Klimaschutz, Demokratie, Toleranz: Viele Themen bei Kundgebung von „People for Future“

Von Franziska Mahler · 1. März 2024 um 19:23

In Neumarkt haben die „People for Future“ (PfF) anlässlich des globalen Klimaschutztages am 1. März zu einer Kundgebung vor dem Rathaus aufgerufen. Unter dem Motto „Wir machen weiter“ haben die Redner unterschiedliche Akzente gesetzt.

Das Ehepaar Lindner ging nicht das erste Mal für Klimaschutz und Demokratie in Neumarkt auf die Straße. „Wir wollen Flagge zeigen“, sagen die 75-Jährigen. Denn in ihren Augen wird politisch und gesellschaftlich derzeit zu wenig getan.

Auch Andreas Müller kam für die Kundgebung nach Neumarkt. Klimaschutz liegt ihm am Herzen. „Als Gesellschaft muss man der Politik zeigen, wie wichtig das Thema ist“, sagt der 36-Jährige. Insgesamt kamen laut Schätzungen der Polizei rund 125 Menschen zur Kundgebung. Angemeldet hatte die Gruppe 350, so PfF-Mitglied Robert Rupprecht. „Ich bin enttäuscht, dass nicht mehr gekommen sind.“

Faire Löhne, Landwirtschaft: Redner setzten verschiedene Schwerpunkte

Ans Pult traten fünf Redner: PfF-Mitglied Maria Eder-Poll, die Vorsitzende des Oberpfälzer Bündnisses für Toleranz und Menschenrechte im Kreis Regensburg, Gabriele Griese-Heindl, Die Grünen-Bezirksrätin Gabriele Bayer, Landwirtin Klara Lang und der Neumarkter Diakon i. R. Xaver Bösl, der sich zuletzt öffentlich gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft geäußert hatte.

Bezirksrätin Bayer betonte die Vorteile einer Gemeinwohl-Ökonomie. Griese-Heindl kam auf einen bundesweiten Warnstreik von Verdi zu sprechen, der am Freitag mit Unterstützung der Fridays-for-Future-Bewegung stattfand. Ein Widerspruch? Nein. Klimawende und Verkehrswende hingen zusammen, sagte sie, dazu gehörten aber unter anderem auch faire Löhne für Mitarbeiter.

Landwirtin Klara Lang bekommt die Auswirkungen des Klimawandels in ihrer täglichen Arbeit zu spüren. Regionale, hochwertige Lebensmittel zu produzieren, sei in Zukunft schwer. Was es deshalb brauche: „Erzeugerpreise, die nicht nur das Überleben sichern.“ So könne man auch mehr Investitionen fürs Klima tätigen.

Beunruhigende Stimmungslage in der Gesellschaft

Der ehemalige Klinikseelsorger Xaver Bösl kam unter anderem auf die zugespitzte, teils aggressive, Stimmungslage zu sprechen. Seiner Ansicht nach ist die Ursache dafür Leid und Angst. Aber: „Wir dürfen Leidende nicht den Populisten überlassen“, sagte er.

Auch wenn jeder Redner unterschiedliche Schwerpunkte setzte, in einer Sache waren sich alle einig: Jeder kann etwas tun. Maria Eder-Poll rief deshalb jeden Einzelnen zum Handeln auf. „Wir brauchen Verhaltensänderungen.“ Den passenden musikalischen Akzent setzten „Mühlleitner and Friends“: „Aufwecken, aufstehen, weiterdenken. Zügel in die Hand nehmen und selber lenken.“