Logistik-Zentrum von Kuchlbauer erhält eine grüne Fassade

Die Baustelle beim kommenden LogistikZentrum der Brauerei Kuchlbauer schreitet voran. Geschäftsführer Jacob Horsch hat sich dabei einer nachhaltigen Bauweise verschrieben – grüne Fassaden sollen ein sichtbares Zeichen dafür sein. Sie sind ein Novum in der Region.
Von der Staatsstraße zwischen Abensberg und Offenstetten aus ist eine der zwei Grünfassaden schon gut zu erkennen. Ihr äußere Schicht besteht aus insgesamt 38 Pflanzenarten, die in der Region heimisch sind – etwa der Bergonie, dem Kletterspindelstrauch oder die Heckenkirsche.
Die Wurzeln einzelner Pflanzen befinden sich in quadratischen Taschen, in denen Nährstoffe stecken. Die wiederum sind an einem Metallgerüst befestigt. Durch Löcher in den Taschen sprießen die Pflanzen .
Rund zwei Wochen werden die Arbeiter einer Spezialfirma aus Holland laut Horsch insgesamt beschäftigt sein, die Fassaden zu gestalten. Bei einem Ortstermin erklärt er dieser Pflege dieser lebendigen Fassaden. In Bodennähe sind einige Lücken, wo die beschriebenen Taschen mit Pflanzen noch fehlen. Dort ist das Bewässerungssystem zu erkennen. Es besteht aus Schläuchen, die in regelmäßigen Abständen durchlöchert sind. Dieses Tröpfchensystem, bei dem ständig Wasser durch die Leitung läuft, kommt in der Hallertau auch bei Hopfengärten zum Einsatz.
Eine Heizung ist nicht nötig
Grundsätzlich betont Horsch, dass es sich um ein langlebiges System handelt. Es werde wohl höchstes vorkommen, dass Vögel hin und wieder einzelne Pflanzenteile herausreißen. Um solche Schäden werde sich ein Gärtner kümmern.
Gemeinsam mit dem Gründach sollen diese Fassaden das Gebäude auf natürliche Weise dämmen. Horsch geht davon aus, keine Energie fürs Heizen oder Kühlen einsetzen zu müssen. In einer Pressemitteilung des Unternehmens sind weitere Vorteile dieser Bauweise aufgezählt: Die Materialien sind nachwachsend und nicht aufwendig industriell produziert. Zusätzlich filtern die Pflanzen Schadstoffe aus der Luft und tragen zur Verbesserung der Luftqualität bei. Sie schützen und fördern die heimische Artenvielfalt, weil sie Nahrung und Lebensraum für kleine Tiere bieten. Künstliches Licht soll nicht zum Einsatz kommen, dafür sollen große Fensterflächen und Lichtkuppeln auf dem Dach sorgen.
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Die Logistikhalle besteht zu großem Teil aus Holz aus der Region, wie Horsch weiter erklärt. Das sei ein weiterer Baustein seines nachhaltigen Konzepts. Insgesamt kämen 80 Prozent der verarbeiteten Materialien aus der näheren Umgebung. Wo immer es gegangen sei, sind Aufträge an hiesige Firmen gegangen.
Den Strom, den man auf dem Gelände benötige, werde mittels Photovoltaik erzeugt. Auf dem Gelände sollen allein Elektrofahrzeuge zum Einsatz kommen, die mit diesem Strom versorgt werden.
Grundsätzlich laufe die Baumaßnahme laut Horsch nach Plan. Er geht davon aus, dass die Halle, von der aus in Zukunft Kunden mit den Produkten der Brauerei beliefert werden, im Laufe des Mai in Betrieb geht. Eine offizielle Eröffnung sei vorgesehen – noch gebe es aber keinen Termin dafür. Denn die Arbeiten an den Außenflächen stehen noch an.
Für Bienen und Menschen
Hier soll es laut Aussagen auf der Internetseite der Firma ebenso um Nachhaltigkeit gehen. Es sollen darüber hinaus Flächen entstehen, auf denen Mitarbeiter sich erholen können. Geplant ist demnach, 35 Bäume zu pflanzen, eine Blühwiese und einen Teich anzulegen. Entstehen soll ein Obstgarten, man wolle Bienenvölker ansiedeln. Das mittelfristige Ziel sei laut Horsch, das neue Logistikzentrum als klimapositiven Standort zertifizieren zu lassen.
Dafür sei jedoch die erste Voraussetzung, dass dort mindestens ein Jahr lang der Betrieb läuft. Klimapositiv bedeutet laut Definition, dass am Standort mehr klimaschädliche Emissionen verhindert beziehungsweise gebunden als verursacht werden.
Laut Geschäftsführer Jacob Horsch ist die Firma an ihrem Standort an der Römerstraße an ihre Kapazitätsgrenze gekommen. Vor allem wären weitere Lagerflächen notwendig.
Das sind die Gründe für das Projekt
Die entstehen jetzt an der Auffahrt zur Bundesstraße 16. Frisch gebrautes Bier in Kästen soll dort lagern, bevor es an Kunden ausgeliefert wird. Die nahe Anbindung an die Bundesstraße sei ein Vorteil zur jetzigen Situation.
In Zukunft müssten nicht mehr große Lastwägen durch die Stadt fahren. Das helfe auch der Kommune, weil die Verkehrsbelastung abnehme. Mit kleineren Transportern werde das Bier von der Römerstraße zum Logistik-Zentrum transportiert. Es werden insgesamt deutlich weniger sein als bisher. Um das Zentrum gut an die Straßen anzubinden, wurde im Vorfeld ein Kreisverkehr gebaut.
