Erfüllung eines alten Gelübdes: Zugweg für den Leonhardiritt Furth im Wald ist heuer anders

Von Mittelbayerische Zeitung · 17. März 2024 um 15:00

„Der Leonhardiritt ist ein Gebet und er strahlt auf die Besucher aus“, stellte Stadtpfarrer Karl-Heinz Seidl bei der Besprechung für den traditionellen Leonhardiritt am Ostermontag im Gasthaus Stangerl fest. Sowohl er als auch Bürgermeister Sandro Bauer sprachen die Hoffnung aus, dass der Ritt unfallfrei über die Bühne geht.

Zur Leonhardiritt-Besprechung konnte Bürgermeister Sandro Bauer neben Stadtpfarrer Karl-Heinz Seidl, PHK Sepp Weindl, Feuerwehr-Kommandant Franz Stoiber, Lutz Hastreiter, Sepp und Maria Breu, Kulturreferent Heinz Winkl-müller, Andreas Roder vom Spielmannszug „Grenzfähnlein“, Klaus Dobmeier vom Blasorchester Furth im Wald, Josef Lecker von der Kapelle Lecker, Sebastian Gruber vom Bauhof und natürlich die Rosserer willkommen heißen.

Bürgermeister Sandro Bauer bemerkte, dass der Leonhardiritt vor der Türe stehe, und zwar am Ostermontag, den 1. April. Wobei dies sicherlich kein Aprilscherz sei. In diesem Jahr gebe es allerdings eine große Ausnahme beim Zugweg. Durch die Sperrung der Lorenz-Zierl-Straße werde der Leonhardiritt vom Bayplatz aus über die Bräuhausstraße, Michael-Datzl-Straße, Josef-Heigl-Straße, Von-Müller-Straße, Grabitzer Straße, Adam-Wild-Straße und Bahnhofstraße hinauf zum Stadtplatz führen. Aufstellungsplatz für die Reiter und Kutschen sei wieder die Festwiese.

Blumenmeer um die Kirche

Lutz Hastreiter, dessen Familie seit Generationen das Patronat über die Leonhardi-Kapelle ausübt, betonte, dass in diesem Jahr der Umritt noch möglich sei. Ab Sommer werden Baumaßnahmen für die Landesgartenschau durchgeführt und es entstehen neue Wege. Um das Kircherl werde ein Blumenmeer entstehen und auch vor der Kirche werde es schönen Blumenschmuck geben. Im Sommer werde zudem ein Bauzaun mit Notausgang errichtet. Der Reitweg werde mit einem Schotterrasen bestückt.

2025 ist kein Umritt der Kapelle möglich

Auf jeden Fall werde das Leonhardi-Kircherl aktiv in die Landesgartenschau mit eingebunden. Täglich um fünf Minuten vor 17 Uhr werde es eine Andacht geben und die Beleuchtung werde erweitert. Es steht fest, dass 2025 kein Umritt möglich sei. Die Aufstellung könne dann auch nicht mehr auf der Festwiese stattfinden. Während der Gartenschau bleibe die Leonhardi-Kapelle ganztägig geöffnet. Vielleicht könne man dort sogar die Leonhardifahne aufstellen, um auf den Leonhardiritt hinzuweisen. Johanna Plach und ihre Gruppe wollen zudem rund um die Kapelle den Leonhardiritt für Kinder nachstellen. 2026 werde es dann wieder einen Umritt geben.

Bürgermeister Sandro Bauer dankte als Nächstes Marion Beer und Heidi Baumann von der Touristinfo für die Organisation. Die Leonhardibrote seien bestellt und er hoffe, dass sie nicht ausreichen. Er bat die Reiter und Kutschenfahrer, beim Umritt Vorsicht walten zu lassen, denn die Sicherheit gehe vor. 2023 habe man 210 Pferde gezählt und vielleicht werden es bei schönem Wetter heuer ja noch mehr. Auf jeden Fall werde es auch wieder Ehrungen geben: zweimal für 25 Jahre, einmal für 40 Jahre und einmal für 50 Jahre.

Pfarrer mit „Pferdeverstand“

Der Dank des Bürgermeisters galt Stadtpfarrer Karl-Heinz Seidl, der in Würde und zügig den Gottesdienst am Stadtplatz gestaltet. Da er ja aus der Pfingstrittstadt Bad Kötzting komme, habe er ja den nötigen „Pferdeverstand“.

Auf dem Aufstellungsgelände haben nur Reiter und Begleiter sowie Kutschen- und Truhenfahrer Zutritt. Gäste erhalten keinen Zutritt, vor allem wenn sie Kinderwagen und Hunde dabei haben. Ein absolutes Halteverbot gelte auch auf dem Stadtplatz und in Teilbereichen der Mondschein-, Herren-, Rosen- und Kramerstraße sowie der Michael-Datzl-Straße ab Einmündung Zippererweg bis Alfred-Peter-Platz.

Pferdetransporter können auf dem Cave Gladium-Gelände und eventuell auf dem Aldi- und dm-Parkplatz abgestellt werden. Sein Dank galt hier Sepp und Maria Breu, die sich um die Organisation kümmern. Sepp Breu bemerkte, dass heuer 13 Kutschen und drei Truhenwagen angemeldet seien. Bürgermeister Sandro Bauer erinnerte daran, dass der Leonhardiritt die Erfüllung eines alten Gelübdes ist und somit um eine würdige Gestaltung erbeten wird.

Stadtpfarrer Karl-Heinz Seidl erinnerte daran, dass der Leonhardiritt in diesem Jahr zum 271. Mal stattfinden wird. Jedes Mal sei es eine Herausforderung, dass der Ritt ohne Unfall abläuft. Auf jeden Fall sei es eine sehr würdige Veranstaltung, die zeige, dass Furth im Wald zur Tradition stehe. So müsse man immer auch Rückschau halten auf die Geschichte des Gelöbnisses. „Der Ritt ist Gebet“, betonte Stadtpfarrer Karl-Heinz Seidl. Der Ritt strahle auch auf die Besucher aus.

Sperrungen der Straßen

Aufstellung: Sperrung der Ortsstraße Eschlkamer Straße im Bereich zwischen der Einmündung Bräuhausstraße und dem Kreisverkehrsplatz Eschlkamer Straße/Kötztinger Straße für den gesamten Fahrzeugverkehr zur Aufstellung der Pferde- und Reiterprozession von 8.30 bis 13 Uhr. Absolutes Halteverbot für die Kötztinger Straße beidseitig bis zur Zufahrt Aldi- und dm-Markt/Parkplatz und Eisen-Würz von 7 bis 13 Uhr.

Behindertenparkplätze: Neben den ausgewiesenen Parkplätzen für Behinderte auf den Parkplätzen Hochstraße (Friedhof P5), Hallenbad (P8) und Bahnhofstraße (P3) werden auf dem Parkplatz der Firma Breu GmbH an der Eschlkamer Straße zusätzlich vier Behindertenparkplätze ausgewiesen.

Hinweisschilder: Die Besucher des Leonhardirittes werden über entsprechende Hinweisschilder auf die ausgewiesenen Parkmöglichkeiten hingewiesen.

Bis die Baumaßnahmen für die Landesgartenschau beginnen, ist an der Leonhardi-Kapelle der Umritt noch möglich.