Drei Katzenbabys fast vor Neumarkter Tierheim erfroren – Suche nach Tierquälern läuft

Eine Mitarbeiterin des Neumarkter Tierheims traf am Mittwochmorgen als erste auf das einsame Päckchen vor dem Eingang – und machte beim Nachsehen einen erschütternden Fund: Drei Kätzchen lagen im Inneren des Pakets, halb erfroren und „mehr tot als lebendig“, wie das Tierheim in einem Facebook-Post mitteilt.
Lediglich eine Plastiktüte habe den Karton vor Regen und Wind etwas geschützt. Und nicht nur das: Als „Verpflegung“ befanden sich vereinzelte Gummibärchen zwischen den Katzen. Die Luftlöcher seien so klein gewesen, dass die Kätzchen zudem unter leichter Atemnot litten, erklärt Tierheim-Leiterin Waltraud Fuchs auf Nachfrage.
Nach dem Fund hätten die Kleinen gleich eine Infusion bekommen und mussten – völlig unterkühlt – erst einmal aufgewärmt werden. Laut Fuchs sind die drei Mädels inzwischen auf dem Weg der Besserung, „wir tun unser Möglichstes“.
Gummibärchen im Karton werfen Rätsel auf
Wer das Päckchen vor den Toren des Tierheims abgelegt hat, sei noch unklar. Verziert mit aufgedruckten Goldbändchen hätte es auf den ersten Blick fast als „verspätetes Weihnachtsgeschenk“ durchgehen können, erklärt das Tierheim auf Facebook.
Der Versand-Aufkleber auf dem Karton selbst wurde zwar fast vollständig abgekratzt, jedoch sei die Postleitzahl 90559 Burgthann noch gut lesbar. Auch die Gummibärchen werfen Rätsel auf – könnten Kinder mit im Spiel gewesen sein? Bislang seien das nur Vermutungen des Tierheims. „Den Rest bekommen wir auch noch zusammen“, heißt es in dem Post weiter. Leiterin Fuchs vermutet, dass die Kätzchen nicht aus der Landwirtschaft seien – der Geruch nach Stall fehlte.
Keine Seltenheit
Dass das Aussetzen von Tieren kein Kavaliersdelikt ist, betont das Tierheim in seiner Nachricht: „Wenn man schon seine Katze – aus welchen Gründen auch immer – nicht hat kastrieren lassen, muss man zumindest den Mut haben, die Tiere ordentlich und mit Anstand abzugeben.“
Dieser erschütternde Fund ist laut Leiterin Fuchs auch nicht der erste seiner Art, leider würden häufig Tiere vor dem Tierheim ausgesetzt werden. Es sei keine Seltenheit.
Ein Blick in die Kommentarspalte auf der Facebook-Seite des Tierheims verrät: Die Betroffenheit der Leser ist groß, ebenso das Unverständnis für die Tat. „Da fehlen mir die Worte, viel Glück für die Kleinen“, schreibt etwa eine Frau.