IHK-Gremium Schwandorf diskutiert mit der Politik: Bürokratie hemmt die Wirtschaft

Von Mittelbayerische Zeitung · 21. März 2024 um 15:00

Die Wirtschaft in der Region braucht weniger bürokratische Hürden, dafür mehr Verlässlichkeit: Darüber waren sich die Unternehmer des IHK-Gremiums Schwandorf kürzlich bei ihrer Frühjahrssitzung einig.

Zu Gast bei der Heidelberg Materials AG in Burglengenfeld, diskutierten die Mitglieder laut einer Pressemitteilung mit den Landtagsabgeordneten Alexander Flierl (CSU) und Martin Scharf (FW) sowie dem stellvertretenden Schwandorfer Landrat Richard Tischler (FW) über aktuelle Fälle von Bürokratiehemmnissen und Lösungsansätze.

Döpfer fordert „weniger Zügel“

„Die zunehmende Bürokratie in Deutschland entwickelt sich zu einem immer größeren Problem für die Wirtschaft“, betonte Gremiumsvorsitzender Hubert Döpfer. Er brachte Beispiele aus dem unternehmerischen Alltag in die Diskussion ein. Dazu gehörten umfangreiche Meldepflichten, die beispielsweise das Bundes-Lieferkettengesetz verursache, genauso wie aufwendige Visa-Verfahren für ausländische Fachkräfte.

Passend zum Motto der Diskussion „Bürokratie: entschlacken, beschleunigen, vereinfachen“ forderten die Gremiumsmitglieder, die Politik müsse zuhören, Fragen stellen und Lösungen umsetzen. Auch Verhältnismäßigkeit und Nutzen von Regelungen und Gesetzen sollten regelmäßig hinterfragt werden.

„Eine Welt ohne Bürokratie mag ein utopischer Wunsch sein, aber für die Wirtschaft sind weniger Zügel und mehr Verlässlichkeit unerlässlich, um ein erfolgreiches wirtschaftliches Umfeld zu schaffen“, erklärte Döpfer.

Flierl, Scharf sowie Tischler bedankten sich für die offenen Worte. Rainer Kambeck, Bereichsleiter Wirtschafts- und Finanzpolitik der Deutschen Industrie- und Handelskammer, gab den Unternehmern in einem Vortrag einen Einblick, wie übermäßige Bürokratie auf Bundes- und EU-Ebene bekämpft wird. Zu den bereits ergriffenen Maßnahmen gehöre beispielsweise die Einsetzung des bayerischen Normenkontrollrats.