BMW in Sachen Elektroauto auf Erfolgskurs: Tesla auf den Fersen, BYD abgehängt

Von Christian Eckl · 12. März 2024 um 05:00

Eine der berühmtesten Tageszeitungen der Welt, die New York Times thematisiert, wie die Bayern weltweit bei hochwertigen Elektrofahrzeugen aufholen. Tesla ist BMW auf den Fersen, doch auch die Chinesen von Build Your Dreams müssen sich warm anziehen. Das Fazit der New York Times: Viele Autokäufer setzen auf die Qualität des Vertrauten.

Der Automobilstandort Deutschland, er ist der Wirtschaftsmotor – nicht nur des Landes, sondern auch der Region. Wer bei dem Zukunftsthema Elektromobilität das Rennen macht, scheint offen: Die etablierten deutschen Autobauer hatten international Startschwierigkeiten. Doch ausgerechnet eine der renommiertesten Tageszeitungen der Welt berichtet nun über die Aufholjagd der Bayerischen Motorenwerke, die es längst mit den chinesischen Fabrikaten von Build Your Dreams aufnehmen können: BMW hat BYD beim Absatz von Elektroautos überholt, so die New York Times am Montag.

„Der deutsche Autobauer verlauft 376000 Elektrofahrzeuge in 2023, ein Anstieg um 75 Prozent“, heißt es bei der NYT. Auch die Marke Mini, die zu BMW gehört, habe zu dem Anstieg der Absatzzahlen beigetragen. Zudem sei BMW im Segment der Limousinen dem Marktführer von Tesla dicht auf den Fersen. Zwar habe Tesla mit 1,8 Millionen Fahrzeugen nach wie vor einen riesigen Vorsprung. Aber, so die Analysten der NYT, BMW mache kräftige Gewinne mit dem Absatz der Elektrofahrzeuge. BYD setzte zwar deutlich mehr Fahrzeuge ab, allerdings verkaufte die chinesische Marke 92 Prozent im eigenen Land.

Nicht nur die deutsche Automobilbranche blickt gewissermaßen gebannt nach Fernost: BYD produziert günstige Autos, kann dabei auf billige Arbeitskräfte und ein staatliches System zurückgreifen, das den Wettbewerb massiv verzerrt. Doch das US-Medium kommt zu einem interessanten Schluss: „Während Elektrofahrzeuge immer mehr zum Mainstream werden, suggeriert die Popularität von BMW-Fahrzeugen, dass viele Käufer die Vertrautheit und Verarbeitung langjähriger Autobauer schätzen und vorsichtig bleiben bei neuen Marken.“

„Nahezu jeder zehnte BMW weltweit wird in Harting hergestellt“

Wie bewertet man den Erfolg im Hartinger Werk? „Die Regensburger Produkte BMW X1 und BMW X2 sind derzeit bei Kunden in aller Welt hoch gefragt“, teilt ein Konzernsprecher auf Anfrage mit. Mit der Einführung einer Nachtschicht im Herbst des vergangenen Jahres habe sich die Tagesproduktion in Harting aktuell um rund 300 Fahrzeuge auf bis zu 1.300 erhöht. In Summe lag das BMW-Werk Harting 2023 bei einer Jahresproduktion von 238.301 Fahrzeugen. „Damit stammte im vergangenen Jahr nahezu jeder zehnte weltweit gebaute BMW aus Regensburg“, hieß es.

100000 Hochvoltbatterien in Regensburg hergestellt

Am Standort in der Regensburger Leibnizstraße fertigt BMW in unmittelbarer Nachbarschaft zum Fahrzeugwerk die Hochvoltbatterien für die Elektrofahrzeuge. „Hier haben wir im vergangenen Jahr weit über 100 000 Hochvoltbatterien gefertigt“, so der Sprecher. „Mit den Batterien versorgen wir aktuell die Werke Regensburg und München.“ Doch man sei breit aufgestellt: „Für uns im BMW Group Werk Regensburg bedeutet das konkret, dass wir auf einem Montageband alle verschiedenen Antriebsarten fertigen können, ob Verbrenner, Plugin-Hybrid oder vollelektrisches Modell“, hieß es.