Millionenprojekt in Rodinger Ortsteil: Heimat der Kreither Wehr nimmt Formen an

„Das wird optimal für uns“, schwärmt Kommandant Patrick Hofweber, als er einen Rundgang durch das im Entstehen begriffene neue Gerätehaus der FFW Altenkreith an der Mitterdorfer Straße macht. Endlich genügend Platz für Schulungen, Jugend und die Vor- und Nachbereitung der Einsätze werden die Floriansjünger dann haben, gar kein Vergleich mehr zum bestehenden Feuerwehrhaus, „wo wir praktisch alles in der Fahrzeughalle machen mussten.“
Fertigstellung Ende Herbst
Was Hofweber, Vereinsvorsitzenden Alexander Laube, Architekt Florian Brunner vom Büro Quadrat 45° und die „Bauherrin“, Bürgermeisterin Alexandra Riedl, sehr freut: Das knapp 3,5 Millionen Euro teure Großprojekt ist im Zeit- und Kostenrahmen. Die Inbetriebnahme ist für Ende Herbst geplant, eine offizielle Einweihungsfeier wird folgen.
Schon lange war das bestehende Feuerwehrhaus für die derzeit stolze 425 Mitglieder (davon 51 Aktive) zählende Wehr viel zu klein geworden. Das alte Gebäude, 1967 gebaut und 1979 sowie 2004 erweitert, platzt aus allen Nähten. Zudem gibt es Statik-Probleme, der erste Stock ist deshalb bereits seit einiger Zeit gesperrt – ein Problem für die durch die nahe Bundesstraße und das Industriegebiet mit Firmen aus den unterschiedlichsten Branchen viel beschäftigte Feuerwehr.
Der Stadtrat gab einstimmig grünes Licht für einen Neubau, im Frühsommer vergangenen Jahres ging es auf dem Parkplatz im Norden des bisherigen Gerätehauses los. Zuvor hatte Architekt Brunner gemeinsam mit der Feuerwehr, die eigens einen Planungsausschuss gründete, mehrere andere Feuerwehrhäuser besichtigt und sich Ideen eingeholt. „Wir wurden sehr gut miteinbezogen und gefragt, was wir brauchen“, lobt Hofweber die Zusammenarbeit.
Im Entstehen sind nun vier förderfähige Stellplätze für die Feuerwehr-Fahrzeuge, vorher waren es nur zwei. In der Halle werden auch eine Werkstatt, Technikräume und Kraftstofflager integriert. In der Bedarfsplanung sei dies auch so abgedeckt, erläutert Brunner. Den Bau des rückwärtigen Hallenteils übernahm zusammen mit Teilen der Außenanlagen die Feuerwehr selbst.
Über den großen Einsatz der Mitglieder freuen sich sowohl Hofweber und Laube, aber auch Brunner ist voll des Lobes: „Dass so viele Mitglieder so viel in Eigenregie und in dieser Qualität übernehmen, ist alles andere als selbstverständlich“ − und helfe auch, Kosten zu sparen.
Viel mehr Platz als vorher
Außerdem ist ein zweigeschossiger Sozialbau mit Aufzug in der Planung enthalten. Unten sind Umkleiden, Ruheraum, Sanitäranlagen und Büros vorgesehen. Im Obergeschoss wird es Schulungs-, Jugend- und Gemeinschaftsraum geben. Diese sind etwas größer ausgefallen als rein für die Feuerwehr nötig wäre, da das Obergeschoss die Abmessungen des notwendigen Erdgeschosses aufnimmt. Die Flächen seien sinnvoll, das FFW-Haus kann so etwa auch für Bürgerversammlungen oder als Wahllokal genutzt werden und bringt so einen zusätzlichen Mehrwert für Ortsteil und Stadt. Auch eine kleine Küche und einen größeren Kühlschrank wird es geben, um Mannschaft und Besucher besser versorgen zu können.
Das Gebäude passt sich an die bestehende Bebauung in der näheren Umgebung ein und ist mit einem Satteldach auf dem Sozialbau und dem flach geneigten Pultdach auf der Fahrzeughalle auch nicht höher als die umliegenden Gebäude, sagt Brunner.
Die Bauarbeiten schreiten gut voran, wie von außen zu sehen ist. Auch im Inneren gibt es keinen Vergleich mehr zum bisherigen Gerätehaus. Als nächstes steht der Einbau von Heizung-, Lüftungs- und Sanitäranlagen an, später werden sich die einzelnen Gruppen ihre Räume selbst nach ihren Bedürfnissen einrichten. Dazu wurden extra Planungsgruppen ins Leben gerufen.
Planungen laufen schon seit Januar 2021
Der Neubau und die Planungen, die bereits seit Januar 2021 laufen, machen auch Hofweber und Laube viel Arbeit, sie würden es aber sehr gerne machen, betonen beide. „Jetzt sieht man ja auch, dass es gut vorangeht, das steigert die Motivation“, sagt der Kommandant.
Dass ein Projekt in dieser Größenordnung sowohl zeitlich, als auch finanziell nach Plan laufe, sei nicht immer so, unterstreichen der Architekt und Bürgermeisterin Riedl, die sich freuen, dass die neue Heimat der Altenkreither Wehr bald bezogen werden kann.
