Endlich wieder Biergarten! Zwischen Kies und Kastanien hat sich in Regensburg viel getan

Dieses Wochenende soll es über 25 Grad warm werden – dazu dürfte auch die Sonne rauskommen. Ideale Voraussetzungen für die erste Halbe unter freiem Himmel. Auf die Biergarten-Fans warten in der Stadt in diesem Jahr einige Neuerungen.
In der Kreuzschänke hat zum Beispiel ein neuer Wirt übernommen. Seit 1. Januar führt Gregor Koch gemeinsam mit seiner Familie das Wirtshaus in der Kreuzgasse. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Start“, so Koch. Abgesehen von ein paar Änderungen an Deko und Karte habe sich nichts geändert. Nun beginnt die Biergarten-Saison. „Endlich“, sagt Koch. „Schon am vergangenen Wochenende saßen ein paar Gäste draußen. Da war es aber noch recht frisch am Abend.“ An diesem Wochenende soll es aber richtig losgehen. „Wenn das Wetter so gut ist wie angekündigt, werden das die ersten richtigen Biergarten-Abende.“
Geschäft ist immens wichtig
Für das Geschäft sei der Biergarten „elementar wichtig“. Der Garten der Kreuzschänke habe Charme. „Für mich ist es einer der schönsten in der Stadt“, sagt Koch. „Die vielen Pflanzen, die vielen Blumen, die Wasserspiele: Das hat einfach eine beruhigende Ausstrahlung, hier sitzt man einfach gern.“ Zur Übernahme im Januar habe man die Preise erhöht, sagt Koch. Zumindest ein bisschen. „Natürlich mussten wir die Rückkehr zu den 19 Prozent Mehrwertsteuer auffangen. Uns blieb da nichts anderes übrig.“
Wie so viele Gastronomen ist auch Koch auf der Suche nach helfenden Händen. Er habe das bestehende Personal übernommen, sagt Koch. „Zu Beginn hatten wir also keine Probleme. Jetzt zum Start der Biergarten-Saison suchen wir aktuell aber noch nach Personal.“ Es habe sich allerdings schon viel getan. „Was mir allerdings noch fehlt, ist ein Koch für den Mittag am Wochenende. Da hätten wir zukünftig auch gerne offen.“
Das Personal treibt auch Anton Sperger um, er ist Wirt des Spitalgartens in Stadtamhof. „Ich brauche Sicherheit“, betont er. Das ist auch der Grund, warum er den Großteil seines Biergartens erst Mitte April öffnen wird. Im Moment stehen allerdings bereits 220 Sitzplätze im Freien zur Verfügung. Für Sperger ist die Biergarten-Saison immens wichtig. „Es ist meine Existenz.“ Dennoch wartet er lieber noch darauf, dass das Wetter beständig gut ist. Er habe rund 650 Plätze im Biergarten, sagt der Wirt. „Da brauchen wir eine ganz andere Mannstärke.“ Grundsätzlich sei es immer noch beschwerlich, genug Personal zu finden. „Es wird jedes Jahr schwieriger.“ Er habe seine Mannschaft ebenfalls noch nicht komplett beisammen. Das hört Sperger von vielen Kollegen. Der Wirt ist auch Kreisvorsitzender des Gaststättenverbands Dehoga. „Viele Wirte reagieren mit Ruhetagen oder geänderten Öffnungszeiten auf die angespannte Personallage.“
Die gestiegene Mehrwertsteuer belaste die Branche weiterhin, sagt Sperger. Zur Biergarten-Saison werde das Bier aber nicht noch mal teurer. „Das wäre ungut – und unfair für die Gäste. Der Preisschock im Januar hat gereicht.“ Er stellt fest, dass die Leute trotz gestiegener Preise nicht seltener zum Essen gingen. „Die Gäste sind aber zurückhaltender. Sie bestellen eine kleinere Portion oder einen zweiten Teller zum Teilen. Der Pro-Kopf-Umsatz sinkt.“
Neben der Kreuzschänke hat auch die Goldene Ente am Donauufer in der Badstraße eine neue Pächterin. Seit Januar steht Christine „Christl“ Ainöder hinter dem Tresen. Wobei, da muss man präzise sein: „Küche, Service, Tresen: Ich mach’ alles“, sagt Ainöder und lacht. Die Übernahme sei ein bisschen stressig gewesen. „Auch weil wir alles neu einrichten mussten.“ Anfang März habe sie offiziell aufgesperrt. „Es ist gut angelaufen. Alle Stammgäste sind wiedergekommen.“ In der Goldenen Ente gehe es familiärer zu als in anderen Wirtshäusern, findet Ainöder. „Deswegen habe ich es auch gemacht.“ Einige Tische vor dem Haus stehen schon bereit, die Biergarten-Saison in der Goldenen Ente wird allerdings erst in einigen Wochen eingeläutet. „Am Donnerstag ist die neue Außentheke gekommen.“ Eventuell, sagt Ainöder, möchte sie auch noch etwas an der Beleuchtung ändern. „Die ist gerade noch etwas grell.“ In einem Eck vom Biergarten möchte sie unter Umständen einige Stehtische platzieren. „Das ist nicht typisch für einen Biergarten. Aber es kommt bei den Leuten gut an.“
Gras im Garten? Unpassend!
Ihr Biergarten sei vor allem eines: gemütlich. „Es ist einfach schön, an der Donau zu sitzen. Und hier kennt jeder jeden.“ Das Geschäft draußen, sei „mit das wichtigste im ganzen Jahr“.
An der Karte hat Christl Ainöder ein wenig geschraubt. „Wir haben einen italienischen Touch mit reingebracht. Das war meine Idee, weil ich Italien einfach liebe.“ Künftig gibt es in der „Antn“ ein italienisches Brotzeitbrettl mit Focaccia, eingelegten Tomaten, Parmaschinken und Parmesan. Ainöder legt viel Wert auf Handwerk: „Bei uns ist wirklich alles selber gemacht.“ An den Preisen habe sich indes wenig geändert. Das, was im vergangenen Jahr schon auf der Karte stand, bleibe gleich teuer. „Ich versuche, das möglichst human zu gestalten. Ich möchte, dass die Leute kommen und Spaß daran haben, essen zu gehen.“ Die Personalsuche beschäftigt auch die neue Wirtin der Goldenen Ente. Gerade sei sie noch auf der Suche nach einem Koch. „Im Sommer, wenn Vollgas ist, brauchst du einfach jemanden, wo es funktioniert.“ Aber vielleicht, verrät Ainöder, sei sie dahingehend schon fündig geworden. „Das werde ich am Sonntag mal testen.“
In Einem sind sich die Wirte einig: Trotz Entkriminalisierung können sie auf Marihuana-Schwaden in ihren Biergärten verzichten. Kreuzschänke-Chef Koch sagt: „Ich finde es einfach störend. Grade beim Essen. Und wir sind ein familienfreundliches Lokal.“ Gras passe da einfach nicht dazu. Auch Anton Sperger betont: „Ich finde es im Biergarten einfach unpassend. Es sind eigentlich immer Familien da.“ Christl Ainöder ergänzt: „Es kann jeder machen, was er will, aber es passt einfach nicht, wenn Kinder da sitzen. Wenn jemand was rauchen will, kann er sich ja an die Donau setzen. Das sind zwei Meter und alles ist gut.“
In einer ursprünglichen Version des Textes hieß es, dass Anton Sperger seinen kompletten Biergarten erst Mitte April öffnen wird. Das stimmt so nicht, wir haben diesen Fehler korrigiert und bitten, ihn zu entschuldigen.
