Seit 20 Jahren produziert der Weilhammer-Hof in Ponholz Gemüse, das glücklich macht

Von Thomas Rieke · 9. April 2024 um 17:02

Auch am Weilhammer-Hof in Ponholz hat in diesen Tagen die Spargelernte begonnen, der Verkauf läuft. Die sommerlichen Temperaturen trieben die Wurzeln des schmackhaften Gemüses schon Anfang April zu Höchstleistung. Matthias Weilhammer (27), einer der Betriebsinhaber, sieht das allerdings eher kritisch, wie er im MZ-Gespräch verrät.

Der Anbau des weißen Goldes, wie Spargel auch genannt wird, spielt bei den Weilhammers schon länger eine bedeutsame Rolle. Vor 20 Jahren hat die Familie auf Initiative von Matthias’ Mutter Ludwina damit begonnen. Anfangs gab es nur einige wenige Spargelreihen, doch als sich bald Erfolg einstellte, wurde die Fläche sukzessive vergrößert. Heute erstreckt sie sich auf rund fünf Hektar und ist in verschiedene Anlagen untergeteilt, um das begehrte Produkt, das nicht nur gesund ist, sondern auch glücklich machen soll, bis zum traditionellen Ende der Saison am 24.Juni anbieten zu können.

Ein schmackhaftes Gemüse mit Gedächtnis

Matthias Weilhammer ist zuversichtlich, dass er auch heuer den hohen Ansprüchen seiner Kunden, zu denen auch viele Gastronomen zählen, gerecht werden kann. Spargel habe ein Gedächtnis, sagt er, und nachdem die Qualität 2023 vorzüglich gewesen sei, sei diesmal mit einem ähnlichen Geschmackserlebnis zu rechnen.

Gerade auch wegen der positiven Rückmeldungen der Konsumenten bereite die Spargelproduktion der Familie viel Freude, berichtet der junge Agrarbetriebswirt. Andererseits sei die Arbeit jedes Mal auch eine große Herausforderung. Um wirtschaftlich erfolgreich zu sein, müssten viele Zahnräder ineinander greifen. Eine Portion Glück könne dabei nicht schaden.

Schon Mitte März berichteten wir über die Vorbereitungen auf die Spargelsaison 2024. Mehr dazu lesen Sie hier.

Beim Personal greifen die Weilhammers auf eine kleinere Zahl rumänischer Feldarbeiter zurück. Es seien größtenteils dieselben Helfer wie schon vor der Pandemie, berichtet Matthias Weilhammer nicht ohne stolz. Auf die Leute könne er sich verlassen, und das sei bei allen Unwägbarkeiten schon einmal ein Vorteil.

Wetterkapriolen bereiten Kopfzerbrechen

Ein wesentlicher Faktor sei natürlich das Wetter. Vor allem die sich häufenden Extrem-Ereignisse bereiten Weilhammer Sorge. An erster Stelle nennt er heftigen Wind und Platzregen. Bei Sturm würden die Pflanztunnel in Mitleidenschaft gezogen, und nach heftigen Niederschlägen seien die Wege zwischen den Spargelwällen teils unpassierbar, denn auf lehmigem Boden könne das Wasser oft längere Zeit nicht versickern. Der Spargel könne dadurch an Qualität einbüßen.

Auch die ungewöhnlich hohen Temperaturen im April erfreuten das Herz des Landwirts nicht. Die Pflanzen hätten nur eine gewisse Menge an Energie. Wenn sie diese schon jetzt in starkes Wachstum fließen ließen, bestehe die Gefahr, dass sie in ein paar Wochen schwächelten. Trockenheit macht dem Spargel indes nach den ersten Wachstumsjahren kaum etwas aus, weiß der Spargelexperte weiter zu berichten. Die Wurzeln des Gemüses steckten dann bis zu zwei Meter tief in der Erde.

Es muss nicht immer Klasse 1 sein

Eher ungern kommt der Spargelbauer auf die Preisfrage zu sprechen. Bei Klasse eins bleibe man exakt auf dem Niveau des Vorjahres, sagt Matthias Weilhammer, ohne einen konkreten Eurobetrag zu nennen. Damit ist aber klar, dass das Kilo bester Ware um die 15 Euro kosten dürfte.

Weilhammer betont dennoch, dass Spargel nicht nur ein Angebot für Menschen mit dickem Geldbeutel sei. Schließlich gebe es verschiedene Handelsklassen, und auch bei sogenanntem Bruchspargel oder Suppenspargel handle es sich um Superprodukte. Sie seien ebenfalls gesund, Glückshormone fördernd – und schon unter einem Zehner zu haben.

Immer wieder neue, mutige Ideen

Der Weilhammer-Hof ist nicht nur wegen seines Spargelanbaus im Kreisgebiet eine feste Größe. Einen Namen gemacht hat sich die Familie auch auf vielen anderen Gebieten. Treibende Kraft soll dabei immer wieder Ludwina Weilhammer gewesen sein. Vor rund zehn Jahren beispielsweise wurde die Idee geboren, einen Hofladen zu gründen. In diesem bietet die Familie nicht nur Produkte aus eigener Herstellung an, sondern auch Ware anderer Betriebe aus der Region, wie Honig und Schokolade, Nudeln oder Wein.

Besondere Schmankerl aus der breit gefächerten Angebotspalette sind Bio-Gockerl und hofeigenes Rindfleisch. Ein Rind wird erst geschlachtet, wenn es für alle Teile eine Vorbestellung gibt. So wird nichts verschwendet. Der Weg zum Schlachter ist kurz, was dem Tier unnötigen Stress erspart und die Fleischqualität begünstigt.

Jetzt schon drei mobile Hühnerställe

Jeden Donnerstag wird im Holzofen Brot gebacken. Eier und Milch, Käse und Kartoffeln gibt es in einem Automatenhäuschen rund um die Uhr.

Vor wenigen Jahren haben die Weilhammers außerdem einen ersten mobilen Hühnerstall aufgestellt. Die anfängliche Skepsis, ob es für die Eier der glücklichen Hühner auch genügend Nachfrage geben würde, erwies sich schnell als unbegründet. Heute gibt es am Hof bereits drei solcher Ställe. Alle zehn Tage werden sie auf einen anderen Standort gebracht, damit die Tiere immer frisches Gras zum Picken zur Verfügung haben.

Wie diese Vielfalt möglich ist? „Bei uns hat jeder seine Aufgabe, und alle helfen zusammen“, sagt Matthias Weilhammer mit einem gewinnenden Lächeln und der Überzeugung, die es braucht, um einen landwirtschaftlichen Betrieb in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.

Der Spargelverkauf: Der Hofladen ist in der Spargelsaison, also bis 24.Juni, sieben Tage die Woche geöffnet. Ab kommenden Freitag, 9 Uhr, öffnen die Verkaufsstände des Weilhammer-Hofs beim Edeka-Markt in Nittenau, beim Aldi in Regenstauf und in Burglengenfeld. Die genauen Zeiten findet man auf der Homepage www.weilhammerhof.de.

Zu viel Wasser tut dem Asparagus auch nicht gut. Wo lehmiger Boden vorherrscht, entstehen solche Stellen, die mühsam trockengelegt werden müssen.