Gut 120 Skitage am Großen Arber – eine der schlechtesten Saisons am Hohenbogen

„Die Skisaison 23/24 war sehr gut. Wir fahren immer noch“, berichtet Arberbergbahn-Chef Thomas Liebl erfreut. In der Tat ist der Osthang noch geöffnet. „Bis Ostern durchgefahren“ bedeutet bereits 120 Betriebstage. Nicht ins Schwärmen kommt dagegen Markus Müller, Geschäftsführer der Hohenbogenbahn: „Unterm Strich 25 Skitage und gut zehn Flutlichtabende. Es war nicht die schlechteste Saison, aber eine doch sehr schlechte.“
Am höchsten Berg des Bayerischen Waldes ging es bereits am 2. Dezember los. Bis 30. März summierten sich 120 Betriebstage. Je nachdem, wie es diese Woche aussieht, bleibt das Osthanggebiet noch geöffnet. „Ähnlich wie in den Alpen, fahren die Gäste mit der Gondel hinauf, frönen oben dem Skispaß, und kehren dann mit der Gondel wieder ins Tal zurück“, schildert Thomas Liebl.
Komplett Naturschnee
Das sei nur dadurch möglich, dass Frau Holle in der Gipfelregion kräftig die Betten ausgeschüttet hat. „Der Osthang hat komplett eine Naturschneeauflage“, bestätigt der Bergbahn-Chef. Es hat dort Anfang Dezember ergiebig geschneit, und dann immer wieder, so dass die Auflage auf eine passable Höhe wuchs. „Deshalb schaut es dort selbst um die Feiertage noch relativ gut aus. Für den Arber ist dies nichts Ungewöhnliches. Der Bayerwaldkönig blickte an Ostern schon oft weiß ins Tal“, schildert der Betriebsleiter. Die Leute in den Nachbargemeinden geben ihm bei dieser Feststellung unbestritten recht.
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Die guten Pisten seien letztendlich „dem Pizzaeffekt“ zu verdanken. Schon vor fünf Jahren war der Laser-Scanner des Snow-Sat-Systems im Einsatz. Dieser hat den Untergrund abgescannt. Es zeigt dem Pistenbullyfahrer auf dem Monitor bis auf drei Zentimeter genau an, wo der Schnee gebraucht wird, so dass effizient präpariert werden kann. „Es ist ein technisches Wunderwerk, das sich heuer wieder extrem bewährt hat“, schlussfolgert der Betriebsleiter.
Thomas Liebl schwört am Großen Arber auf die drei M`s „Mensch – Maschine – Material“. „Wir haben eine junge, Top-Mannschaft“, lobt er seine hervorragenden Mitarbeiter, aber nicht nur bei den Seilbahnen, sondern genauso in der Gastronomie. „Die Menschen sind das wichtigste Kapital.“ Die zweite Säule sind die Maschinen mit ihrer hochmodernen Technik. „Das Material ist in erster Linie der Schnee“, komplettiert der Bergbahn-Chef sein Erfolgsrezept. Im vergangenen Winter wurde mit den stationären Kanonen aufgrund der kalten Temperaturen „normal beschneit“, nicht mehr, als die letzten Jahre.
Auch am Hohenbogen freute man sich Ende November/Anfang Dezember über den Naturschnee, der eigentlich eine vielversprechende Saison verhieß. Es herrschte zudem Frost und tiefe Temperaturen, so dass das zusätzliche Beschneien gut klappte. „Am 8./9. Dezember war Saisonstart“, erinnert sich Markus Müller. Nach diesem sehr guten Auftakt am selbigen Wochenende setzten, wie befürchtet, kontinuierlich mildere und regnerische Witterung ein. „An Weihnachten war kein Skibetrieb mehr möglich“, bedauerte der Geschäftsführer. Er hatte sogar tagelang die Sommerrodelbahn in den Weihnachtsferien am Laufen. „Das war nicht Fisch und nicht Fleisch, weil das Ganze weder als Sommer- noch Winterwetter einzuordnen war.“
Erst Mitte Januar wurde es wieder richtig kalt, so dass eine Beschneiung möglich war. „Wir sind mittlerweile so aufgestellt, dass wir in drei Tagen eine gute Piste präparieren können. So gesehen, war die Investition in der Vergangenheit absolut richtig“, schildert Müller. Fortan erfreute die Einheimischen und Gäste bis Ende Januar eine gute Piste und schönes Wetter. „Leider waren nirgends Ferien und abgesehen vom Wochenende, dementsprechend wenige Skifahrer auf dem Hang“, berichtet der Neukirchner Bürgermeister. Im Februar, als abwechselnd in den Bundesländern Faschingsferien gewesen wären, trat schon wieder die Kehrseite der Medaille ein. „Es wurde wieder mild, zum Teil regnerisch und somit war kein Skibetrieb mehr möglich“, war Müller schon ein wenig enttäuscht, dass der Zauber Anfang Februar wieder vorbei war.
25 Skitage unter dem Strich
Unterm Strich waren es 25 Skitage und gut zehn Flutlichtabende. „Es war nicht die schlechteste Saison, aber eine sehr schlechte“, lautet sein Fazit. Zwischenzeitlich läuft der Sommerbetrieb an. Die Sesselbahn mit der Sommerrodelbahn sei bereits in den Osterferien täglich ab 10 Uhr in Betrieb.
