Autos sollen runter vom Stadtplatz

Bereits vor Jahresfrist hatte eine Umfrage der Mittelbayerischen auf dem Stadtplatz während der Sommermonate ein klares Ergebnis erbracht: Gastronomen und ihre Gäste wünschen sich einen autofreien Stadtplatz – zumindest in den Abendstunden im Sommer. Noch ist aber politisch keine Entscheidung gefallen.
Jetzt hat sich die Mittelbayerische unter den Ratsfraktionen umgehört. Das Ergebnis ist: Niemand spricht sich gegen eine Sperrung aus. Am weitesten geht die Forderung der Sozialdemokraten: Die Abensberger SPD setze sich seit Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten, für eine komplette Sperrung des Stadtplatzes ein, ist von Fraktionsvorsitzender Judith Wintersberger zu hören.
Ganz so weit will die FDP nicht gehen: Der Stadtplatz soll, laut Fraktionschef Heinz Kroiss, ein lebendiger Treffpunkt für Abensberger und Besucher sein, jedoch müssten die Interessen von Gewerbetreibenden und Anwohnern berücksichtigt werden. Dazu brauche es eine Regelung, die praktikabel sei. Deshalb schlage man eine Sperrung von Freitag ab 18 Uhr bis Montag um 7 Uhr vor.
Freie Wähler, CSU, Grüne und die Ausschussgemeinschaft von Simon Steber und Dagmar Kellner sprechen sich für Sperrungen allein in der warmen Jahreszeit aus. Gleiches sagt Reinhard Handschuh, der für die Wählergemeinschaft Sandharlanden, Holzharlanden und Schwaighausen, die UWL und die Bürgerliste Pullach spricht.
Ausnahmen für Anlieger
Harald Hillebrand, Sprecher der Freien Wähler, will, dass der Stadtplatz während der Freisitzsaison gesperrt wird. Allerdings sollen Lieferfahrzeuge und Anlieger passieren dürfen. Dazu gebe es einen Antrag seiner Fraktion für die Haushaltsberatungen. Eine Entscheidung müsse her, diskutiert werde schon lange genug.
Die CSU befürwortet laut Sebastian Kneitinger eine Sperrung des Stadtplatzes „in den warmen, sonnigen Monaten“ wochentags in den Abendstunden und an Wochenenden bzw. feiertags den ganzen Tag. Abensberg sollte hier anderen Kommunen folgen. Er weist darauf hin, dass automatische Poller seit längerem im städtischen Haushalt eingeplant seien. Die Ausschussgemeinschaft schließt sich laut Simon Steber dem an.
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Ähnliches ist von Handschuh zu hören, der sich allerdings nicht auf genaue Tages- und Uhrzeiten einlässt. Bei den Details sollen nach seinen Worten sowohl Gastronomen als auch die Rettungsdienste mitreden dürfen.
Richard Zieglmeier verweist für die Grünen auf in seinen Augen positive Erfahrungen im Jahr 2023 – etwa bei Sperrungen während der Sommerlaune-Veranstaltungsreihe. Nicht zuletzt Kinder wären so geschützt.
Die Landwähler Offenstetten können sich unter bestimmten Umständen laut Fraktionschef Manfred Rauscher eine zeitliche Sperrung des Platzes vorstellen: nur außerhalb der Geschäftszeiten am Wochenende, finanzielle Beteiligung der Gastronomen und der Verkehr müsse sinnvoll umgeleitet werden können.
Politik sieht Bürger hinter sich
Mehrere Fraktionen sehen die Bürger auf ihrer Seite. Wintersberger berichtet, dass ihre Partei bisher viel Zuspruch für ihre Haltung beim Stadtplatz erhalten habe. Kroiss lässt wissen, dass viele Abensberger in Gesprächen mit ihm eine Sperrung fordern. Von allen Fraktionen ist zu hören, dass Bürger bei diesem Thema Gesprächsbedarf haben. Bernhard Resch (Landwähler Offenstetten) berichtet von Bürgerinnen und Bürgern, die deshalb auf ihn zukämen.
Er kündigt jetzt auf Nachfrage an, eine temporäre Sperrung im Stadtrat diskutieren zu lassen. Erst einmal finde Anfang März eine Besprechung mit den Anwohnern des Stadtplatzes statt, um die anstehende Freiluftsaison und die Veranstaltungen dazu zu besprechen. Eine grundsätzliche Sperrung sei gemäß einer Aussage des Innenministeriums sehr schwierig. Eine anlassbezogene Sperrung hingegen sei auf alle Fälle umsetzbar.