Empfang für Unternehmer: Geglückte Premiere eines neuen Formats in Burglengenfeld

Freude und stolz waren Sebastian Hauser ins Gesicht geschrieben. Der erste Frühjahrsempfang für Unternehmer aus dem Städtedreieck, den der Geschäftsführer des Zweckverbands zusammen mit den lokalen Gewerbeverbänden organisiert hatte, war ein voller Erfolg.
Rund 100 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Schulen drängten am Mittwochabend in die Aula des Johann-Michael-Fischer-Gymnasiums, um sich bei einem Gläschen Sekt auszutauschen, zu netzwerken – und einer Reihe hochinteressanter Veranstaltungspunkte beizuwohnen.
Dass die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen des Städtedreiecks insbesondere auch auf wirtschaftlicher Ebene intensiviert werden sollte, ist seit längerem ein viel genanntes Ziel. Seit Bestehen des neuen Zweckverbands scheint es konkretere Formen anzunehmen. Als man die sogenannten „Wuiden Wochen“, die 2023 erstmals ausgerichtet wurden, Revue passieren ließ, sei die Idee zu einem Empfang für Unternehmer geboren worden, berichtete Hauser. Das Wirtschaftsforum Burglengenfeld (Wifo), die Werbegemeinschaft Maxhütte-Haidhof und die Interessengemeinschaft Teublitzer Unternehmer (ITU), die sich demnächst als Verein institutionalisieren möchte, entschlossen sich, gemeinsame Sache zu machen.
Wo geht die Reise hin für die drei Kommunen?
Das Premiere-Programm, durch das Benedikt Göhr (Wifo) und Julia Krempl (Werbegemeinschaft Maxhütte) führten, hatte es in sich: Als Redner waren der Geschäftsstellenleiter der IHK Schwandorf, Josef Ebnet, der Präsident des bayerischen Kfz-Gewerbes, Albert Vetterl, sowie der Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Schwandorf, Siegfried Bäumler, gewonnen worden. Jeder hätte für sich alleine einen Abend bestreiten können.
Drei Experten setzten sich beim Empfang in Burglengenfeld mit drei verschiedenen Themen auseinander. Jedes für sich hätte abendfüllend sein können. Mehr dazu lesen Sie hier.
Außerdem war eine Podiumsdiskussion vorgesehen, an der sich neben den genannten Referenten auch Landrat Thomas Ebeling (CSU), Burglengenfelds Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) und das Stadtoberhaupt von Maxhütte-Haidhof, Rudolf Seidl (UWM), beteiligten. Über einen QR-Code hatte jeder Besucher die Möglichkeit, spontan selbst Fragen einzureichen. Das spannende Thema über allem war: Quo vadis – wo soll es hingehen mit dem Städtedreieck?
Was wird schon geleistet, was könnte noch getan werden?
„Was macht eigentlich der Landkreis, um die Wirtschaft hier zu fördern?“, lautete die erste Frage von Moderator Wolfgang Dantl. Landrat Ebeling betonte, entsprechende Anstrengungen zählten zu den originären Aufgaben des Landratsamts. Man versuche zum Beispiel, Grundstücke zu vermitteln, und Bauanträge würden möglichst unbürokratisch abgearbeitet, was sich in der Praxis allerdings oft als „nicht so einfach“ erweise.
Maxhüttes Bürgermeister Seidl erklärte, die Möglichkeiten einer Stadtverwaltung seien begrenzt, weil auch die lokalen Begebenheiten wie Land- und Forstwirtschaft, Wasserschutz oder Biotope den Spielraum beschränkten. „Da wird es schwierig, Großes zu entwickeln“, sagte Seidl. Sein Fokus liege auf der Wiederbelebung einer Industriebrache. Aber auch dafür müssten dicke Balken gebohrt werden. Seidl wörtlich: „Es ist der Wahnsinn und wirklich ernüchternd.“
Erneutes Plädoyer Gesches für Reaktivierung der Bahn
Bei der Frage, welche Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur geplant seien, verwies Burglengenfelds Bürgermeister Gesche auf die geplante Reaktivierung der Bahnlinie nach Maxhütte. Diese sei angesichts der unausweichlichen Sanierung des Pfaffensteiner Autobahntunnels ein erstrebenswertes Ziel.
Besucher Matthias Reichenbach war davon wenig begeistert. Aus seiner Sicht ist das Bahnprojekt zu teuer und koste vor allem zu viel Zeit. Er forderte eine Lösung, die schneller umsetzbar sei. Denn es gehe zum Beispiel darum, Jugendlichen eine praktische Verbindung zu den Berufsschulen zu ermöglichen.
Dantl rückte ferner den Tourismus in den Fokus. Ob es Überlegungen gäbe, diesen zu stärken? Gesche verwies auf das Aufgabenspektrum des Zweckverbands Städtedreieck, zu dem eben auch der Tourismus zähle. Ebeling betonte, der Landkreis leiste schon heute speziell im Städtedreieck viel. So habe er erst kürzlich die Parkplatzkapazitäten für den Wildpark Höllohe ausgebaut.
Ein Wunsch vom Veranstaltungsprofi für die Kultur
Arthur Theisinger, Geschäftsführer von Power Concerts, wollte wissen, ob sich die Bürgermeister des Städtedreiecks ein gemeinsames Kulturzentrum vorstellen könnten. Dazu müssten sie nur das in die Jahre gekommene Pfarrheim St. Michael (VAZ) sanieren. Gesche erklärte, seine Vision sei es nach wie vor, dass bis 2030 in der Neuen Mitte zwischen Burglengenfeld, Teublitz und Maxhütte eine „gemeinsame Halle steht“. Theisinger konterte: „Wir brauchen keine Halle in der Prärie. Ein Kulturzentrum gehört in das Herz einer Stadt.“






