Lukas-Anwesen in Berngau: Die ersten Mieter sollen bis Pfingsten einziehen

Von Heidi Bauer · 18. März 2024 um 11:13

Die Fahrzeuge der Handwerkerfirmen und der Bauzaun nehmen derzeit die Sicht auf die Fassade des Lukas-Anwesens in Berngau. Aber sie lassen erahnen, wie eifrig dahinter gearbeitet wird. Der Innenausbau nimmt Formen an und Bürgermeister Thomas Meier gewährt einen ersten Einblick.

Das frühere Wirtshaus hat sich peu à peu in ein modernes Mehrzweckgebäude verwandelt. In Zukunft wird hier der Bürgermeister seinen Amtssitz, die Bücherei sowie die Eltern-Kind-Gruppe ihr Domizil haben. In den beiden Obergeschossen sind sieben Wohnungen entstanden. Die Sanierung ist auf der Zielgeraden.

„Die Platten sind im römischen Verbund verlegt“, erklärt Meier und zieht am Eingang in den Flur etwas die Planen zur Seite, die die Fliesen bedecken. Die kleinere Größe sei gewählt worden, um der Optik der historischen Räume Rechnung zu tragen. Die Tür rechter Hand führt in das künftige Amtszimmer des Berngauer Bürgermeisters – da stapeln sich die Kisten mit den Bodenbelägen.

„Die Möbel für das Büro und die Bücherei werden gerade von einer Schreinerei gefertigt“, berichtet Meier, um dann in den großen Raum linker Hand vom Eingang zu treten. Die Sonne, die durch die Fenster scheint, taucht ihn in ein warmes Licht.

Alte Steinmauer in der neuen Bücherei

Der Blick fällt auf die schweren braunen Holzbalken an der Decke, die in der Mitte von einem grauen Stahl-Träger gestützt wird. „Das wird die Bücherei“, erläutert der Rathauschef nicht ohne Stolz in der Stimme und deutet auf die Wand in einer breiten Nische: „Da hinten haben wir die alte Steinmauer der früheren Gastwirtschaft erhalten“, ebenso wie eine Durchreiche, die nun verglast wurde.

Aus der Bücherei setzt Meier seinen Weg fort ins Obergeschoss, in das eine Treppe aus dem Flur sowie ein Treppenhaus, das auch von außen zugänglich ist, führen. Im ersten und zweiten Stock schleifen die Handwerker fleißig die Böden und pinseln an Wand und Türen: In dieser Woche werden die Bodenbeläge verlegt.

Die ersten Mieter waren schon da

In den sieben Ein-, Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen (60 bis 90 Quadratmeter) sollen künftig Menschen mit und ohne Behinderung leben. Die Gemeinde Berngau vermietet sie in Kooperation mit der Lebenshilfe Neumarkt. „Die ersten Mieter waren schon hier und haben für die Möbel ausgemessen“, berichtet Meier. Er geht davon aus, dass sie bis Pfingsten einziehen können. Dann wolle man sehen, wie sich die weiteren Gewerke entwickeln und der Rest der Räumlichkeiten bezugsfertig ist.

Der große Raum im hinteren Teil des Erdgeschosses präsentiert sich schon weit fortgeschritten: Er soll künftig von der Eltern-Kind-Gruppe genutzt werden, so Meier. Die große Fensterfront gibt den Blick in den Innenhof frei und damit auf das nächste Großprojekt nebenan: das Sendner-Anwesen, dessen Anbau nach dem Abriss hier in Trümmern liegt. Es wird in Kooperation von Investor Michael Sendner und Gemeinde Berngau altstadtgerecht umgebaut.

Am Sendner-Anwesen stehen nur noch die Außenmauern

Im Augenblick stehen fast nur noch die Außenmauern, von den Decken in die oberen Geschosse hängen Balken und in der Fassade zum Plan klafft ein riesiges Loch. „Der Aufbau des Gebäudebodens wird eine der ersten Baumaßnahmen sein“, so Meier. Mit drei Millionen ist die Sanierung für das Sendner-Anwesen veranschlagt – fertiggestellt werden soll sie „so schnell wir möglich“, einen genauen Termin gibt es noch nicht.

Hier wird künftig auch die Berngauer Hausarztpraxis Platz finden und davon verspricht sich der Bürgermeister Synergieeffekte mit dem Lukas-Anwesen: Der Innenhof könne so zum Treffpunkt für alle Generationen, für Menschen mit und ohne Handicap werden und darauf liege auch der Fokus beim Konzept für die beiden Sanierungsobjekte.

Ortsmitte von Berngau neu beleben

Nach ihrer Sanierung würden die beiden Gebäude die Ortsmitte aufwerten und durch ihre neue Nutzung werde wieder mehr Leben ins Zentrum von Berngau einkehren, meint Meier. Er hofft, dass dadurch auch der Bäcker, Metzger und der Dorfladen rege genutzt würden und so erhalten bleiben könnten.

Zufrieden zeigt sich der Bürgermeister, dass nicht nur die Bauarbeiten im Zeitplan liegen, sondern auch die Kosten trotz Inflation im Rahmen geblieben sind. Für den Umbau des Lukas-Anwesens belaufen sie sich voraussichtlich auf 4,2 Millionen Euro, rechnet Meier. Über die Städtebauförderung würden 80 Prozent der förderfähigen Kosten – etwa 2,65 Millionen – bezuschusst. Der Gemeinde verbleibe so ein Eigenanteil von etwa 1,6 Millionen Euro.

Für die Öffentlichkeit wird das Lukas-Anwesens erstmals zum Tag der Städtebauförderung Anfang Mai seine Türen öffnen, kündigt der Bürgermeister an.

In den Räumen der neuen Bücherei wurden die historische Balkendecke, die Mauer und die Durchreiche der alten Gasträume erhalten.
So sah der Flur des Lukas-Anwesens vor Beginn der Sanierungsarbeiten aus. Foto: Thomas Meier