Kompostanlage Moosdorf ist vorerst dicht: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“

Ungewohnt ruhig ist es am Freitag an der Kompostanlage Moosdorf gewesen. Keine Grüngutanlieferungen, niemand, der Erde kauft. Die Insolvenz schlägt sich jetzt auf den Betrieb aus: „Bis auf Weiteres“, heißt es in einer Mitteilung, ist geschlossen. Eine Formulierung, die der Firmengründer relativiert.
Ludwig Schiedermeier versieht die Schließung mit dem Attribut vorübergehend. „Vielleicht Montag“, hofft er einerseits auf Nachrichten des Insolvenzverwalters und andererseits darauf, wieder aufsperren zu können. „Wir wissen ja selbst nichts“, wirbt er um Verständnis.
Kein Geld mehr da für Löhne
Ausschlaggebend, dass am Donnerstag die Lichter zumindest außerplanmäßig ausgingen, waren die Lohnkosten für 14 Mitarbeiter. „Die Leute wollen ihr Geld“, kann Schiedermeier nachvollziehen. Genau das ist nicht mehr vorhanden. Vor wenigen Tagen hat das Amtsgericht Regensburg Zahlungsunfähigkeit festgestellt und das Insolvenzverfahren eröffnet.
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Ein vorläufiges lief schon seit Februar, seitdem wird fieberhaft an einer Lösung gearbeitet. „Die Verhandlungen ziehen sich“, berichtet der Senior, nun sei der Punkt erreicht gewesen, an dem es nicht mehr weiter- ging. Schiedermeier verweist darauf, bei den Verhandlungen mit möglichen Investoren, Käufern und Betreibern „außen vor“ zu sein und „keinen Einfluss zu haben“.
Investor, Käufer oder Betreiber?
Alle Gespräche würden über Insolvenzverwalter Dr. Hans-Peter Lehner laufen. „Es gibt Interessenten“, sagt Schiedermeier, aber es gäbe auch viele Details „und Preisvorstellungen“, die in den kommenden Tagen zu klären wären.
An die Kunden gewandt, betont er: „In dem Moment, in dem wir aufsperren, werden Löhne fällig.“ Sie selbst würden ohnehin „arbeiten, arbeiten und arbeiten“, um das Unternehmen zu retten. Die Hoffnung aufzugeben, sei keine Option. „Die stirbt bekanntlich zuletzt“, übt er sich in Galgenhumor.
Enkel schweigt
Enkel Stefan, der 2018 in den Familienbetrieb eingestiegen und aktuell seinen erkrankten Vater und Geschäftsführer vertritt, wollte die Schließung und seinen Gemütszustand indes nicht kommentieren.