sporthalle über dem Bad erneuert wird, dauern. Schneller geht es aufgrund der umfassenden Arbeiten nicht, wie das Chamer Landratsamt als Bauherr mitteilt.

Die Vorgeschichte: Ende des Jahres 2020 hat die Stadt Roding den Landkreis darüber informiert, dass das Projekt „Ganzjahresbad“ endgültig nicht mehr verwirklicht wird. Stattdessen wird momentan das städtische Freibad grundlegend saniert und soll in der kommenden Saison wieder nutzbar sein.

In der Folge hat sich der Landkreis dazu entschlossen, den letzten Bauabschnitt der Sanierung der Konrad-Adenauer-Realschule in Angriff zu nehmen, der bisher zurückgestellt worden war. Diese entspreche dem ausdrücklichen Wunsch der Stadt Roding und auch der Schulleitung der Realschule, betont das Landratsamt.

Große Photovoltaik-Anlage

Der Komplett-Umbau gliedert sich grob in drei Bereiche. Durch rollstuhlgeeignete Parkplätze nahe am Haupteingang, einen Aufzug und barrierefreie Umkleiden sowie einem mobilen Beckenlift werden das Kreishallenbad, als auch die Sporthalle künftig für alle Gäste barrierefrei nutzbar sein.

Auch wird das Gebäude auf einen zeitgemäßen energetischen Standard gebracht. Mit dem Einsatz einer Photovoltaik-Anlage (ungefähr 90 kWp Leistung zur Eigenversorgung) in Kombination mit Flächenheizungen, Lüftungsanlagen, einer Wärmepumpe und Gebäudeautomation werde das Gebäude auch hinsichtlich der Haustechnik auf einen zukunftsfähigen Stand gebracht. Energetisch wird das Gebäude durch die Dämmung der Außenfassade, den Tausch von Fenstern und Türen sowie weiteren Maßnahmen modernisiert. Statt dem üblichen Wärmedämm-Verbundsystemen kommt eine hinterlüftete und gedämmte Holzfassade zum Einsatz, die den ökologischen Charakter auch nach außen zeigen soll.

Für den funktionalen Betrieb werden je Geschoss getrennte Umkleiden für den Schul- und den öffentlichen Betrieb geschaffen – dies war bisher nicht der Fall.

Modernes Kassensystem und Drehkreuz

Es wird zudem ein modernes Kassensystem mit Drehkreuz eingerichtet, über welches der Zugang zum Schwimmbad während der Öffnungszeiten erfolgen wird. Außerdem entstehen ein Konditionsraum sowie ein Ersatzneubau in Holzbauweise für den veralteten Außengeräteraum.

Warum die Arbeiten zwei Jahre in Anspruch nehmen werden? Die Sanierung sei so zeitintensiv, weil das gesamte Gebäude erst entkernt, die Technik rückgebaut und im Anschluss wieder komplett erneuert werden muss, heißt es aus dem Landratsamt.

Rückbau startet

Anfang Juni dieses Jahres wurden das Hallenbad und die Turnhalle außer Betrieb genommen, danach die Räume ausgeräumt. Nun beginnen der eigentliche Rückbau und die Sanierung. Das sanierte Gebäude steht voraussichtlich ab dem Sommer 2025 wieder zur Verfügung.

Nach aktuellem Stand werden auch nach dem Abschluss der Generalsanierung die öffentlichen Badezeiten in gleichem Umfang beibehalten. Die Nutzungszeiträume für Wasserwacht, Volkshochschule, Bundeswehr und den örtlichen Vereinen sollen fortgeführt werden, heißt es von Seiten des Landratsamtes.

Kosten und Förderung

Knapp acht Millionen Euro: Die Gesamtkosten für die Maßnahme belaufen sich auf insgesamt etwa 7,9 Millionen Euro (inklusive der Kosten für eine neue Photovoltaik-Anlage).

Förderung: Bei der Förderung geht das Chamer Landratsamt derzeit von Fördermitteln in Höhe von 3,37 Millionen Euro und einem energetischen Zuschuss von 1,76 Millionen Euro aus. Damit errechnet sich ein Eigenanteil für den Landkreis in Höhe von ungefähr 2,8 Millionen Euro.