Enorme Kosten für Schulsanierung in Schwarzhofen: 3,4 Millionen Euro für ersten Abschnitt

Von Ralf Gohlke · 12. März 2024 um 17:00

Die Sanierung der Grundschule forderte vom Schwarzhofer Marktrat eine schwere Entscheidung: Die Kostenschätzung allein für den ersten Bauabschnitt lag bei 3,4Millionen Euro. Gleichzeitig eröffne sich eine Chance für ein zukunftsweisendes Projekt. Im

Anbautrakt könnten neun seniorengerechte Wohnungen mit Synergieeffekten zur Schule entstehen. Mit der Auflösung der Hauptschule ergab sich für den Markt das Problem, ein zu großes Bauwerk unterhalten zu müssen, das Sanierungsbedarf anmeldete. Verschiedene Ansätze und Modelle wurden in den vergangenen Jahren in Angriff genommen und zum Teil wieder verworfen.

Das Architekturbüro Wild und Wilnhammer und das Ingenieurbüro Brundobler haben aktuell den Auftrag erhalten, einen Plan zur Generalsanierung der Schule und zur Teilsanierung der Turnhalle zu erstellen. Das Ergebnis stellten sie nun vor. In seinen einführenden Worten stellte Bürgermeister Maximilian Beer (CSU) fest, dass die notwendigen Investitionen in den Brandschutz, die Barrierefreiheit, und die Absturzsicherheit vermutlich Unsummen verschlingen würden.

Die Alternativen seien, den Schulstandort zu erhalten oder das Gebäude komplett zu verkaufen. Die Verantwortlichen waren sich aber darin einig, dass ein Schulstandort, gerade für eine kleine Gemeinde, existenziell wichtig sei. „Unsere Kinder sind uns das auch wert“, betonte Beer ausdrücklich.

Kinder müssten zeitweise umziehen

Was auf die Gemeinde zukommen werde, erklärte der Architekt Thomas Wilnhammer. Demnach sei vorgesehen, das Hauptgebäude für die Bauzeit komplett stillzulegen und den Schulbetrieb in den Anbau zu verlagern. Vordringlich würden die Sanierung des Altbaus und Teile der Turnhalle in Angriff genommen.

Im Detail ging er auf die Planung für den Aufzug, die sanitären Anlagen, den Eingangsbereich, die geplante Küche und die notwendigen Nebenräume ein. An Beispielen erörterte er die Notwendigkeit, die abgehängten Decken zu entfernen, die Elektrotechnik komplett zu erneuern, die Beleuchtung auf LED umzustellen und eine Brandmeldeanlage zu installieren.

Während im Erdgeschoss Einrichtungen für die Mittagsbetreuung entstehen sollen, werde künftig der komplette Schulbetrieb im ersten und zweiten Obergeschoss stattfinden. Stefan Billert vom Büro Brundobler ergänzte die Details zur technischen Ausstattung der kompletten Sanierung der Wasser-, Abwasser- und Gasanlagen sowie der Elektrik. Ebenfalls fortgeführt werden müsse die Dachsanierung in Teilen und die Neugestaltung der Außenanlagen. Den Finanzbedarf für den ersten Bauabschnitt bezifferte Wilnhammer auf rund 3,4 Millionen Euro.

Einig war sich der Marktrat mit den Planern, dass eine komplette Sanierung der Turnhalle in absehbarer Zeit nicht leistbar wäre. Allein hier läge der Bedarf bei rund 1,1Millionen Euro. Im Rahmen der notwendigen Umbauten, zum Beispiel bei den Sanitäranlagen, soll zumindest die Planung für eine spätere Sanierung einfließen.

Neun Wohnungen für Senioren könnten entstehen

Um den Überhang an Räumen in den Griff zu bekommen, hatte Wilnhammer verschiedene Ideen im Angebot. Die Variante, den Anbautrakt mit der Maßgabe, dort neun seniorengerechte Wohneinheiten einzurichten, zu verkaufen oder zu vermieten, entsprach am ehesten den Vorstellungen der Gemeinderäte.

In der Begegnung von Schülern und Senioren sei ein deutlicher Mehrwert erkennbar. Einstimmig fasste der Rat den Grundsatzbeschluss, die Sanierung auf dieser Basis in Angriff zu nehmen. Die für heuer noch notwendigen Mittel dafür sollen im Haushalt beziehungsweise dem Investitionsplan eingeplant werden, damit gleich nach deren Inkrafttreten die Ausschreibungen erfolgen könnten. Eher Formsache waren im Anschluss die Vereidigung von Albert Gleißner und Simon Armer als neue Feldgeschworene.