Die durchs Feuer gehen: Fast 600 Mal war die Neumarkter Feuerwehr 2023 im Einsatz

Ob Ölspur auf der Autobahn, Großbrand in einer Scheune oder Verkehrsunfälle: Für die Freiwillige Feuerwehr Neumarkt gab es bei 597 Einsätzen im vergangenem Jahr wenig Gelegenheit zum Ausruhen.
Laut Zählung der Feuerwehr summierten sich allein die Einsätze, ohne Training und Übungen, auf 6340 geleistete Arbeitsstunden. „Dabei gilt immer der Grundsatz, dass wir innerhalb von zehn Minuten nach Eintreffen des Notrufs am Einsatzort sein müssen“, sagt der Kommandant der Feuerwache, Stadtbrandinspektor Christian Kürzinger.
Für die 71 Männer und drei Frauen der Hauptwache alleine wäre das nicht zu schaffen. Zum Glück werden sie von den zehn über ganz Neumarkt verteilten Stadtteilfeuerwehren unterstützt. Mit ihnen beläuft sich sich das Team der Freiwilligen Feuerwehr im Stadtgebiet auf über 500 Personen.
Mülleimer brennt
Die Aufgaben sind dabei sehr unterschiedlich: 14 Mal rückte die Feuerwehr aus, um Rückstände wie Öl oder Fahrzeugbenzin von der Straße zu entfernen. Den Löwenanteil mit 389 Einsätzen machten technische Hilfeleistungen, etwa bei Autobahnunfällen, aus. Große Brände gab es dagegen nur drei Stück, dazu kamen knapp 50 Feuer von kleiner und mittlerer Größe. „Das sind dann meist so Dinge wie brennende Mülleimer“, sagt Kürzinger.
Brandsimulator im Container
Dass es wenig Großbrände gibt, sei einerseits erfreulich – hat aber auch zur Folge, dass die Mannschaften in der Praxis sehr wenig mit echtem Feuer zu tun haben. „Trotzdem müssen wir natürlich den Einsatz in brennenden Gebäuden üben“, sagt Kürzinger. Zu diesem Zweck hat die Feuerwehr eine Brandsimulations-Anlage. In den 2019 sanierten und erweiterten Containern kann unter realistischen Bedingungen das Verhalten am Brandort geübt werden. Denn nicht nur die Beweglichkeit mit Schutzausrüstung will trainiert sein, sondern auch der Umgang mit der Hitze: „Früher spürten wir die Temperatur an den Ohren“, erinnert sich Kürzinger. „Aber inzwischen sind die Schutzanzüge so gut, dass man die Wärme erst merkt, wenn es fast zu spät ist.“
Feuerwache Neumarkt zu klein
Die Übungs-Container befinden sich auf dem Hof der Hauptfeuerwache, denn das 1984 gebaute Gebäude ist inzwischen für viele Anforderungen zu klein geworden. „Auch mit den Fahrzeugen haben wir Probleme“, sagt Kommandant Kürzinger. Denn in den letzten 40Jahren seien die Dimensionen der Einsatzfahrzeuge deutlich gewachsen, so dass der Platz in der Halle nicht mehr ausreiche. Umso mehr freut es die Feuerwehr, dass im September der Spatenstich zur neuen Feuerwehrwache am Kurt-Romstöck-Ring stattfand. Vorangegangen war eine lange Auseinandersetzung im Stadtrat über die Kosten des, aktuell mit 26Millionen Euro veranschlagten, Gebäudes.
Neue Wache kommt 2026
„Ich bin sehr glücklich, dass sich die Wogen geglättet haben und wir voraussichtlich im Herbst 2026 dort einziehen können“, sagt Kürzinger. „Wir brauchen ja wirklich keine goldenen Wasserhähne, sondern einfach ein funktionales Gebäude, das den aktuellen Vorschriften entspricht.“ Unter anderem wird sich dann auch die Reinigung der Feuerwehrschläuche erleichtern und beschleunigen. Aktuell werden die benutzten Schläuche im großen Turm der Feuerwache an der St.-Florian-Straße aufgehängt.
Immer wieder Fehlalarm
Ein Problem, das auch ein neues Gebäude nicht lösen wird, sind die zahlreichen Fehlalarme: Von den 194 Brandmeldungen im vergangenen Jahr waren ganze 122 falsche Alarme. „Das liegt vor allem an den Rauchmeldern in Firmen“, sagt Kürzinger. Oft sei es harmloser Rauch oder auch starke Sonneneinstrahlung, welche bei den Geräten die Alarmmeldungen auslöse. Manchmal seien aber auch Funkenflug durch Schweißarbeiten oder eine Spinne, die ihr Netz über den Melder spannt, die Ursachen gewesen. „So was kommt vor, da kann man halt wenig machen“, sagt Kürzinger.
Spaßanruf wird bestraft
Viel ärgerlicher empfindet er die drei böswilligen Fehlalarme, die letztes Jahr bei der Feuerwehr eingingen. Wer aus Jux ein Feuer meldet, obwohl keines da ist, begeht kein Kavaliersdelikt, sondern hält die Feuerwehr mutwillig von echten Notfällen ab. Neben den Kosten des Einsatzes (etwa 700 Euro) droht solchen „Scherzbolden“ deshalb auch eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr.
Mitmachen bei der Feuerwehr
Erfreulich sei dagegen die Entwicklung der Jugendarbeit gewesen: „Hier haben wir gegen den aktuellen Trend viele junge Freiwillige dazugewonnen“, freut sich Kürzinger. Mitmachen kann man bei der Feuerwehr ab zwölf Jahren. Zu den echten Einsätzen geht es aber erst ab 18. Der aktive Dienst geht dann bis 65. Interessenten können sich unter (0 91 81) 4 88 90 melden.