Mehr Straftaten als im Vorjahr, aber: „Roding bleibt sicher“

Die Zahl der Straftaten im Bereich der Polizeiinspektion Roding ist im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2021 deutlich angestiegen. Trotzdem sei es in Roding sehr sicher, betont Inspektionsleiter Bernhard Hager. Bei der Vorstellung der Kriminalstatistik erläuterte er, wieso das so ist.
Roding sei keine Insel und könne sich dem bayernweiten Trend nicht entziehen, sagte der Leiter der Polizeiinspektion Roding, Bernhard Hager, bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für 2022, die deutlich höhere Fallzahlen als im (Corona-)Jahr 2021 aufweist. Hager stellt aber klar: Die Sicherheitslage im Dienstbereich der Rodinger Polizeiinspektion sei sehr gut, „jeder Bürger kann sich sicher fühlen“. Und: „Andere Städte, vor allem außerhalb Bayerns, wären froh, wenn sie unsere Zahlen hätten.“
Hager dankte seinem Stellvertreter Wolfgang Straka, der die Kriminalstatistik erstellt hat, ebenso Joachim Zisler, der für dieVerkehrsdatenverantwortlich zeichnete: „Das ist viel Arbeit neben der eigentlichen Arbeit.“
Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Roding wohnen etwa 34000 Menschen in elf Gemeinden auf einer Fläche von ungefähr 43200 Quadratkilometern. „Die Zahl der Einwohner nimmt ständig zu, die Zahl der Polizeibeamten dagegen bleibt gleich“, merkte der Dienststellenleiter an.
Steigerung um 13,4 Prozent
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 755 Straftaten registriert, 13,4 Prozent mehr als 2021 (666). Damit ist Roding aber kein Ausreißer nach oben, sondern sogar noch unter dem Schnitt: Im Regierungsbezirk Oberpfalz betrug die Steigerung 20,5, in Bayern 13,9 Prozent. „Wir können uns dem Trend nicht verschließen“, sagte Hager, der als Gründe vor allem die Zunahme der Bevölkerung, das Ende der Corona-Maßnahmen und den Anstieg in der Internet-Kriminalität sieht: „Letzteres hatten wir etwa vor ein paar Jahren noch quasi gar nicht.“
438 Straftaten ereigneten sich im Rodinger Stadtgebiet, was nicht verwunderlich sei: Je weniger Menschen in den Gemeinden leben, desto weniger Verfehlungen gäbe es auch, erläuterten Hager und Straka. Leicht gesunken von „sagenhaften“ 79,4 auf 71,9 Prozent ist die Aufklärungsquote der Rodinger Polizeiinspektion. Sie liegt damit aber weiter über dem Schnitt in Bayern (67,7 Prozent) und leicht unter der im Bezirk Oberpfalz (74,2 Prozent). Mit diesem Ergebnis zeigte sich Hager sehr zufrieden: „Die Beamten leisten tollte Arbeit“, sagte er. Einige Delikte, vor allem im Internet, seien nur sehr schwer aufzuklären. Nehmen diese Fälle zu, sinke die Aufklärungsquote.
Mithilfe der Bevölkerung gefragt
Ebenso alles andere als leicht aufzuklären seien Fälle der Straßenkriminalität. In diesem Bereich gab es eine Erhöhung von 57 Prozent von 72 auf 113 Fälle. „Wir sind da oft auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen“, betonte Hager, der bittet, verdächte Beobachtungen bei der Polizei zu melden. Immerhin stieg die Aufklärungsquote in diesem Sektor von 18,1 auf 22,1 Prozent.
Dagegen wurden nahezu alle 154 (Vorjahr: 120) Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen oder Raub aufgeklärt, die Quote liegt bei 95,5 Prozent. „Da sind die Täter meistens bekannt oder relativ leicht zu ermitteln“, weiß der Dienststellenleiter. Von 109 auf 152 stieg die Zahl der Diebstähle. Deutlich nach oben gingen etwa Ladendiebstähle von elf auf 44. Ebenso gab es vier statt einem Wohnungseinbruch, alle konnten aber aufgeklärt werden, berichtete Straka.
Die Menschen dürfen sich nach demEnde der Corona-Maßnahmenwieder frei bewegen – und benehmen sich dabei auch öfter mal daneben. So stieg die Zahl von Sachbeschädigungen und Vandalismus im Dienstbereich der Rodinger Inspektion von 72 auf 104, bei Autos von 20 auf 30 und bei sonstigen Sachbeschädigungen auf Straßen und anderem von 18 auf 29. Auch hier appelliert Hager an die Bevölkerung, Beobachtungen mitzuteilen.
Weniger Drogendelikte
Vor allem durch Fälle im Internet stieg die Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte um 59 Prozent von 80 auf 127. Trotz der Schwierigkeiten lag die Aufklärungsquote bei „sehr guten“ 79,5 Prozent.
Einen deutlichen Rückgang von 92 auf 58 gab es dagegen bei den Rauschgiftdelikten. Das liege unter anderem auch daran, dass einigen früheren Tätern mittlerweile der Prozess gemacht worden ist: „Teilweise wurden Haftstrafen verhängt, teilweise war es den Tätern zumindest für eine Zeit eine Lehre“, berichtet Hager. Es gelte, auch in diesem Bereich am Ball zu bleiben und Präventionsarbeit, vor allem an den Schulen, zu leisten, betonte er.
„Roding ist weiter sicher. Wir nehmen die Sorgen der Bürger sehr ernst“, meinte Hager abschließend.
Definition, Sinn, Zweck und Inhalte
Definition: Die Kriminalstatistik ist eine Zusammenstellung aller der Polizei bekannt gewordenen strafrechtlichen Sachverhalte in einem Jahr unter Beschränkung auf ihre erfassbaren wesentlichen Inhalte. Sie soll im Interesse einer wirksamen Kriminalitätsbekämpfung zu einem überschaubaren sowie auch möglichst verzerrungsfreien Bild der anzeigten Kriminalität im Bereich der örtlichen Polizeiinspektion führen.
Sinn, Zweck und Inhalte:
