Zahl der Taten ist im vergangenen Jahr gesunken: „Die Sicherheitslage ist sehr gut“

Während der Trend in Bayern und im Bezirk Oberpfalz nach oben geht, ist die Zahl der Straftaten 2023 im Bereich der Polizeiinspektion Roding im Vergleich zum Vorjahr um 10,6 Prozent gesunken. „Es lässt sich hier sehr sicher leben“, sagten daher der Leiter der Polizeiinspektion, Bernhard Hager, und sein Stellvertreter Wolfgang Straka am Donnerstag bei der Vorstellung der Kriminalstatistik.
Die Zahl der Straftaten ging insgesamt von 755 auf 675 zurück. Die Statistik ist damit in Roding entgegen dem Trend, der im Regierungsbezirk Oberpfalz und in Bayern Steigerungen um 6,1 beziehungsweise 5,2 Prozent aufweist. Dies sei erfreulich, allerdings sollte man die Zahlen auch nicht zu hoch hängen, betonten Hager und Straka: Wenn es ein oder zwei Sachbeschädigungs-Serien mehr gegeben hätte, wäre man schnell bei der Zahl aus dem Vorjahr gewesen. Die Statistik zeige aber den hohen Sicherheitsstand, den es im Bereich der Inspektion gäbe, „da-rauf können wir auch stolz sein“, so Hager.
Hohe Aufklärungsquote
Fast gleich blieb mit 71,3 Prozent die Aufklärungsquote (Vorjahr: 71,9 Prozent). Sie liegt damit über den Werten in Bayern (65,2 Prozent) und im Bezirk (69,9). „Das zeigt die große Motivation der Kollegen, Straftaten aufklären zu wollen“, lobte Hager, es werde sehr gute Arbeit geleistet.
Aufgeteilt nach Deliktsfeldern machten Diebstähle mit 25,8 den größten Prozentsatz aus, gefolgt von Vermögensdelikten. 70 Prozent der Taten wurden von deutschen Staatsbürgern begangen, 30 Prozent hatten eine andere Nationalität. Damit sind es mehr deutsche Täter als im Vergleich mit dem Bezirk (62,4 Prozent).
Der Großteil der Taten, 390, spielte sich im Rodinger Stadtgebiet ab. Danach folgen Falkenstein, Schorndorf und Stamsried. „Das geht einfach nach der Größe der Gemeinden“, erläuterte Straka, je mehr Einwohner, desto mehr Straftaten.
Gut für das Sicherheitsgefühl sei, dass die Zahl der Fälle von Straßenkriminalität von 113 auf 91 gesunken sei, sagte Hager. Von den Delikten, die sich vorwiegend auf öffentlichen Straßen, Wegen oder Plätzen zugetragen haben, seien die Bürger meist unmittelbar betroffen. Auch stieg die Aufklärungsquote in diesem Bereich von 22,1 auf 26,4 Prozent.
Leicht nach oben von 154 auf 162 ging die Zahl der Rohheitsdelikte, in der alle Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit registriert werden. Hager verweist dabei auf die fast perfekte Aufklärungsquote von 97,5 Prozent, „Täter haben in diesem Bereich quasi keine Chance, unentdeckt zu bleiben.“
Zahl der Diebstähle stieg
Ebenfalls eine Steigerung, 14,5 Prozent, gab es bei den Diebstählen. Während entgegen dem bayernweiten Trend die Zahl der Ladendiebstähle aber im Raum Roding zurückging, sprang sie bei Fahrrädern von neun auf 17. Hager mahnte deshalb, teure Räder wie E-Bikes oder Pedelecs immer sicher zu versperren.
Deutlich um 31 Prozent nach unten ging die Zahl der Sachbeschädigungen, außerdem stieg die Aufklärungsquote bei diesen Delikten von 18,1 auf 37,5 Prozent. Dies könne aber im kommenden Jahr schon wieder ganz anders aussehen, informierten Hager und Straka, ein oder zwei Serien könnten die Zahlen wieder nach oben gehen lassen.
Selbst überrascht hat den Inspektionsleiter der Rückgang bei Vermögens- und Fälschungsdelikten um 40,2 Prozent auf 127. „Vielleicht zeigt unsere Präventionsarbeit Wirkung und die Bürger sind vorsichtiger“, vermutet er. Um 13,8 Prozent abgenommen haben die Rauschgiftdelikte, 58 wurden im vergangenen Jahr verzeichnet. Positiv sei auch hier die sehr hohe Aufklärungsquote von 92 Prozent. Einen Ausblick will Hager in diesem Bereich nicht wagen, da durch die geplante Teil-Legalisierung von Cannabis „vieles auf den Kopf gestellt werden wird.“ Für die Polizei werde dies keinesfalls eine Entlastung sein, meinte er, im Gegenteil.
Von 54 auf 43 nach unten ging die Zahl an Fällen häuslicher Gewalt, die der Rodinger Polizei gemeldet wurden. Im Gegensatz zu vielen Großstädten sei Gewalt an Schulen im Inspektionsbereich noch kein Thema, sagte Straka, der die Statistik zusammengestellt hatte.
Insgesamt könne die Sicherheitslage im Dienstbereich der Polizeiinspektion Roding als sehr gut bezeichnet werden, sind sich Hager und Straka einig. Jeder Bürger könne sich sicher fühlen.
Präventionsarbeit wichtig
Einen wichtigen Beitrag im Bereich der Prävention leiste auch die Sicherheitswacht, die zu Fuß unterwegs und damit gut ansprechbar sei. Für die Sicherheitswacht werden weitere Freiwillige gesucht, sie können sich gerne bei der Polizeiinspektion melden, informierte Straka.
Zuständigkeit der Inspektion und Sinn der Kriminalstatistik
35000 Menschen leben im Zuständigkeitsbereich: Der Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Roding erstreckt sich über elf Gemeinden und 432 Quadratkilometer. Rund 35000 Menschen wohnen darin.
Zusammenstellung von Straftaten: Die Kriminalstatistik ist eine Zusammenstellung aller der Polizei bekannt gewordenen strafrechtlichen Sachverhalte unter Beschränkung auf ihre erfassbaren wesentlichen Inhalte.
Was nicht erfasst wird: Nicht abgebildet werden Ordnungswidrigkeiten, Verkehrsdelikte, politisch motivierte Delikte, Staatsdelikte sowie im Ausland begangene Straftaten.
Sinn der Kriminalitätsstatistik: Die Kriminalitätsstatistik soll im Interesse einer wirksamen Kriminalitätsbekämpfung zu einem überschaubaren und möglichst verzerrungsfreien Bild der Kriminalität führen. Es gibt bundesweit einheitliche Erfassungskriterien.
Präventionsarbeit stärken: Durch die Kriminalstatistik will die Polizei Kriminalitätsphänomene frühzeitig erkennen. Opfer-, Täter- und Tatortspezifische Umstände werden ausgewertet und dienen der Präventionsarbeit.