Hochzeit in Cham: Romantik unter freiem Himmel muss warten

Eine Heirat im Freien, das hat was Romantisches. Viele haben da gleich die tränentreibenden Filmbilder vor Augen, vom sonnenbeschienenen weißen Strand mit Rosenbogen und Kerzenschein. Romantisch heiraten im Freien geht auch im Landkreis – etwa in Roding am Regenufer oder in Falkenstein auf der Burg. Nur in Cham geht das bislang nicht – wer das haben will, der muss mit der Heirat noch warten.
Vor allem der extra angelegte Heiratsplatz in Roding, den die Stadt für Trauungen hat bauen lassen, spornte auch die Chamer Fantasien an, eine Hochzeit unter freiem Himmel auch in der Kreisstadt möglich zu machen.
Im September 2022 stellte dann Frank Aumeier für die Freien Wähler den Antrag, verschiedenste Plätze wie Spitalgarten, Biertor oder das Wicki-Wäldchen prüfen zu lassen. Hintergrund seines Antrags seien immer wieder aufkommende Nachfragen von Bürgern zu Trauungen an solchen Orten gewesen.
Bislang Trauungen nur im Rathaus
Bislang trauen die Standesbeamten der Stadt nur im kleinen Sitzungssaal oder im Alten Bürgermeisterzimmer des Rathauses. Sicher könnte der Stadtrat auch Orte im Freien dafür widmen lassen. Doch stimmen da die Voraussetzungen für eine ungestörte Trauung?
Der Antrag der Freien Wähler löste jedenfalls unter den Stadträten anderer Fraktionen weitere Vorschläge für geeignete Örtlichkeiten aus – denn romantische Ecken hat die Stadt eigentlich in Hülle und Fülle, nur heiraten kann man da nicht. Viele Orte wurden genannt – und gleichzeitig später von der Verwaltung hinterfragt und auf Eignung geprüft.
Suche nach passender Location
„Wir haben hin und her diskutiert“, sagt Bürgermeister Martin Stoiber heute in Erinnerung an die Debatte. Zu jedem vorgeschlagenen Platz gab es immer auch Fragen, wie eine Trauung dort zu händeln sei. Beim Graßlturm am Spitalgarten etwa müsste zunächst einmal der Innenraum hergerichtet werden, um dorthin flüchten zu können, falls das Wetter nicht mitspielt. Zudem fehle dort eine gerade Fläche für die Zeremonie. Beim Wicki-Wäldchen fehle eine Überdachung, zudem müssten dorthin immer dann die Tische, Stühle und anderes gebracht werden.
Im Garten hinter der Stadthalle gebe es bei Regen zwar Rückzugsmöglichkeiten in die Tagungsräume, doch müssten dann gleich immer zwei Orte hergerichtet und auch aufgeräumt werden, merkte jetzt Verwaltungschefin Sigrid Stebe-Hoffmann auf Nachfrage an. Zudem müsse dort vorher der Platz gesäubert werden von Alltagsmüll. Wer solle das machen? Das sei ein großer Aufwand, den es zu vermeiden gelte.
Rahmen muss gegeben sein
Neben dem Cordonhaus habe Claudia Zimmermann im Stadtrat auch das neue Begegnungszentrum St. Michael, das gerade gebaut werde, ins Spiel gebracht. Dort am Stadtpark sei so etwas sicher auch möglich. Einfach so irgendwo heiraten, sei nicht möglich, sagte die Verwaltungschefin. Zum einen müsse der Platz vom Landratsamt anerkannt werden, zum Zweiten müsse dort ein würdiger Rahmen gegeben sein.
Grundsätzlich sei er schon dafür, einen solchen Platz für Hochzeiten zu widmen, so Martin Stoiber. Doch müssten die Voraussetzungen stimmen. Am Ende der Diskussion im Stadtrat sei man auf den Innenhof des Cordonhauses als passenden Ort gekommen, dort, wo im Untergeschoss des Gebäudes vor dem Umzug an den Marktplatz die Tourist-Info gewesen sei, seien Ausweichmöglichkeiten bei Wetterkapriolen, dazu sei der schön gestaltete Innenhof mit Säulengang durchaus würdig für solch eine Feierlichkeit.
Das Problem liegt jedoch im anstehenden Sanierungsbedarf, um neue Veranstaltungsräume zu schaffen. Die Räume sollen baldmöglich grundsaniert und umgebaut werden. In diesem Sommer würden die Planungen beendet und vorgestellt – er hoffe, dann 2025 mit dem Umbau beginnen zu können, so Stoiber.
Das Geld sei bereits im Haushalt vorgesehen. Was im Cordonhaus noch schwierig zu lösen sei, sei die Barrierefreiheit, mit der man sich beschäftigen müsse.


