Schlägerei am Berchinger Rossmarkt: Widersprüchliche Schilderungen vor Gericht

Von Franziska Mahler · 14. März 2024 um 19:00

Ein 60-Jähriger soll einen Mann beim Berchinger Rossmarkt geschlagen und getreten haben. Doch die Aussage des Angeklagten und eines Zeugen sorgten für viele Fragezeichen am Neumarkter Amtsgericht.

Laut Zeugenaussagen habe es schon vor der mutmaßlichen Körperverletzung vor und in einem Berchinger Wirtshaus Wortgefechte gegeben. Der Grund: Sorgen um das Tierwohl eines Pferdes, das dem Angeklagten gehörte. Wenig später eskalierte die Situation vor dem Wirtshaus. Was letztendlich den Ausschlag dafür gab, blieb unklar.

Der Angeklagte soll zunächst einen Mann zu Boden geschubst haben. Als ein 50-Jähriger diesem helfen wollte, soll der Angeklagte ihn ebenfalls geschubst haben, sodass er umknickte und hinfiel. Danach soll er ihn mehrmals mit der Faust geschlagen und mit dem Fuß getreten haben. Als dessen Tochter dazwischen ging, habe er sie an den Haaren gezogen. Nach der Tat sei er davongeritten.

Angeklagter wollte sich angeblich nur verteidigen

Während der Zeugenaussagen stützte der 60-jährige Angeklagte seinen Kopf mit beiden Fäusten ab und starrte auf den Tisch. Als er Richter Rainer Würth seine Version erzählte, stand er auf, ging vor das Richterpult und spielte die Situation gestenreich nach. „Das ist nur passiert, weil ich mich verteidigen wollte“, sagte er. Das mutmaßliche Opfer habe in Wirklichkeit ihn angegriffen. Dann habe er sich gewehrt. Getreten habe der Angeklagte ihn nicht. Dass er dessen Tochter an den Haaren zog, könne sein. Aber auch in diesem Fall habe er sich nur verteidigt.

Seine Aussage wurde zum Großteil von einem Zeugen gestützt. Das mutmaßliche Opfer und dessen Tochter schilderten die Tat wie in der Anklage. Nach einer Unterbrechung verkündete Richter Würth, dass das Verfahren eingestellt werde, da es „nicht zu klärende Widersprüche“ gebe. Allerdings halte er das Haareziehen für ungerechtfertigt, weswegen der Angeklagte eine Geldauflage von 1000 Euro an die Tochter zahlen muss.