Bankeinbruch in Ihrlerstein: Hatte der Täter gute Ortskenntnisse?

Mit brachialer Gewalt gingen erneut ein oder mehrere Täter eine Bank im Landkreis Kelheim an. Diesmal traf es die Raiffeisenbank in Ihrlerstein. Am Montag deutete sich an, es gab wohl Hintergrundwissen zum Gebäude.
In der Nacht von Freitag auf Samstag verschaffte sich ein Unbekannter gewaltsam Zutritt zu der Bank in der Ihrlersteiner Hauptstraße, teilte das Polizeipräsidium Niederbayern Montagvormittag mit.
Samstagfrüh gegen 0.40 Uhr hatte der Täter versucht, den Tresor des Geldautomaten zu öffnen. Dabei blieb es aber laut Polizeimeldung. Das Vorhaben scheiterte. Kurze Zeit später verließ der Einbrecher ohne Beute das Gebäude. Dafür entstand am Gebäude ein Schaden in Höhe von circa 10.000 Euro.
So wird der Täter von Ihrlerstein beschrieben
Die Videoüberwachung der Bank lieferte folgende Täterbeschreibung: männlich, circa 1,80 Meter groß, schwarzer Kapuzenpulli, schwarze Sturmmaske und Handschuhe.
Die Kriminalpolizei in Landshut ermittelt. Gesucht werden nun Zeugen, die etwas Verdächtiges beobachtet haben oder sonst sachdienliche Hinweise geben könnten. Kontakt: Tel. (0871)9252-0. Christoph Schweiger, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Kreis Kelheim, wird auf Nachfrage unserer Zeitung ein wenig konkreter. So bestätigte er, dass der oder die Täter über das Rathaus in die Bankräume eindrangen. „Früher gab es vom Foyer einen Zugang zu unserer Filiale.“ Diese Tür sei aber vor gut zehn Jahren entfernt und durch ein Wandelement ersetzt worden. „Und genau dort hat der Täter angesetzt.“
Bankchef: „Das macht mich nachdenklich“
Für Schweiger ist das ein Indiz, dass der Einbrecher von der früheren Zugangstür wusste. „Das macht mich nachdenklich.“ Auch eine weitere Wand innerhalb der Bank sei durchbrochen worden, um an den Geldautomaten zu gelangen.
Die Einbruchmeldeanlage habe funktioniert, die Polizei sei „sehr schnell“ vor Ort gewesen. „Deshalb flüchteten die Täter auch ohne Beute.“ Der Vorstandsvorsitzende geht von mehr als einem Einbrecher aus. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass einer allein zwei Wände aufstemmt.“ Glücklicherweise sei ein „relativ geringer Sachschaden“ entstanden.
Bürgermeister Thomas Krebs will zum möglichen Tatablauf vorerst nichts sagen und zunächst die Ermittlungen abwarten. Grundsätzlich erklärt er: „Es ist schon erschreckend, dass es in einer so beschaulichen Gemeinde wie unserer zu so einem Einbruch kommt. Da merkt man erst, wie nahe man an Verbrechen ist.“
