Das Gassenfest ist im Sommer 2024 die größte Feier in der Regensburger Altstadt

Von Rainer Wendl · 9. April 2024 um 19:00

In den Jahren ohne Bürgerfest war in jüngerer Zeit stets das Ostengassenfest die größte Feier in der Regensburger Altstadt. Das ist auch heuer so – fast.

Das frühe Sommer-Gastspiel der vergangenen Tage hat die Regensburger in Scharen und bis in die späten Abendstunden hinein auf die Freisitze in der Altstadt gelockt und die Frage aufkommen lassen, ob und wann es auch in diesem bürgerfestfreien Jahr ein großes Feier-Wochenende neben dem Jazzweekend geben wird. Die Antwort: Wie immer füllen die Sozialen Initiativen die Lücke, von 21. bis 23.Juni laden sie zum Gassenfest an der Donau.

„Bis dahin sind es nur noch gute zwei Monate, das geht jetzt schnell“, sagt Reinhard Kellner zu dem schon nahen Termin. Aus der Ruhe bringt dies den Vorsitzenden der Sozialen Initiativen nicht, ganz im Gegenteil: Er vermittelt den Eindruck, dass es schon morgen losgehen könnte. „Das Programm steht, es wird wieder ein Fest von hoher Qualität.“

Seit 1973 dabei

Kellner hat Routine wie kein Zweiter, wenn es ums Organisieren großer Stadtfeste geht. Beim Bürgerfest ist er seit Anbeginn 1973 mit dabei, die Gassenfeste der Sozialen Initiativen hob er Ende der 90er-Jahre mit aus der Taufe. In gewisser Weise hat er sogar Corona für beendet erklärt. Als im Januar 2022 noch niemand wusste, ob die Pandemie im Sommer desselben Jahres wieder große Veranstaltungen erlaubt, legte er sich fest: „Wir machen ein Ostengassenfest!“ Gesagt, getan.

Ursprünglich war auch heuer wieder ein Ostengassenfest geplant – bis sich das Organisationsteam dazu entschied, das „Osten“ zu streichen und den Schwerpunkt in Richtung Donau zu verlegen. „Die Ostengasse ist mit vielen Kosten und Mühen verbunden. Man muss sich um die Räumung der Parkplätze kümmern, die Straße absperren, Schilder aufstellen, einen Sicherheitsdienst engagieren – das geht alles ins Geld“, erklärt Kellner.

Gleichzeitig habe man festgestellt, dass das Platzangebot mit Einbeziehung der Terrassen am Donaumarkt sogar größer ist. So wurde aus dem Ostengassenfest das Gassenfest an der Donau. Nicht der erste Orts- und Namenswechsel übrigens: In den Jahren vor dem Umzug in die Ostengasse wurde im Dreieck Bismarckplatz/Ägidienplatz/ Ölberg das Gassenfest im Regierungsviertel gefeiert.

Nicht zuletzt diese Historie macht Kellner zuversichtlich, dass sich die dezente räumliche Veränderung nicht negativ auf die Anziehungskraft der Veranstaltung auswirken wird: „Das Gassenfest hat einen guten Namen. Dass die Ostengasse dieses Mal fehlt, werden uns die Leute schon verzeihen.“

Es wird drei Bühnen geben. Am Donaumarkt gibt’s Musik fürs jüngere Publikum, hier präsentiert Wochenmarkt-Macher Daniel Frost Punk, Alternative und HipHop. Klassischer Rock erklingt wie gewohnt auf der Bühne der Sozialen Initiativen an der Donaulände. Am Sportplatz des Albrecht-Altdorfer-Gymnasiums schließlich wird eine Tanz- und Musikbühne stehen.

Kultur am AAG-Sportplatz

Auf diesem Areal organisiert der Verein AktionKulturSozial unter Federführung von Sabine Watzlawik ein Kinder- und Kulturprogramm. Unter anderem wird eine Marc-Aurel-Säule für den Frieden gestaltet, zudem werden Führungen durch die Königliche Villa angeboten.

Nicht dabei sein wird 2024 die renovierte Straßenbahn. Diese stand 2022 als Blickfang auf „fliegenden Gleisen“ in der Ostengasse. „Das hat 15.000 Euro gekostet und war nur durch die Unterstützung eines Sponsors möglich. So etwas kann man nicht jedes Mal machen“, sagt Jan Mascheck von der IG Historische Straßenbahn Regensburg. Für die Fest-Organisatoren war dies ein Grund mehr, die Ostengasse dieses Mal auszusparen.