Stefan Seehofer ist Chef im Wasserschloss in Offenstetten

Der Führungwechsel ist vollzogen: Stefan Seehofer übernahm die Position des Gesamtleiters des Cabrini-Zentrums von Bernhard Resch. Obwohl für den 49-Jährigen beruflich ein neuer Abschnitt begann, passt der Wechsel zu seinem bisherigen Lebenslauf.
Die Herausforderungen des Postens sind für Seehofer deutlich spürbar, lange Arbeitstage sind aktuell keine Seltenheit. Doch bei den kommenden Mammutaufgaben, Sanierung des Schlosses und zahlreicher Wohngebäude sowie Neubau der Schule, stehe er nicht alleine da. Er verweist auf seinen Mitarbeiterstab, auf den er sich verlassen könne.
Diese hätten ihn von Anfang an mit vollen Kräften unterstützt. Deshalb fühle sich Seehofer wohl an neuer Wirkungsstätte. Schon nach wenigen Wochen sei für ihn klar, dass er den richtigen Schritt gemacht hat: „Das leidenschaftliche Engagement und der wertschätzende Umgang des gesamten Teams untereinander, aber vor allem zu den Klienten, sind bewundernswert und erstaunlich zugleich. Ich bin stolz, nun Teil dieses Teams sein zu dürfen.“
Besonders freue es ihn, dass fünf Kreuzschwestern um Konventoberin Schwester Sieglinde Gabriel ein wichtiger Teil der Einrichtung sind. Sie tragen in seinen Augen dazu bei, dass das Schloss eine besondere Wärme ausstrahle.
Bereits in den vergangenen Jahren gab es für Seehofer immer wieder Berührungspunkte mit der Einrichtung in Offenstetten. Als er Zivildienst abzuleisten hatte, entschied er sich für das Berufsbildungswerk, das sich, wie das Cabrini-Zentrum, unter dem Dach der Katholischen Jugendfürsorge (KJF) befindet.
Im Zentrum kein Unbekannter
„Ich kenne viele Menschen, die hier gearbeitet haben oder arbeiten“, erzählt er im Gespräch mit der Mittelbayerischen. Vorgänger Resch, mittlerweile Bürgermeister, ist darunter das prominenteste Beispiel.
Ursprünglich erlernte Seehofer einen technischen Beruf, drückte schon kurze Zeit später erneut die Schulbank und bildete sich über die Jahre kontinuierlich weiter. In den 13 Jahren vor seinem Wechsel nach Offenstetten arbeitete er im strategischen Einkauf als Senior Procurement Manager bei einem Heiz- und Klimagerätehersteller in Mainburg.
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Als er darüber nachdachte, sich noch einmal beruflich zu verändern, machte ihm Resch so einen Schritt vor. Der trat als Bürgermeisterkandidat an und wurde gewählt. Im Offenstettener Schloss sei somit ein für Seehofer interessanter Posten frei geworden. Bereits nach den ersten Gesprächen mit den Verantwortlichen der KJF sei klar gewesen: Die Position mit ihren vielseitigen Herausforderungen sei perfekt auf ihn zugeschnitten. Dazu kam: Die Organisation der Baumaßnahmen in der Zukunft lockte ihn. „Ich mag es zum Beispiel, mit externen Partnern zusammenzuarbeiten“, sagt der 49-Jährige. Außerdem reize ihn die enorme Komplexität der Aufgaben in den einzelnen Teilbereichen Kindergarten, Schule, Tagesstätte, Erwachsenen- sowie Kinder- und Jugendbereich.
Auch das Führen der rund 400 Mitarbeiter aus unterschiedlichsten Berufsfeldern, wie Psychologen, Pädagogen, Technikern, Erziehern und Therapeuten sei eine äußerst attraktive Aufgabe. Insgesamt spricht er von einer wertvollen Arbeit: „Hier geht es nicht alleine um Verträge, Zahlen oder Daten, sondern um das Wohlergehen von Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind.“
Gut vorbereitet
Aufgrund seines beruflichen Werdegangs sieht er sich gut gerüstet für die Themen, die in Offenstetten auf ihn warten. Eine seiner Zusatzqualifikation komme ihm besonders zupasse. Seehofer hat sich zum Wertanalytiker weitergebildet. Er beschreibt dies anhand eines Beispiels: Wenn etwa eine Schule oder ein Kindergarten gebaut werde, gebe es eine Vielzahl von Bedürfnissen, etwa von Lehrern, Erziehern, Schülern, der Stadt, der Eltern.
Die müssten mit den Vorgaben des Baugesetzes, der vorhandenen Infrastruktur und dem Budget in Einklang gebracht werden. Nicht jeder Wunsch sei eben bezahlbar. Auch die beteiligten Baufirmen hätten ihre Ansprüche. All dies zu moderieren und zusammenzuführen, sei bei einem solchen Projekt die Aufgabe. Das Gelernte könne er sicher an neuer Wirkungsstätte anwenden – vor allem während der Baumaßnahmen. Jetzt sei aber erst einmal wichtig, Mitarbeiter und Bewohner weiter kennenzulernen.