Strippenzieher hinter den Kulissen: So tickt der neue Manager der Neunburger Schwarzachtalhalle

Seit 2012 hat sich die Schwarzachtalhalle unter dem Management von Rosa Schafbauer zu einem zentralen Ort der Begegnung für Kunst, Kultur und Wirtschaft entwickelt, und zwar weit über die Stadtgrenzen hinaus. Roman Neumüller (58) hat im vergangenen Oktober ihre Position als Hallenmanager bei der Freizeit GmbH der Stadt übernommen. Wer ist der Mann, der diese anspruchsvolle Aufgabe weiterführt?
Neumüller ist gebürtiger Burglengenfelder. Er ist dort auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Neben einer Lehre zum Industriekaufmann studierte er an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Ostbayern (VWA) Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss war er bei verschiedenen Unternehmen in der Oberpfalz als IT-Spezialist tätig. 2009 wechselte er zum Neunburger Unternehmen Koll&Cie.
Neben dem Einkauf der notwendigen Energie erfasste und bewertete er hier die wichtigen Daten und Zahlen für die Geschäftsführung. Das Wissen und die Erfahrungen aus dieser Zeit qualifizierten ihn unter anderem für seinen Wechsel zu den Stadtwerken im Februar 2023.
„Das zusätzliche Betätigungsfeld als Hallenmanager macht mir sehr viel Spaß“, sagte er im Gespräch mit der Mittelbayerischen. Von seiner Vorgängerin habe er ein großes Erbe übernommen, auf das sich aber gut aufbauen ließe. „Sie hat mir schon gesagt, worauf bei der einen oder anderen Agentur zu achten ist“, ergänzte er mit einem Schmunzeln.
Belegung der Schwarzachtalhalle ist variabel
Grundsätzlich sei das Konzept so angelegt, dass für die Halle kein eigenes Programm erstellt werde. Die Auslastung ergebe sich aus den Buchungen der verschiedenen Veranstalter. Diese konkrete Terminwünsche anfragen. Unabhängig davon sei aber die Erstellung eines Flyers mit den aktuellen Terminen geplant. Eine Ausnahme bildeten Hochzeiten oder Firmenveranstaltungen, die von den Pächtern der Gastronomie entgegengenommen und begleitet würden. „Für heuer sind wir mit mehr als 80 festen Terminen schon wieder sehr gut ausgelastet“, bestätigte Neumüller. Das seien mehr als im Vorjahr.
Sollte sich diese Zahl einmal deutlich verringern, müsse über eine aktivere Werbung nachgedacht werden. Dies sei auch insofern wichtig, als die hohe technische Ausstattung natürlich ihren Preis habe. „Speziell bei den Künstleragenturen konkurrieren wir zum Teil mit Dreifachturnhallen, die natürlich kostengünstiger zu haben sind“, meinte er. Allerdings habe das bislang niemanden davon abgehalten, die bessere Qualität zu wählen. Neben den etablierten Agenturen, die ihre namhaften Künstler nach Neunburg schickten, gäbe es auch immer wieder neue Anfragen. Nicht unerwähnt ließ Neumüller die stetigen und vielfach erfolgreichen Bemühungen von Bürgermeister Martin Birner, überörtlich bedeutende Veranstaltungen in die Pfalzgrafenstadt zu holen.
Von Musical über Comedy bis Volkstheater
Zu den aktuellen Höhepunkten rechnete er die heutige Show „The World of Musical“ und das Chiemgauer Volkstheater am 24. März. Bereits ausverkauft sei schon wieder der Auftritt von Martin Frank am 6. Juli. Im Herbst stünde unter anderem die Premiere von „Monty Python's Spamalot“ an, für die sich das Ovigo-Theater gleich drei Termine gesichert habe. Einige bayerische Comedians hätten ebenfalls schon wieder gebucht. Ein wenig bedauerte Neumüller, dass der direkte Kontakt mit den Künstlern dem Hausmeister Robert Eckl und seinem Helfer Hans Brunner vorbehalten bliebe.
Abschließend lobte Neumüller die reibungslose Zusammenarbeit mit den Pächtern des Esszimmers. „Das Ganze nur als Konzerthalle zu betreiben, wäre wirtschaftlich schwierig“, ist er sich sicher. Im Verbund mit dem gesamten Umfeld sei es aber machbar, betonte er.