Umweltbeirat für Neumarkt: Das sind die Pläne von CSU, FDP und SPD

Von Eva Gaupp · 15. April 2024 um 11:00

Wer soll Mitglied in dem neuen Umweltbeirat werden können? An diesem Punkt haben sich CSU, SPD und FDP im Stadtrat mit ihrem Konzept gegen UPW und Grüne durchgesetzt. Doch wie geht es jetzt weiter?

Die drei Stadtratsparteien CSU, SPD und FDP wollten keinen reinen Wissenschaftsbeirat: „Wir verstehen das Gremium als Bürgerbeteiligung. Profis sitzen in der Verwaltung“, sagt CSU-Bürgermeister Marco Gmelch. „Und ich bin davon überzeugt, dass das funktioniert.

„Wir brauchen jemanden, der der Stadt und dem Stadtrat sagt, auf welche Themen wir mehr Rücksicht nehmen sollen“, formuliert es die FDP-Stadträtin Ira Hörndler. „Für die SPD war es entscheidend, die Bürger mitzunehmen“, bestätigt der SPD-Fraktionsvorsitzende Günter Stagat. „Wir haben in Neumarkt viele clevere Leute.“ Ihm sei wichtig, dass die Wünsche der Neumarkter in den neuen Beirat einfließen.

Ira Hörndler: Neumarkt muss klimaneutral werden

Er kann sich da eine große Bandbreite an Themen vorstellen. Zum Beispiel Vorgaben für ein neues Wohngebiet: Etwa, dass Kiesgärten verboten oder Zufahrten geschottert werden sollen, damit mehr Regen versickern kann. Oder der Einsatz von Versickerungsplatten in einem neuen Pausenhof.

Für Hörndler steht über allen Themen ein großes Ziel: „Wie kann Neumarkt klimaneutral werden?“ Schließlich wolle Deutschland das Ziel bis 2045 erreichen – und Bayern noch fünf Jahre früher. „Da fehlt mir eine Strategie in Neumarkt.“

Dazu gehört ihres Erachtens eine Analyse des Status quo: „Wo stehen wir jetzt? Und wie erreichen wir das Ziel, ohne unsere Wirtschaft kaputt zu machen?“, zählt die FDP-Politikerin einige Aspekte auf.

Der Umweltbeirat könnte vor diesem Hintergrund Stellung zu aktuellen Projekten beziehen, Anregungen geben „und den Finger in die Wunde legen“. Diesem großen Ziel sieht Ira Hörndler auch Vorhaben zugeordnet wie ein neues städtisches Wärmekonzept, PV-Flächen auf Dächern, weitere Solarparks oder Windräder sowie Begrünungen.

Solch ein übergeordnetes Ziel kann sich auch Günter Stagat gut vorstellen. Gleichzeitig will er etwas Druck rausnehmen: „Wir stehen noch ganz am Anfang.“ Für die Beiratsmitglieder müsse es in einem ersten Schritt sicher erst einmal darum gehen, eine Prioritätenliste zu erstellen.

Stagat: Umweltbeirat könnte Ende 2024 mit Arbeit starten

Generell will Stagat dem Beirat ausreichend Zeit geben, „um sich zu finden“. Er geht davon aus, dass die Mitglieder bis Ende 2024, Anfang 2025 konkret einsteigen könnten. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass daraus sehr viele gute Anregungen hervorgehen werden.“

Zehn Mitglieder sind derzeit für das Gremium vorgesehen. Am Ende entscheidet der Stadtrat über die Bewerber. Für Ira Hörndler kommt es auf die Ausschreibung an, über die die Mitglieder gesucht werden. Im Stadtratsbeschluss war von einem „gewissen Expertenwissen“, „vertieften Grundkenntnissen“ und idealerweise „Detailwissen in einem oder mehreren relevanten Fachgebieten“ die Rede.

Diese Formulierungen schlössen nicht aus, geeignete Personen direkt anzusprechen, sagt Hörndler. Wobei Günter Stagat sich wünscht, dass die Mitglieder in Neumarkt wohnen oder zumindest einen sehr engen Bezug zur Stadt haben sollten. Immerhin handle es sich um den Umweltbeirat der Stadt Neumarkt.