Die Guerickestraße bleibt weiter schön grün – Projekt wird sogar erweitert

Von Jürgen Scharf · 20. März 2024 um 19:00

In der Guerickestraße wird es auch dieses Jahr wieder kräftig blühen und grünen. Möglich macht dies das Nachbarschaftsprojekt von Jakob Friedl mit dem Förderverein für unter- und überirdische Urbanismus-Forschung. Und nun wurde sogar erweitert.

Der umtriebige Kunstverein hatte vor mehreren Jahren in der Guerickestraße 71a einen leerstehenden Geschäftsraum übernommen. Dies wurde die Basisstation eines multi-disziplinären Stadtteil-Projekts. Die Menschen gehen hier ein aus, im Winter gibt es einen Christbaum-Verkauf – und im Frühjahr und Sommer wird gegartelt. Der Verein erhielt vor zwei Jahren nämlich von der Stadtbau, der das Grundstück und die Gebäude gehören, die Erlaubnis, den Grünstreifen am Gehsteig zu bepflanzen.

Nachbarn packen mit an

Dort gibt es nun mit Schrifttafeln etikettierte Mini-Beete, in denen Johannisbeeren, Rosmarin, Tomaten, Schnittlauch, Kornblume, Bechermalve oder die Jungfer im Grünen wachsen. Gehegt und gepflegt wird alles von Friedl und seinen Mitstreitern. Auch einige Nachbarn packen regelmäßig mit an. Das Projekt wurde auch von Stadtbau-Chef Götz Kessler bereits ausdrücklich gelobt: „Ich finde, dass man Eigeninitiativen immer unterstützen muss. Was gibt es Besseres, als wenn Menschen sagen, dass sie was für die Gemeinschaft tun wollen.“ Alles müsse sich „natürlich in einem gewissen Rahmen“ bewegen, sagte er. Es ist also auszuschließen, dass demnächst die kompletten Hausfassaden zugewachsen sind. So wie es jetzt läuft, scheint es aber allen zu passen. Kessler äußerte einst auch die Hoffnung, „dass ganz viele Mieter mitmachen und dadurch der Zusammenhalt in der gesamten Siedlung gestärkt wird“.

Zuletzt wurde das Nachbarschaftsprojekt sogar erweitert. Hinter dem Haus werden nun auch mehrere Mietergärten bepflanzt. Friedl sagt, dass es nach wie vor viele positive Reaktionen gebe. Manchmal auch ganz spontan von Passanten. Durch die Gärten liege einfach dieser Duft von Natur in der Luft, erzählt er, das gefalle den Leuten. Und sich in einem „essbaren Garten“ direkt vor der Haustür einfach mal ene Tomate pflücken zu können natürlich auch. Informationsbedarf gebe es zumeist nur zu den Stellen, die der Verein bewusst unberührt lasse: „Damit auch mal was wuchern kann, damit mal ein paar Schmetterlinge kommen.“

Damit Missverständnisse aber erst gar nicht aufkommen, wird es im April wieder einen Informationsabend in den Verreinsräumen für alle Hausbewohner geben. Dann wird Friedl gemeinsam mit Vertretern der Stadtbau erläutern, was der Verein alles macht und was für die Zukunft geplant ist.

Vieles gut eingespielt

Bei den bepflanzten Grünstreifen, sei nun, im vierten Jahr, vieles bereits gut eingespielt, erzählt er. Etliche Beete müssten nun „nur“ noch nachgepflanz werden: „Es wird auch insgesamt dichter und es ist natürlich besonders schön, wenn sich Pflanzen, die einfach mehrere Jahre brauchen, um sich richtig zu entwickeln, nun endgültig Gestalt annehmen.“ Das grüne Projekt ist für Friedl sowieso eine Herzensangelegenheit: „Garteln war schon immer ein ganz großes Hobby von mir“, erzählt der gelernte Bildhauer und studierte Künstler.

Um das Sortiment zu erweitern, setzt Friedl auf Spenden aus der Bevölkerung. Es werden Ableger zum Einpflanzen benötigt: „Insbesondere Pfefferminze oder verschiedene Melisse-Sorten, zudem auch sehr gerne Himbeeren und Kiwis sowie allgemein Kräuter und Stauden.“

Wer Ableger hat, kann Friedl zufolge in der Guerickestraße 71a einfach vorbeischauen: „Es ist meistens jemand da.“ Es kann auch telefonisch unter (0176) 97879727 oder per Mail an jakob@ribisl.org ein Termin vereinbart werden. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.parkversorgung.de.