Verkaufsoffene Sonntage bleiben in Neustadt erhalten – Aber es gibt eine neue Regel

Die Zukunft der Märkte und verkaufsoffenen Sonntage in Neustadt a.d. Donau (Lkr. Kelheim) ist gesichert. Wie Bürgermeister Thomas Memmel und Johannes Dietrich als Vertreter der Neustädter Geschäftsleute erklärten, werde sich in Zukunft die Stadt deutlich einbringen.
Die Märkte sind Bürgermeister Thomas Memmel und Johannes Dietrich, Vorsitzender des Arbeitskreises Neustädter Wirtschaftsförderung (ANW), wichtig. Die Märkte verfügen über einer lange Tradition in der Donaustadt und gehören deshalb zum Brauchtum der Kommune. Allerdings hatte es in den letzten Jahren zumindest kleinere Unstimmigkeiten gegeben, weil von den mit den Märkten verknüpften verkaufsoffenen Sonntagen auch jene Geschäfte profitierten, die nicht dem ANW angehören. Außerdem standen die Neustädter Veranstaltungen – insbesondere zur Weihnachtszeit – oft auch im Schatten beispielsweise der Nachbarstadt Abensberg.
Jetzt will Neustadt aufholen. „Die Märkte werden in bewährter Weise stattfinden“, stellte Johannes Dietrich gegenüber dieser Zeitung klar. Es werde „auf alle Fälle“ auch verkaufsoffene Sonntage geben. Allerdings werden nicht mehr automatisch alle Geschäfte öffnen können. „Wer nicht Mitglied des ANW ist, darf nicht öffnen“, sagte Johannes Dietrich im Beisein des Bürgermeisters. „Wir haben das Marktrecht“, stellte der ANW-Vorsitzende klar.
Der Bürgermeister pflichtet ihm bei. „So eine Veranstaltung lebt aus der Gemeinschaft. Nur wenn alle mitmachen, funktioniert es“, sagte Thomas Memmel. Und Johannes Dietrich erklärte: „Der Vereinszweck des ANW ist, dass wir etwas für die Gemeinschaft und für die Attraktivität der Stadt machen wollen.“
Diskussion ausgelöst
Hintergrund der deutlichen Worte ist, dass zuletzt auch bei den Geschäftsleuten in Neustadt a.d. Donau diskutiert wurde, ob verkaufsoffene Sonntage noch zeitgemäß sind. Einige Kaufleute kritisierten, dass von den Sonntagen auch jene Geschäfte profitierten, die nicht dem ANW angehören.
Der ANW war deshalb unlängst in die Offensive gegangen und hatte sich mit einem Brief, der eine Idee des früheren Ordnungsamtsleiters Rudi Halbritter war, an die Nicht-Mitglieder gewendet und auf diese Situation hingewiesen. Mit Erfolg. Die Vereinigung freut sich inzwischen über neue Mitglieder.
Zur Neuorientierung der Märkte gehört auch die Gestaltung des Andreasmarktes. Hier wird sich in Zukunft die Stadt deutlich einbringen. „Ich habe angeboten, dass wir uns als Stadt aktiv engagieren“, sagte der Bürgermeister. „Wir bieten an, dass wir den Markt aktiv unterstützen – bis dahin, dass wir als Veranstalter auftreten.“
Die Zielrichtung ist dabei klar. „Ich sehe den Bedarf für einen schönen Weihnachtsmarkt“, erklärte Thomas Memmel. Das schließe insbesondere einen verkaufsoffenen Sonntag ein „und dass wir ganz aktiv bemüht sind, Beschicker zu bekommen“.
Das Engagement der Kommune könnte daneben einen ganz deutlichen Vorteil haben: Die Kommune könnte mit der Stadtverwaltung hauptamtlich in die Organisation des Andreasmarktes eingreifen, wo der ANW nur ehrenamtlich tätig sein kann.
Memmel betonte, dass dieser Schritt kein Alleingang ist. „Das Thema haben wir mit den Stadträten vorberaten“, sagt der Bürgermeister. Zugleich dämpfte er im Gespräch mit dieser Zeitung zu hohe Erwartungen. „Wir werden den Andreasmarkt nicht von einem Jahr aufs andere umkrempeln. Das dauert ein paar Jahre.“
Alter Markt
Was im einzelnen bereits für dieses Jahr geplant ist, steht noch nicht fest. Man wolle unter anderem am Erscheinungsbild der Veranstaltung arbeiten, betonte Thomas Memmel. So könne er sich vorstellen, dass der Markt vom Kirchplatz zum Stadtplatz und in die Herzog-Ludwig-Straße hinein fortgesetzt würde.
Der Andreasmarkt findet am letzten Wochenende vor dem Ersten Advent statt, was regelmäßig ein sogenannter stillen Sonntag ist. Normalerweise kann deshalb an diesem Tag kein Markt abgehalten werden. Eine Ausnahme gilt jedoch, wenn nachgewiesen werden kann, dass ein Markt schon „seit Alters her“ an diesem Termin stattgefunden hat. Das ist beim Andreasmarkt der Fall.