Innovationsfreude und Herzblut: Familienbrauereien im Labertal rüsten sich für die Zukunft

Im Unterlauf der Schwarzen Laber gibt es mit der Schlossbrauerei Eichhofen, der Brauerei Goss in Deuerling und der Brauerei Plank in Laaber (alles Lkr. Regensburg) drei Brauereien, die als familiengeführte Betriebe den harten Konkurrenz- und Verdrängungskampf der letzten Jahrzehnte überstanden haben. Worin liegt das Erfolgsgeheimnis dieser vergleichsweise kleinen Brauereien?
Vorweg kann gesagt werden, dass sich alle drei personell schon für die Zukunft wappnen. Nachfolger aus den Familien stehen in den Startlöchern. Alle legen Wert auf die traditionell-handwerkliche Braukunst mit Rohstoffen aus der Region oder dem eigenen Betrieb. Die Brauereien lassen sich schon seit Generationen von dem alten Spruch leiten: „Wer nicht baut, der bald nicht mehr braut.“
Bei den Neuerungen bei Technik und Betriebsabläufen steht das Energiesparen im Fokus, um mit der großen Konkurrenz preislich mithalten zu können. Bei der Suche nach neuen Absatzmärkten geht jeder Betrieb etwas andere Wege. Die Braufamilien arbeiten mit viel „Herzblut“, wie es Michael Plank Senior formuliert. Immer wieder heimsen sie dadurch auch Preise für ihre Biere – auch auf internationaler Ebene – ein. Wir geben einen Überblick:
Eichhofener: Auf den neuesten Stand gebracht
Die Familie Schönharting betreibt in Eichhofen die dortige Schlossbrauerei mit angeschlossenem Gasthaus. Michael Schönharting ist Chef der Braustätte, seine Frau Daniela führt die Gaststätte und Sohn Johannes, der derzeit eine Brauerlehre absolviert, will in den Betrieb einsteigen.
In den letzten Jahren wurde mit hohem Geldeinsatz viel angepackt und modernisiert. So entstanden Sudhaus und Gärhaus komplett neu. Auch die Füllerei, die Flaschenwaschanlage und die Kältetechnik wurden auf den neuesten Stand gebracht. Aber was helfen Investitionen, wenn es dann zu wenig Abnehmer des edlen Gerstensaftes gibt? „Die Qualität unserer Biere ist das A und O für den Absatz“, konstatiert Michael Schönharting und spricht auch für die anderen Brauer.
Die Brauerei ist in vielen Getränkefachmärkten vertreten und auf vielen Festen in der Region sowohl als Sponsor als auch als Anbieter unterwegs. Durch reiche Kulturangebote in den historischen Räumen der Anlage werde der Bekanntheitsgrad der Brauerei noch erhöht, erklärt Daniela Schönharting.
Goss: Strom aus PV-Anlage und Hackschnitzelheizung
Bei der Brauerei Goss in Deuerling arbeiten Josef Goss und sein Sohn Josef, beide gelernte Braumeister, arbeitsteilig zusammen. Der Junior ist technischer Leiter des Betriebs, der Senior kümmert sich schwerpunktmäßig um Vertrieb und die wichtige Kundenwerbung, auch bei vielen Getränkefachmärkten. Gabriele Goss ist Chefin in der Küche und in der Gaststube der angeschlossenen Gastwirtschaft. Mit Leidenschaft erklärt Josef Goss Senior die einzelnen Stationen, die das Bier vom Sud bis zum Abfüllen durchläuft.
Im Gärkeller stehen offene Edelstahlbehälter, in denen der Sud gären kann. „Die offene Gärung wirkt sich positiv auf den Geschmack aus, ist aber auch arbeitsintensiver“, sagt er. Die Abfüllerei wurde erst in jüngster Zeit mit nicht wenig Geld erneuert. Auch die andere Technik wurde in der Vergangenheit Zug um Zug erneuert. Mit Strom aus PV-Anlagen und mit einer Hackschnitzelheizung ist das Unternehmen fast energieautark.
Plank: Auch im Ausland eine Marke
In Laaber sind Michael Plank Senior und Michael Plank Junior Braumeister. Auch die Planks haben in den letzten Jahren immer wieder in Technik investiert, wie etwa in die Abfüllanlage oder in Lagertanks, um zukunftsfähig zu sein. Der Junior verrät, dass er in Kürze für zwei, drei Jahre in der Brauerei eines großen Kreuzfahrtschiffes mitarbeiten will, um weitere Erfahrungen in seinem Beruf und für die eigene Brauerei zu sammeln.
Bei der Kundengewinnung geht die Brauerei besondere Wege. „Wir sind mit unseren Bieren schon seit Jahrzehnten stark im Ausland präsent“, sagt der Chef. Die Brauerei habe schon viele internationale Preise im Rahmen des Wettbewerbs um den Welt-Beer-Cup gewonnen. Damit öffneten sich Türen für Märkte etwa in den USA, in Japan, Skandinavien oder in Südafrika. Auf Wunsch internationaler Kunden braue man auch Sonderbiere. Deswegen sei ihm um die Zukunft der Brauerei Plank nicht bange.
Die Brauereien
Eichhofen: In den Annalen für den Ort Eichhofen ist schon für das Jahr 1580 ein neues Schloss mit Brau- und Schankstätte vermerkt. Nach 1840 erneuerte Wilhelm von Neuffer aus Regensburg die Brauerei, die dann nach 1936 vom damals neuen Besitzer Günther von Braunbehrens renoviert wurde. Heute leitet Michael Schönharting den Betrieb.
Deuerling: Schon seit mindestens 1514 bestand am heutigen Ort der Brauerei in Deuerling eine Tafernwirtschaft. Ab 1877 wurde dort durch Joseph Goss in einer neu gebauten Brauerei Bier gebraut. Seniorchef Josef Goss betreibt heute in der fünften Generation die Braustätte.
Laaber: Die Brauerei Plank in Laaber gibt es seit 1617. Seitdem wurde die Braustätte ohne Unterbrechung jeweils vom Vater auf den Sohn vererbt und besteht heute mit Michael Goss Senior bereits in der 16. Generation.

