Sie helfen, wenn jede Sekunde zählt: Mehr als zehn neue Mobile Retter im Landkreis Cham

Über mehr als zehn neue Unterstützer dürfen sich die „Mobilen Retter“ im Verbund Cham-Neumarkt-Regensburg (CNR) freuen. Am Donnerstagabend fand eine Präsenz-Schulung im Rahmen der GesundheitsregionPlus erfreuliche Resonanz. Als Kursleiter fungierten Fabian Seebauer und Isabell Alt vom BRK Cham.
Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand entscheiden oft wenige Augenblicke über Leben oder Tod. Um schon vor dem Eintreffen von Notarzt und Rettungsdienst eine optimale Erste Hilfe zu gewährleisten, wurde vor drei Jahren von der Uniklinik Regensburg das Netzwerk „Mobile Retter“ gegründet. Registrierte Ersthelfer in der Nähe des Einsatzortes werden per App alarmiert und zum Einsatzort geleitet, damit sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden kann. Auch im Landkreis Cham ist jeder weitere registrierte Mobiler Retter willkommen.
Schorndorfs Vizebürgermeister Martin Bauer verwies auf das Gemeindemotto „Immer in Bewegung“. Manchmal müsse es schnell gehen und bei den Wiederbelebungsmaßnahmen sei jede Sekunde entscheidend. Umso mehr freute er sich, dass von Lukas Schmidbauer als ehrenamtlicher Gesundheitsbotschafter der Gemeinde Schorndorf dieses Angebot „Mobiler Retter werden“ mit ins Jahresprogramm 2024 aufgenommen werden konnte.
Mobile Retter machen Kommune sicherer
„Jeder weitere mobile Retter aus Schorndorf macht auch unsere eigene Kommune beim Herz-Kreislauf-Stillstand ein stückweit sicherer“, so Bauer abschließend. Lukas Schmidbauer gab den Dank von Bauer auch an Schorndorfs OGTS-Leiter Rupert Fichtl weiter, der als zertifizierter Notfallsanitäter den Kurs mit angestoßen habe. Gesundheitsbotschafter Lukas Schmidbauer dankte ebenso dem Freistaat und dem Landkreis Cham als regionaler Träger der GesundheitsregionPlus, die über die Finanzierung alle Angebote vor Ort in den Kommunen kostenlos möglich machen.
Jährlich erleiden mehr als 70.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand
Fabian Seebauer und Isabell Alt gaben im Sitzungssaal des Rathauses zunächst eine theoretische Schulung zur Smartphone-basierten Ersthelfer-Alarmierung. Laut dem Deutschen Rat für Wiederbelebung (GRC) erleiden in Deutschland jährlich mehr als 70.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses. Nur zehn Prozent der Betroffenen überleben, da aufgrund der Eintreffzeit des Rettungsdienstes mit durchschnittlich neun Minuten die Wiederbelebungsmaßnahmen häufig erst zu spät eingeleitet werden. Mit einer flächendeckenden schnellen medizinischen Erstversorgung dieser lebensbedrohlichen Notfälle können mehr als 10.000 Menschenleben pro Jahr in Deutschland gerettet werden. Medizinisch qualifizierte Ersthelfer, die sich in unmittelbarer Nähe zum Notfall befinden, werden durch die GPS-Komponente ihres Smartphones geortet und nach Wahl des Notrufs 112 durch die Leitstelle automatisch parallel zum Rettungsdienst alarmiert. Mobile Retter können allein durch die örtliche Nähe sehr oft schneller als der Rettungsdienst am Notfallort sein und bis zu dessen Eintreffen bereits eine qualifizierte Herz-Lungen-Wiederbelebung einleiten, die gerade in den ersten Minuten oft entscheidend ist. Die Rettungskette wird somit gestärkt, ohne eine Änderung an der bisherigen etablierten Struktur des Rettungsdienstes vorzunehmen.
