Haushalt 2024: Kirchdorf bleibt schuldenfrei

Von Lucia Pirkl · 25. März 2024 um 15:00

Rekordhaushalt für Kirchdorf: „So einen hohen Haushalt hatten wir noch nie“, sagt Bürgermeister Franz Huber. Rund 4,3 Millionen Euro beträgt das Volumen des Haushalts 2024, das die Räte am vergangenen Mittwoch absegneten. Für eine Gemeinde mit nur 955 Einwohnern ist das ein stattlicher Betrag.

Und trotzdem bleibt Kirchdorf schuldenfrei. Das sind die Posten im Einzelnen:

• Verwaltungs- und Vermögenshaushalt: Im Vergleich zum vergangenen Jahr sind sowohl der Verwaltungshaushalt (rund 2,3 Millionen; 2023: 1,99 Millionen) als auch der Vermögenshaushalt mit 1,98 Millionen (2023: rund 1,45 Millionen) gestiegen. Der Anstieg im Verwaltungshaushalt ist vor allem auf die höheren Einnahmen, bei der Gewerbesteuer zurückzuführen.

Beim Vermögenshaushalt sorgen unter anderem das Baugebiet „Am weißen Marter“, der Hochwasserschutz Jauchshofen und die geplante Rathauserweiterung in Siegenburg für einen Anstieg.

• Kreisumlage: Die Kreisumlage wird auf etwa 49,5 Prozent ansteigen. Aufgrund einer veränderten Gewerbesteuerung in 2022, die die Bemessungsgrundlage für die Kreisumlage bildet, steigt der Betrag im Vergleich zum Vorjahr gleich um 45 Prozent: von 447.000 Euro auf 632.000 Euro, „diese bittere Pille müssen wir schlucken“, so Huber. Prognosen sagen voraus, dass, sollten die Kreisumlage nicht sinken, Kirchdorf 2027 gar 800.000 Euro an den Landkreis weiterleiten muss.

• Größe Ausgaben: Vor allem das Baugebiet „Am weißen Marter“ kostet der Gemeinde viel Geld. So sind beispielsweise für den Grundstückserwerb 230.000 Euro veranschlagt. Die Erschießungskosten sind mit 440.000 Euro angesetzt und die Kanalarbeiten mit 260.000 Euro. Einige der Arbeiten waren eigentlich schon für 2023 geplant und wurden jetzt auf 2024 verschoben.

„Wir sind stolz darauf, dass wir in unserem kleinen Kirchdorf im Verhältnis so ein großes Baugebiet mit 27 Parzellen realisieren können, ohne einen Kredit aufnehmen zu müssen, für uns als kleine Gemeinde ist das eine große Nummer“, sagt Huber.

Ein großer Posten mit 300.000 Euro ist auch der Hochwasserschutz in Jauchs-hofen, hier muss noch erweitert und nachgebessert werden. 100.000 Euro sind für die Modernisierung des Mischsystems „Am Sonnenhang“ vorgesehen, noch einmal die gleiche Summe für die Sanierung von Flurwegen.

110.000 Euro werden für den Einbau eines Messschachts, eines Zählerwerks bei Pickenbach fällig. Damit will die Gemeinde herausfinden, wie viel Wasser wirklich in die Kläranlage läuft. Im Herbst muss zudem die Pumpstation in Pickenbach erneuert werden.

Finanziell fordern werden die Gemeinde auch die Investition in die Rathauserweiterung in Siegenburg, die die Kirchdorfer als Teil der Verwaltungsgemeinschaft ja auch tangiert. Die Rathauserweiterung ist mit 178.000 Euro eingeplant.

2027 steht zudem mit dem Beitrag zum Neubau der Kläranlage Siegenburg ein Riesenposten in Höhe von 2,143 Millionen Euro an, „das trifft uns hart, aber das hilft ja nichts“, so Huber.

Weil die Gemeinde heuer weniger an Schlüsselzuweisungen erhält und gleichzeitig mehr an den Kreis zahlen muss, fehlt Geld, gutes Haushalten ist also angesagt, „man kann halt das machen, was man sich leisten kann“, sagt Huber und betont trotzdem: „Wir haben gut gewirtschaftet“.

An einem kleinen Griff in die Rücklagen wird man dennoch nicht herumkommen: 273.000 Euro werden entnommen werden müssen, Geld, das mit dem Verkauf von Baugrundstücken „Am weißen Marter“ wieder in das Gemeindesäckel zurückfließen wird.

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Weitere Themen in der Märzsitzung:

Vergaben: Einer Honorarabrechnung für den Grünordnungsplan für das neue Baugebiet „Am weißen Marter“ vom Landschaftsarchitekturbüro Erwin Fröschl mit 8700 Euro wurde stattgegeben. Der Auftrag, Asphalt- und Flurwege bei Mantelkirchen und in Richtung Allmersdorf zu sanieren, wurde an die Firma Swietelsky mit knapp 80.000 Euro vergeben. Auch die Arbeiten für die Hochwasserrückhaltung Jauchshofen wurden vergeben, und zwar an die Firma Hochschober GbR aus Walkertshofen mit 320.000 Euro. Damit lag da Angebot über der vorherigen Kostenschätzung von 260.000 Euro. Das ALE fördert die Maßnahme mit 170.000 Euro. Im Oktober kam der Förderbescheid, unter der Prämisse, die Maßnahme bis Ende 2024 umzusetzen.

Fernwärme: Dem Antrag der CSU, in Sachen Fernwärme ein bestehendes Projekt genauer in Augenschein zu nehmen, hatten die Gemeinderäte nichts entgegen zu setzen. In Furth bei Landshut gibt es ein Fernwärmeprojekt, das von der Gemeinde selbst betrieben wird, mit der Gemeinde will man einen Ortstermin ausmachen. „Gerade die Erfahrungen in Wenzenbach, in der ein privater Anbieter für die Fernwärme zuständig ist, hat uns ein bisschen abgeschreckt“, so Huber. Die Gemeinde sucht nach Alternativen zu privaten Anbietern, will sich mehr selbst einbringen.

Unterstützung: Auch dem Antrag des BRK-Kreisverbands, dass sich Kirchdorf mit 25 Cent pro Einwohner an einer Spende beteiligt, wurde stattgegeben.

Bürgerversammlung: Die Bürgerversammlung ist am 27. April,