Empfang für Unternehmer: Drei kompetente Stimmen an einem Abend in Burglengenfeld

Von Thomas Rieke · 7. März 2024 um 17:00

Was kann man für die Entwicklung der Kommunen im Städtedreieck tun? Wie schaut es auf dem örtlichen Arbeitsmarkt aus? Die Veranstalter des Empfangs für Unternehmer in Burglengenfeld hatten dafür drei kompetente Referenten gefunden.

Thema 1: Innenstädte brauchen handfeste Konzepte:

Josef Ebnet, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Schwandorf, setzte sich mit der Zukunft der Innenstädte auseinander, denn diese seien die „Identifikationskerne“ einer Kommune.

Untersuchungen hätten ergeben, dass sie verschiedenen Veränderungen unterworfen seien. Klar belegt sei zum Beispiel, dass die Einkaufsmöglichkeiten für Besucher an Bedeutung verlieren würden. Schon deshalb gelte es, nach neuen Wegen zu suchen, die Menschen ins Zentrum locken. Eine Möglichkeit sei es, eine gewisse Multifunktionalität anzustreben. So könne man darüber nachdenken, auch Kindergärten wieder in der Innenstadt anzusiedeln.

Den Empfang für Unternehmer im Städtedreieck hat es so noch nie gegeben. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, lesen Sie auch diesen Text: Geglückte Premiere eines neuen Formats

Als entscheidenden Punkt für den Erfolg nannte Ebnet die attraktive Gestaltung. Unterm Strich aber sei alles sinnlos, wenn sich der Handel nicht ansprechend präsentiere und das Essen in den Lokalen nicht schmecke. Stadtentwicklung, so betonte Ebnet, sei ein langwieriger Prozess. Deshalb benötige man eine Strategie, die über einzelne Wahlperioden hinaus verfolgt werde. Alle wesentlichen Akteure, Anlieger und Immobilienbesitzer ebenso wie Verwaltung und Gewerbetreibende sollten daran beteiligt sein.

Thema 2: Vom Wert lokaler Wirtschaftsförderung: Albert Vetter, Präsident des bayerischen Kraftfahrzeuggewerbes, erklärte, die Herausforderungen für das Handwerk seien aktuell überall dieselben, „überall zwickt’s“. Die Energiepreise seien zu hoch, die Bürokratie sei erdrückend, der Konsum rückläufig und fehle es an Nachwuchskräften. Die Politik in Berlin habe darüber hinaus auch das Kfz-Gewerbe in ein Chaos gestürzt.

Umso wichtiger sei die Wirtschaftsförderung vor Ort. Betriebe bräuchten, um sie hier halten zu können, Entwicklungsmöglichkeiten. Die Bürgermeister wüssten dies, „sie haben uns im Blick“, sagte Vetterl.

Thema 3: Interessante Zahlen aus dem Arbeitsmarkt: Siegfried Bäumler von der Agentur für Arbeit berichtete, der Anteil von Ausländern unter den gemeldeten Beschäftigten sei auch in Burglengenfeld in den vergangenen zehn Jahren stark gewachsen und liege nun bei über zehn Prozent. Im Städtedreieck seien aktuell trotzdem 320 Stellen unbesetzt, außerdem gebe es 200 offene Ausbildungsplätze.

Damit sei der Beweis geführt, dass es ohne gezielte Zuwanderung qualifizierter Kräfte im Lande nicht mehr funktioniere. „Wenn man hier den Stecker zieht, ist der Wohlstand in Gefahr“, sagte Bäumler. Auch Geflüchtete gelte es, entsprechend zu integrieren.