Breitband: Furth im Wald bietet letzte Chance für Entschlossene

„In Furth ist nicht alles so einfach, weil wir jede Menge Baumaßnahmen haben. Aber nach meinem Empfinden und den Rückmeldungen aus der Bevölkerung – die mir bekannt sind – ist alles ganz gut gelaufen.“ Bürgermeister Sandro Bauer war beim Pressetermin am Dienstag sichtlich zufrieden mit der Breitband-Versorgung in der Drachenstadt.
Im November 2022 hatte der eigenwirtschaftliche Ausbau der Vodafone gemeinsam mit Nokia begonnen — mit einem Technik-Gebäude im Himmelreich. Heute ist der Bürgermeister froh, dass alles so geklappt hat: „Glasfaser ist ein wichtiges Pfund für den Handel, aber auch ein großer Fortschritt für den Bürger. Die Stadt ist zukunftsfähig im Wettbewerb aufgestellt.“
2800 Haushalte anschließbar
Rolf-Peter Scharfe, Leiter der Glasfaser-Kooperation bei Vodafone, erinnerte daran, dass der Landkreis Cham historisch wenig Infrastruktur gehabt habe und jetzt gerade riesige Fortschritte macht durch das Ausbauprojekt Projekt des Landkreises. „Dieser geförderte Ausbau hat unser eigenwirtschaftliches Projekt erst ermöglicht. Förderung und Unternehmertum wirken hier optimal zusammen“, so Scharfe. Vodafone habe in Furth 27 Kilometer Glasfaser verlegt für rund 30 Millionen Euro und könne insgesamt 2800 Haushalte anschließen.
Im Vertrag seien jedoch „noch nicht so viele Bürger“. Ein Umstand, den Scharfe nicht so recht nachvollziehen kann: 100 Megabit im Download kosten nämlich knapp 40 Euro. „Das ist deutlich günstiger als Angebote von Marktbegleitern mit Kupferkabel und natürlich viel hochwertiger.“ Das Projekt müsse sich aber am Ende rechnen und man benötige die Akzeptanz der Bürger dazu. „Da sind wir auf einem guten Weg“, so Scharfe.
Es gebe dafür jetzt ein Nachzüglerangebot für Schnellentschlossene. „Wer jetzt einen Hausanschluss legen lässt und bucht, bekommt den Hausanschluss nochmal umsonst, obwohl die Straßen schon zu sind!“ Das Bauamt habe Vodafone sehr charmant klar gemacht, dass es jetzt eine Möglichkeit gibt, in die Straßen reinzukommen. Und dann lange nicht mehr.
Lothar Schnelle von Nokia bestätigte die gute Zusammenarbeit mit dem Rathaus. Es habe ein paar Missverständnisse gegeben, die ausgeräumt worden seien. Auch die Leerrohre der Stadtwerke seien mitgenutzt worden.
Bürgermeister Bauer erinnerte daran, dass die Straßenzüge Herrenstraße und Mondscheinstraße aufwändig saniert gewesen seien, als das Angebot der Breitband-Versorgung auf den Tisch kam. Es habe eine gute Einigung gegeben, auch im Sinne der Anwohner, die sich gefragt hätten, ob neu aufgegraben werden müsste. Die Vodafone habe auch dort Leerrohre der Stadtwerke genutzt. Nun gebe es Verhandlungen mit der Konkurrenz. Hier hoffe man auf eine ähnliche Einigung. Scharfe erklärte, es gebe großes Interesse an der Nutzung vorhandener Leerrohre.
Trotzdem haben viele Bürger das Angebot des kostenlosen Hausanschlusses bisher noch nicht genutzt, bedauert Scharfe. Vier Gründe sprechen laut Scharfe für den Anschluss: Glasfaser verbessert die Lebensqualität. Jeder hat einen telefonischen Internetanschluss, der aufgewertet wird für weniger Geld. Und es gebe diese Urangst vor dem Loch in der Hauswand. „Aber das ist dicht. Das garantieren wir. Jeder mögliche Mangel wird behoben. Zudem wird der Wert des Hauses erhöht.“
Scharfe kennt auch die Hauptbegründung für den Nichtanschluss: „Wir hören bei älteren Bürgern immer wieder: Das rentiert sich für mich nicht.“ Diejenigen, die das Haus erben oder hernach einziehen, müssten diese Entscheidung dann aushalten.
Harald Geßner berichtete, dass ohne eine Anschlussquote ausgebaut worden sei. Das Netz sei auf 120 Prozent Belastung ausgelegt und sei damit auch für Nachzügler und die Zukunft geeignet. Es habe, so Lothar Schnelle, irgendwann einen Aufnahmestopp gegeben, weil es während der Ausbauzeit zu aufwändig gewesen wäre. Jetzt sei das wieder möglich.
Wenn der Landkreis nicht ausgebaut hätte, wäre es auch für Furth in der Partnerschaft mit Vodafone schwierig geworden. Scharfe erklärte dazu: „Wenn man sieht, für welchen Preis der Landkreis gefördert ausbaut – das hätten wir nie refinanzieren können, für den Preis, den uns das gekostet hätte.“ Das sei gut angelegtes Geld in die Verbesserung der Lebensverhältnisse im Landkreis. Insbesondere gelte das für das Homeoffice.
Graue Ortsteile im Visier
Der Stadtteil Grabitz, so Bürgermeister Bauer, gehöre zu einem Ring grauer Flecken, der bisher nicht erschlossen werden konnte. Hier gebe es jetzt ein zusätzliches Förderprogramm für den Landkreis. Dann gebe es keine unerschlossenen Gebiete mehr. Eine Zeitschiene dafür könne er nicht nennen. Das Niemandsland zwischen geförderten Gebieten von außen und eigenwirtschaftlich ausgebauten von innen habe bisher mit Kupfer ins Gebirge geschaut.
Für Kurzentschlossene, die den Breitbandanschluss doch noch haben wollen, hat Projektleiter Arvid Stavenhagen folgende Kontakte: Website: www.vodafone.de/roding-furthimwald oder telefonisch unter: 0800 20 30 325 (mit Online-Verfügbarkeitsprüfung). und im Vodafone Shop in Cham, Fuhrmannstr. 19.